Horbach: In der herrbach
Beleg
Standard-Flurname
Horbach
Belegort
Belegtyp
historisch
Belegzeit
1719
Quelle
Hauptstaatsarchiv Wiesbaden, Abteilung 14, Akten Nr. 671 II.
Weitere Belege
- DIE UNTERE HERBACH
- 1660: in der herbach [Wiese]
Hauptstaatsarchiv Wiesbaden, Abteilung 14, Akten Nr. 708. - 1700: Auff der Herwoch [Acker]
Hauptstaatsarchiv Wiesbaden, Abteilung 360, Born Nr. 2., pag. 96 - 1719: in der horbach [Wiese]
Hauptstaatsarchiv Wiesbaden, Abteilung 14, Akten Nr. 671 II., pag. 115
Deutungen
Hessischer Flurnamenatlas (Hans Ramge)
Flachs m. / Har-
Auf den Flachsanbau, vor allem aber auch auf die Weiterverarbeitungsanlagen (→ Roße K. 28), beziehen sich viele FlN, in denen teils das Wort Flachs, teils das Wort Har enthalten ist. (Das synonyme Wort Lein kommt in hessischen FlN nur vereinzelt und gestreut vor).
Der Flachs gehörte zu den Sonderkulturen, die ursprünglich meist in Beunen (→ Hessischer Flurnamenatlas, Karte 15) und Gärten angebaut wurden (Bader 3, 98). Anbau und Verarbeitung des Flachses spielten bis ins 19. Jh. eine wichtige Rolle im bäuerlichen Wirtschaftssystem (Kammer 29-53; weitere Lit. über die Flachswirtschaft in Hessen s. Demandt 1, 625f.). Von den Arbeitsgeräten finden der Schwingstock und der Blauel (→ Hessischer Flurnamenatlas, Karte 59) als Formnamen ihren Niederschlag in hessischen FlN.
- 1A
Flachs, ahd. flahs, st.m. ‚Flachs, Docht‘ (Karg-Gasterstädt/Frings 3, 941), mhd. vlahs st.m., md. flas (Lexer 3, 385; DWB 3 [III], 1700f.) ist als Wort im Hessischen allgemein verbreitet und wird auch von E. Alberus verwendet (SHessWb 2, 759; Crecelius 376; Kammer 33 u.ö.). Im Waldeckischen ist flas neutr., entsprechend dem niederdt. Wortgebrauch (WaldWb 33; vgl. Kluge/Mitzka 201) < mnd. vIas (vlasch) n. (Lasch-Borchling 1, 739). In den mündlichen Namenformen stehen sich wie im Dialekt die Hauptvarianten /flags/ und /flas/ mit dem Lautwandel
> (K. Wagner 1926, 30-46; 1927, 33-47; vgl. HSS K.204-206 und Textband 295-297) gegenüber.1BMit Har- u.ä. gebildete Namen gehen auf ahd. haru, haro (Graff 4, 987), mhd. har st.m. ,Flachs‘ (Lexer 1, 1182; Kluge/ Mitzka 278) zurück. Das Wort ist noch im Oberdt. lebendig (DWB 10 [IV‚ II], 6); im Hessischen begegnet es nur in Namen (SHessWb 3, 129).2Während die Identifizierung der Flachs-Namen keine Schwierigkeiten bereitet, ist die Eingrenzung der Har-Belege außerordentlich unsicher, weil Har- sich in Namen mit von mhd. hor st.n. ,kotiger Boden, Kot, Schmutz‘ (Lexer 1, 1337) stammenden Herleitungen vermengt hat, die nach formalen Kriterien nicht auseinanderzuhalten sind. Um wenigstens einen Grundbestand an hinreichend sicheren Har-Namen herauszufiltern und damit ungefähr deren Verteilung in hessischen Namen herauszufinden, wurden einige Kombinationstypen ausgewählt: Ganz sicher sind davon die Bildungen Harras‚ Harres u.ä. (< Har-roße; vgl. Stroh 34; Dittmaier 102) und Harschwärze (in 4822d3 Maden SEK, 4921b6 Trockenerfurth SEK, 5117c1 Kernbach MBK, 5316b1 Bechlingen LDK), wo der Flachs zum schwärzenden Faulen ausgelegt war, sowie Harhechelwiese (in 5718d2 Rodheim v.d. Höhe WET). Höchst wahrscheinlich zu Har- gehören die Typen Harkaute, -acker, -feld‚ -garten (vgl. Dittmaier 101f.). Nur diese Kombinationstypen sind berücksichtigt.Aus: Hessischer Flurnamenatlas, Karte 27
Nachnutzung
Rechtehinweise
Hessisches Flurnamenarchiv – Prof. Dr. Hans Ramge, CC BY-SA 4.0
Zitierweise
Empfohlene Zitierweise
„Horbach: In der herrbach (Born)“, in: Hessische Flurnamen <https://lagis.hessen.de/de/orte/hessische-flurnamen/alle-eintraege/471489_in-der-herrbach> (aufgerufen am 04.11.2026)
Kurzform der URL für Druckwerke
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