Scheel-Hecke: in den Schehlhecken
Beleg
Standard-Flurname
Scheel-Hecke
Belegort
Belegtyp
historisch
Belegzeit
1783
Quelle
Spalt, Georg: Spachbrücker Heimatbuch. Spachbrücken 1968.
Deutungen
Mittelhessisches Flurnamenbuch (Hans Ramge)
Hecke
Zu ahd. hegga ‚Wall, Schanze‘, mhd. hecke, hegge, heck st. sw. F. ‚Hecke‘; bedeutet in den westmitteldt. Dialekten nicht nur ‚lebender Zaun‘, sondern auch ‚Gebüsch, Gestrüpp; Buschwald‘. Die FlN beziehen sich in erster Linie auf künstlich gezogene, lebende Umzäunungen, die zur Eingrenzung von Flurstücken oder, in älterer Zeit, zur klein - wie großräumigen Befestigung dienten: Dörfer und Gehöfte waren oft von Hainbuchenzäunen umgeben, Landwehren aus undurchdringlichen Heckenstreifen, sog. Gebücken (s.d.), gebildet. Daneben verweisen viele Namen aber auch auf einzeln stehendes Strauchwerk und Dorngestrüpp in der Feldflur, vor allem aber auch forstlich genutzte Waldstücke mit Busch- oder Niederwald. Bei den älteren Namen ist eine sichere Unterscheidung zwischen Hecke und dem verwandten Hege nicht immer möglich.
Scheel
Zu ahd. skelah, skêlc, mhd. schel, schelch Adj. ‚schief, krumm‘ ; nach der Wuchsform.
Südhessisches Flurnamenbuch (Hans Ramge)
Hecke
Zu ahd. hegga ‚Wall, Schanze‘, mhd. hecke, hegge, heck st. sw. F. ‚Hecke‘, bedeutet in den westmitteldt. Dialekten nicht nur ‚lebender Zaun‘, sondern auch ‚Gebüsch, Gestrüpp; niederer Buschwald‘. Die FlN beziehen sich in erster Linie auf künstlich gezogene, lebende Umzäunungen, die zur Eingrenzung von Flurstücken oder, in älterer Zeit, zur klein- wie großräumigen Befestigung dienten: Dörfer und Gehöfte waren oft von Hainbuchenzäunen umgeben, Landwehren aus undurchdringlichen Heckenstreifen, sog. Gebücken (s. d.) gebildet (vgl. z. B. Eberstadt). Daneben verweisen viele Namen aber auch auf einzeln stehendes Strauchwerk und Dorngestrüpp in der Feldflur, vor allem aber auf forstlich genutzte Waldstücke mit Busch- oder Niederwald. Bei den älteren Namen ist eine sichere Unterscheidung zwischen Hecke und dem verwandten Hege nicht immer möglich (s. Leeheim, Trebur). An Verkleinerungsformen erscheinen sowohl Heckel als auch die Weiterbildung Heckelchen.
Scheel
Die Namen sind unterschiedlicher Herkunft. Während in Pfungstadt (wegen des Flexions-s) und in Sprendlingen ein BesitzerN Scheel, Schehl vorliegt, ist bei anderen Vorkommen an das Adjektiv scheel, ahd. skelah, skêlc, mhd. schel, schelwe bzw. schelch ‚scheel, schielend, quer, schief, krumm‘ anzuknüpfen, das sich in FlN auf entsprechende Objekte bezieht, in Groß-Umstadt als Name für eine einseitig bebaute Gasse. Das für die Deutung ebenfalls in Frage kommende Nomen mhd. schele, schel sw. M. ‚Zuchthengst‘ scheint nicht namengebend zu sein, auch nicht in Neckarsteinach, wo die Betonung in der mündlichen Form die Verbindung Adjektiv t Substantiv wahrscheinlich macht.
Nachnutzung
Rechtehinweise
Hessisches Flurnamenarchiv – Prof. Dr. Hans Ramge, CC BY-SA 4.0
Zitierweise
Empfohlene Zitierweise
„Scheel-Hecke: in den Schehlhecken (Spachbrücken)“, in: Hessische Flurnamen <https://lagis.hessen.de/de/orte/hessische-flurnamen/alle-eintraege/460403_in-den-schehlhecken> (aufgerufen am 14.07.2026)
Kurzform der URL für Druckwerke
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