Zwetsche-Hof: Zwetsche-Hof

Rezenter Beleg aus Alberode  
Gemeinde
Meißner
Topografische Karten
KDR 100, TK25 1900 ff.
AEC416D7-3050-4A60-B27E-A826B70B90DD

Beleg

Standard-Flurname

Zwetsche-Hof

Belegort

Belegtyp

rezent

Weitere Belege

  • der quetschenhof
    Staatsarchiv Marburg, Lager-, Stück- und Steuerb., Kataster, 1749

Deutungen

Mittelhessisches Flurnamenbuch (Hans Ramge)

Hof

Zu ahd. mhd. hof st. M. ‚Hof, Gehöft, (allein gelegenes) Bauerngut‘ sowie zu ahd. hovestat ‚Wohnstätte‘, mhd. hovestat, hofstat st. F. ‚Hofstatt; Grundstück, auf dem ein Hof steht, stand oder errichtet werden kann‘ und mhd. hovereite sw. F., nhd. Hofreite ‚Hofraum; freier Raum um ein landwirtschaftliches Gebäude; bäuerliches Anwesen mit Haus, Hof und Wirtschaftsgebäuden‘. - Die dialektal allein geltende Form /ho:b/ findet sich in den historischen Belegen erstaunlich selten, hier hauptsächlich unter den spätmittelalterlichen und frühneuzeitlichen Vorkommen.

Südhessisches Flurnamenbuch (Hans Ramge)

Hof

Zu ahd. mhd. hof st. M. ‚Hof, Gehöft, (allein gelegenes) Bauerngut‘ sowie zu ahd. hovestat ‚Wohnstätte‘, mhd. hovestat, hofstat st. F. ‚Hofstatt; Grundstück, auf dem ein Hof steht, stand oder errichtet werden kann‘ und mhd. hovereite sw. F., nhd. Hofreite ‚Hofraum; freier Raum um ein landwirtschaftliches Gebäude; bäuerliches Anwesen mit Haus, Hof und Wirtschaftsgebäuden‘. Die in einigen historischen Belegen (z. B. Dornheim, Ginsheim-Gustavsburg) dokumentierte Ersetzung des wurzelschließenden Reibelauts /f/ durch den Verschlusslaut /b/ zeigt sich auch noch in einigen rezenten Diminutivformen (Eulsbach: Hebchen, Schannenbach: Hebche) und mündlich (Hausen). Einer der FlN aus Götzenhain bezieht sich auf die Wiese eines Hofverwalters.

Zwetsche

Zu fnhd. zwetsche, zwetzschke ‚Prunus domestica‘, einer Entlehnung aus nordital., südostfrz. davascena. In Südhessen gilt gewöhnlich, wie im mündlichen Beleg aus Annelsbach, die Variante Quetsche. Zum Verhältnis von .qu und zw s. u. Zwerch. Historische Belege für die Varianten Zwetsche, Zwetschge und Quetsche liegen in den FlN nicht vor und auch für Pflaume reichen die ältesten FlN-Belege bloß bis ins 18. Jh. Heute wird nur im Süden und Westen des deutschen Sprachgebiets die frühe runde Pflaume von der späten länglichen Zwetschge sprachlich unterschieden.

Nachnutzung

Rechtehinweise

Hessisches Flurnamenarchiv – Prof. Dr. Hans Ramge, CC BY-SA 4.0

Zitierweise

Empfohlene Zitierweise

„Zwetsche-Hof: Zwetsche-Hof (Alberode)“, in: Hessische Flurnamen <https://lagis.hessen.de/de/orte/hessische-flurnamen/alle-eintraege/412104_zwetsche-hof> (aufgerufen am 31.10.2026)

Kurzform der URL für Druckwerke

https://lagis.hessen.de/resolve/de/fln/412104