Oster-Hilde-Hof: der oisterhildenhob

Historischer Beleg aus Germerode  
Gemeinde
Meißner
Topografische Karten
KDR 100, TK25 1900 ff.
AEC416D7-3050-4A60-B27E-A826B70B90DD

Beleg

Standard-Flurname

Oster-Hilde-Hof

Belegort

Belegtyp

historisch

Quelle

[Quellenangabe und Belegjahr fehlen]

Weitere Belege

Deutungen

Mittelhessisches Flurnamenbuch (Hans Ramge)

Hilde

Zum PN Hilde, Hildo.

Hof

Zu ahd. mhd. hof st. M. ‚Hof, Gehöft, (allein gelegenes) Bauerngut‘ sowie zu ahd. hovestat ‚Wohnstätte‘, mhd. hovestat, hofstat st. F. ‚Hofstatt; Grundstück, auf dem ein Hof steht, stand oder errichtet werden kann‘ und mhd. hovereite sw. F., nhd. Hofreite ‚Hofraum; freier Raum um ein landwirtschaftliches Gebäude; bäuerliches Anwesen mit Haus, Hof und Wirtschaftsgebäuden‘. - Die dialektal allein geltende Form /ho:b/ findet sich in den historischen Belegen erstaunlich selten, hier hauptsächlich unter den spätmittelalterlichen und frühneuzeitlichen Vorkommen.

Oster

Zu ahd. ôstar; mhd. ôster st. sw. F. ‚im Osten gelegen, nach Osten‘. Die FlN beziehen sich dann auf östlich vom Dorf gelegene Flurstücke. Einzelnen Belegen kann auch ahd. ôstra, mhd. ôster st. sw. F. ‚Osterfest‘ zu Grunde liegen, da Ostern als Termin für die Wiederaufnahme des Weidebetriebs eine neuen Jahres gilt. Darüber hinaus können die Erträge eines Flurstückes auch als Abgabe für das Osterfest verwendet worden sein. Eine klare Zuordnung ist daher dann, wenn die Lage nicht mehr genau bestimmt werden kann, nicht möglich.

Südhessisches Flurnamenbuch (Hans Ramge)

Hilde

Wohl als PN zum Stamm Hildi, Hildo u. ä., am ehesten der PN Hilde.

Hof

Zu ahd. mhd. hof st. M. ‚Hof, Gehöft, (allein gelegenes) Bauerngut‘ sowie zu ahd. hovestat ‚Wohnstätte‘, mhd. hovestat, hofstat st. F. ‚Hofstatt; Grundstück, auf dem ein Hof steht, stand oder errichtet werden kann‘ und mhd. hovereite sw. F., nhd. Hofreite ‚Hofraum; freier Raum um ein landwirtschaftliches Gebäude; bäuerliches Anwesen mit Haus, Hof und Wirtschaftsgebäuden‘. Die in einigen historischen Belegen (z. B. Dornheim, Ginsheim-Gustavsburg) dokumentierte Ersetzung des wurzelschließenden Reibelauts /f/ durch den Verschlusslaut /b/ zeigt sich auch noch in einigen rezenten Diminutivformen (Eulsbach: Hebchen, Schannenbach: Hebche) und mündlich (Hausen). Einer der FlN aus Götzenhain bezieht sich auf die Wiese eines Hofverwalters.

Oster

Meist wohl zu ahd. ôstar, mhd. ôster st. sw. F. ‚im Osten gelegen, nach Osten‘. Die FlN beziehen sich dann auf östlich vom Dorf gelegene Flurstücke. Einzelnen Belegen, besonders wohl denen mit dem GT -wiese, kann auch ahd. ôstra, mhd. ôster st. sw. F. ‚Osterfest‘ zu Grunde liegen, da Ostern als Termin für die Wiederaufnahme des Weidebetriebs eines neuen Jahres gilt. Darüber hinaus können die Erträge eines Flurstückes auch als Abgabe für das Osterfest verwendet worden sein. Eine klare Zuordnung ist daher dann, wenn die Lage nicht mehr genau bestimmt werden kann, nicht möglich. Die Zugehörigkeit des Belegs aus Arheilgen ist unsicher, aua steht aber wohl hyperkorrekt für /oː/.

Nachnutzung

Rechtehinweise

Hessisches Flurnamenarchiv – Prof. Dr. Hans Ramge, CC BY-SA 4.0

Zitierweise

Empfohlene Zitierweise

„Oster-Hilde-Hof: der oisterhildenhob (Germerode)“, in: Hessische Flurnamen <https://lagis.hessen.de/de/orte/hessische-flurnamen/alle-eintraege/420793_der-oisterhildenhob> (aufgerufen am 04.11.2026)

Kurzform der URL für Druckwerke

https://lagis.hessen.de/resolve/de/fln/420793