Ziegel-Hof: Ziegel-Hof

Rezenter Beleg aus Retterode  
Topografische Karten
KDR 100, TK25 1900 ff.
AEC416D7-3050-4A60-B27E-A826B70B90DD

Beleg

Standard-Flurname

Ziegel-Hof

Belegort

Belegtyp

rezent

Weitere Belege

  • der ziegelhof
    Staatsarchiv Marburg, Lager-, Stück- und Steuerb., 1779

Deutungen

Mittelhessisches Flurnamenbuch (Hans Ramge)

Hof

Zu ahd. mhd. hof st. M. ‚Hof, Gehöft, (allein gelegenes) Bauerngut‘ sowie zu ahd. hovestat ‚Wohnstätte‘, mhd. hovestat, hofstat st. F. ‚Hofstatt; Grundstück, auf dem ein Hof steht, stand oder errichtet werden kann‘ und mhd. hovereite sw. F., nhd. Hofreite ‚Hofraum; freier Raum um ein landwirtschaftliches Gebäude; bäuerliches Anwesen mit Haus, Hof und Wirtschaftsgebäuden‘. - Die dialektal allein geltende Form /ho:b/ findet sich in den historischen Belegen erstaunlich selten, hier hauptsächlich unter den spätmittelalterlichen und frühneuzeitlichen Vorkommen.

Ziegel

Zu ahd. ziegala, mhd. ziegel st. M. ‚Ziegel‘, einer Entlehnung aus lat. têgula ‚Dachziegel‘. Die FlN beziehen sich auf Ziegelhütten oder auf Grundstücke, auf denen Tonvorkommen zur Ziegelherstellung abgebaut wurden.

Südhessisches Flurnamenbuch (Hans Ramge)

Hof

Zu ahd. mhd. hof st. M. ‚Hof, Gehöft, (allein gelegenes) Bauerngut‘ sowie zu ahd. hovestat ‚Wohnstätte‘, mhd. hovestat, hofstat st. F. ‚Hofstatt; Grundstück, auf dem ein Hof steht, stand oder errichtet werden kann‘ und mhd. hovereite sw. F., nhd. Hofreite ‚Hofraum; freier Raum um ein landwirtschaftliches Gebäude; bäuerliches Anwesen mit Haus, Hof und Wirtschaftsgebäuden‘. Die in einigen historischen Belegen (z. B. Dornheim, Ginsheim-Gustavsburg) dokumentierte Ersetzung des wurzelschließenden Reibelauts /f/ durch den Verschlusslaut /b/ zeigt sich auch noch in einigen rezenten Diminutivformen (Eulsbach: Hebchen, Schannenbach: Hebche) und mündlich (Hausen). Einer der FlN aus Götzenhain bezieht sich auf die Wiese eines Hofverwalters.

Ziegel

Zu ahd. ziegala, mhd. ziegel st. M. ‚Ziegel‘, einer Entlehnung aus lat. t³gula ‚Dachziegel‘. Die FlN beziehen sich auf Ziegelhütten oder auf Grundstücke, auf denen Tonvorkommen zur Ziegelherstellung abgebaut wurden. Die Belege aus Mühlheim am Main, Nieder-Roden und Seligenstadt, deren GT auf -s enden, deuten zwar auf einen PN, doch wäre dann eher die Form Ziegler zu erwarten. In Seligenstadt ist auch der Name Ziegelgarten bezeugt, was die Zugehörigkeit zum Appellativ wahrscheinlich macht. Der Lemmakombinationstyp, das Fugen -s im Beleg von a. 1752 sowie die Bodenbeschaffenheit des Flurstücks legen nahe, dass hingegen in Heppenheim bei Ziegelroth von einem PN Siegel auszugehen ist, ebenso wie Ziegelhansen (Mümling-Grumbach) ein PN ist. - Der Ziegelbusch in Reinheim scheint hyperkorrekt für *zîl-busch zu stehen (vgl. Zeil ).

Nachnutzung

Rechtehinweise

Hessisches Flurnamenarchiv – Prof. Dr. Hans Ramge, CC BY-SA 4.0

Zitierweise

Empfohlene Zitierweise

„Ziegel-Hof: Ziegel-Hof (Retterode)“, in: Hessische Flurnamen <https://lagis.hessen.de/de/orte/hessische-flurnamen/alle-eintraege/437059_ziegel-hof> (aufgerufen am 05.06.2026)

Kurzform der URL für Druckwerke

https://lagis.hessen.de/resolve/de/fln/437059