Kohl-Eisen: ein koleisen
Beleg
Standard-Flurname
Kohl-Eisen
Belegort
Belegtyp
historisch
Quelle
Staatsarchiv Marburg, Messregister, 1758
Weitere Belege
Deutungen
Mittelhessisches Flurnamenbuch (Hans Ramge)
Eisen
Zu ahd. îsan, îsarn, mhd. îsen st.N. ‚Eisen‘. Meist beziehen sich die Namen auf die Bodenbeschaffenheit, dann insbesondere auch auf die Eisengewinnung (meist im Tagebau: Eisenkauten) bzw. auf die Eisenverarbeitung (Eisenhammer). - In Gießen, wo sich Eisen wohl auf die Wasserqualität bezieht, liegt mehrfach falsche Silbentrennung vor. Winkeleisen ist FormN.
Kohl
Meist zu ahd. kolo, mhd. kol sw. M. st.N. ‚Kohle‘. Die Namen deuten deshalb in der Regel auf alte Plätze zur Gewinnung von Holzkohle hin (Kohl-grube, -kaute, -hauk, -platz u.ä.) oder FormN nach einem dazu benötigten Werkzeug (Kohlaxt). Nur selten tritt Vermengung mit Kohl ‚Kraut‘ ein, am ehesten wohl bei den Kohlgärten und Kohläckern.
Südhessisches Flurnamenbuch (Hans Ramge)
Eisen
Zu ahd. îsan, îsarn, mhd. îsen st. N. ‚Eisen‘. Meist beziehen sich die Namen auf die Bodenbeschaffenheit, dann insbesondere auch auf die Eisengewinnung bzw. die Eisenverarbeitung. Der Abbau, die Verarbeitung und der Transport von Eisen vollzog sich vorwiegend im Mümling-Tal. In Verbindung mit Gewässern (Eisenbörn) kann auch der saure, eisenartige Geschmack namengebend gewesen sein; Eisenhut in Seligenstadt deutet auf einen FormN oder FamN hin. In Zotzenbach scheint der Name in neuer Zeit umgestaltet zu sein.
Kohl
Meist zu ahd. kolo, mhd. kol sw. M. st. N. ‚Kohle‘. Die Namen deuten dann auf alte Kohlenmeiler hin, so genannte Kohlplatten
Nachnutzung
Rechtehinweise
Hessisches Flurnamenarchiv – Prof. Dr. Hans Ramge, CC BY-SA 4.0
Zitierweise
Empfohlene Zitierweise
„Kohl-Eisen: ein koleisen (Gellershausen)“, in: Hessische Flurnamen <https://lagis.hessen.de/de/orte/hessische-flurnamen/alle-eintraege/385256_ein-koleisen> (aufgerufen am 03.11.2026)
Kurzform der URL für Druckwerke
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