Sand-Grube: uff der santgruben
Beleg
Standard-Flurname
Sand-Grube
Belegort
Belegtyp
historisch
Belegzeit
1364
Quelle
Staatsarchiv Darmstadt, C 1, Nr. 13.
Weitere Belege
- DIE SANDGRUBE
- 1364: offe die santgrubin
Staatsarchiv Darmstadt, C 1, Nr. 12., fol. 50' - 1364: uff der santgrubin
Staatsarchiv Darmstadt, C 1, Nr. 12., fol. 51 - 1364: vff der santgrube
Staatsarchiv Darmstadt, C 1, Nr. 13., fol. 17' - 1560: vff der Sandtgrubenn [Weingarten]
Staatsarchiv Darmstadt, C 4, Steinheim, Nr. 1., fol. 261 - 1570: vff der Sandtgruben [Weingarten]
Staatsarchiv Darmstadt, C 4, Steinheim, Nr. 1., fol. 104' - 1576: Sandtgruben
Staatsarchiv Darmstadt, C 2, Nr. 93/1., fol. 138' - 1602: vf der vordern sandtgruben [Gewässer]
Staatsarchiv Darmstadt, C 4, Steinheim, Nr. 1., fol. 11' - 1602: vf der sandtgrub: [Weingarten]
Staatsarchiv Darmstadt, C 4, Steinheim, Nr. 1., fol. 11' - 1681: vf der Sandgruben [Acker]
Staatsarchiv Darmstadt, C 2, Nr. 93/5., fol. 40 - 1681: Sandt Gruben
Staatsarchiv Darmstadt, C 2, Nr. 93/5., fol. 53' - 1784: auf der Sandgruben [Acker]
Staatsarchiv Darmstadt, C 4, Steinheim, Nr. 3., pag. 155 - 1785: auff der sand kaut [Acker]
Staatsarchiv Darmstadt, C 4, Steinheim, Nr. 3., pag. 263
Deutungen
Mittelhessisches Flurnamenbuch (Hans Ramge)
Grube
Zu ahd. gruoba ‚Grube, Abgrund, Delle, Vertiefung‘, mhd. gruobe st. sw. F. ‚Grube, Steinbruch, Loch, Höhle‘. In den FlN kann das Wort für eine künstlich angelegte Bodenvertiefung wie etwa einen Steinbruch, eine Fanggrube und möglicherweise auch für Gräben an der Gemarkungsgrenze, aber ebenso auch für einen naturgegebenen Geländeeinschnitt verwendet werden.
Sand
Zu ahd. mhd. sant st. M. ‚Sand‘. Die Namen beziehen sich durchweg auf die Bodenbeschaffenheit. In Sandgruben und Sandkauten wurde Sand gegraben.
Südhessisches Flurnamenbuch (Hans Ramge)
Grube
Zu ahd. gruoba ‚Grube, Abgrund, Delle, Vertiefung‘, mhd. gruobe st. sw. F. ‚Grube, Steinbruch, Loch, Höhle‘. Als Pluralform erscheint gelegentlich statt Gruben umgelautetes Grübe und Griebe, das dann auch als Singular auftritt. In den FlN kann das Wort für eine künstlich angelegte Bodenvertiefung wie etwa einen Steinbruch, eine Fanggrube und möglicherweise auch für Gräben an der Gemarkungsgrenze, aber ebenso auch für einen naturgegebenen Geländeeinschnitt verwendet werden. Der grube Nußbaum aus Klein-Umstadt kann auch auf grob zurückgehen (mit Hebung /oː/ > /uː/).
Sand
Zu ahd. mhd. sant st. M. ‚Sand‘. Die Namen beziehen sich durchweg auf die Bodenbeschaffenheit. In Sandgruben und Sandkauten wurde Sand gegraben; der Name Sandschließ in Groß-Gerau (und wohl auch in Erzhausen) bezieht sich offenbar auf eine Schließanlage des benachbarten Mühlbachs. Sprachlich auffällig sind die Diminutive und die .dd-losen Formen in Alsbach, Eberstadt, Jugenheim a. d. Bergstraße, Seeheim: Sie könnten auf eine Vermengung mit Sang (s. d.) verweisen. Dem Beleg in Haingrund entspricht mhd. santwerf st. M. ‚Sandhügel, Sandbank‘, möglicherweise als Grenzmarkierung (vgl. Koch
Nachnutzung
Rechtehinweise
Hessisches Flurnamenarchiv – Prof. Dr. Hans Ramge, CC BY-SA 4.0
Zitierweise
Empfohlene Zitierweise
„Sand-Grube: uff der santgruben (Steinheim am Main)“, in: Hessische Flurnamen <https://lagis.hessen.de/de/orte/hessische-flurnamen/alle-eintraege/4706_uff-der-santgruben> (aufgerufen am 24.06.2026)
Kurzform der URL für Druckwerke
https://lagis.hessen.de/resolve/de/fln/4706