Wiege-Knüller: Wiege-Knüller
Weitere Belege
- am wiegenknueller
Staatsarchiv Marburg, Steuerkataster, 1747 - wiesenknueller
s. (Verweis)
Deutungen
Hessischer Flurnamenatlas (Hans Ramge)
Knüll m. / Noll m.
- 1A
Knüll geht zurück auf mnd. knolle, knul m. (Lasch/Borchling 2, 601), dem die gleiche Wurzel zugrunde liegt wie ahd. nol (s. u. 1B). Mhd. ist nur die verwandte Form Knolle sw.m. ,Erdschollen, Klumpen‘ (Lexer 1, 1652) belegt (DWB 11 [V], 1467). Knoll ist als Wort in der Bedeutung ‚Hügel, Bergspitze‘ in Waldeck bekannt (WaldWb 154). Vilmar 212f., der auf die etymologische Verwandtschaft zwischen Noll und Knüll hinweist, belegt Knüll nur als Namen. Knüll gilt als Wort nordwestlich Kassels, sonst nur noch in Holstein (DWA IV, K. ‚Hügel‘; Valtavuo 15-17).
- 1B
Noll geht zurück auf ahd. nol st.m., nollo sw.m. ‚Scheitel, Hügel‘ (Schützeichel 139), mhd. nël, nëlle st.sw.m., nol st.m. ‚Spitze, Scheitel, Kopf‘ (Lexer 2, 52, 99). DWB 13 [VII], 879 erwähnt Nollen m. „eine starke Böschung am äußersten Ende eines Hochgebirges oder desselben oberster Gipfel“. Das Wort ist in Hessen unbekannt.
In FlN ist Noll die Bezeichnung für eine ‚rundliche, nicht zu hohe Erhebung‘ (Dittmaier 214; ähnlich Keinath 49).
- 2B
Unsicher ist der „Noll“ in 5518d2 Holzheim GIE, handelt es sich doch um einen ‚freien Platz inmitten des Dorfes‘ (K. H. Jung, 301).
Aus: Hessischer Flurnamenatlas, Karte 77
Nachnutzung
Rechtehinweise
Hessisches Flurnamenarchiv – Prof. Dr. Hans Ramge, CC BY-SA 4.0
Zitierweise
Empfohlene Zitierweise
„Wiege-Knüller: Wiege-Knüller (Wendershausen)“, in: Hessische Flurnamen <https://lagis.hessen.de/de/orte/hessische-flurnamen/alle-eintraege/445596_wiege-knueller> (aufgerufen am 03.11.2026)
Kurzform der URL für Druckwerke
https://lagis.hessen.de/resolve/de/fln/445596