Sau-Suhle: DIE, AUF DER SAUSUHLE [uf də saʊsuːl]
Deutungen
Mittelhessisches Flurnamenbuch (Hans Ramge)
Sau
Die Namen beziehen sich durchweg auf die Schweinehaltung: ahd. mhd. sû st. F. ‚Sau‘ und bezeichnen Aufenthaltsorte und Wege (Saubrücke) über die die Tiere getrieben wurden. Zuweilen war auch das Wildschwein namengebend. Die FlN Saumagen und Saurüssel beziehen sich hingegen auf die Grundstücksform. Saureuse bezieht sich auf einen Ort, an dem Schweine reusen ‚wühlen‘.
Suhle
Der nur rezent belegte FlN bezeichnet sehr wahrscheinlich eine Suhle, einen ‚Sumpf, in dem sich Wild zur Kühlung wälzt‘ oder eine feuchte Stelle auf der Weide. Das Wort ist erst seit dem 17. Jahrhundert belegt.
Südhessisches Flurnamenbuch (Hans Ramge)
Sau
Die Namen beziehen sich durchweg auf die Schweinehaltung: ahd. mhd. sû st. F. ‚Sau‘. Bei manchen Namen wie Saufang war das Wildschwein namengebend, bei manchen wie bei Saulache und Sauwuhl kommen beide Möglichkeiten in Betracht. Die Bedeutung der Schweinehaltung spiegelt sich auch in den verschiedenartigen FormN, die sich auf das Schwein beziehen, vor allem Saumagen (ein junger Name), Saukopf und Sauschwanz. Der FlN in Hetschbach erinnert an einen Schweinehirten namens Valentin und die ihm überlassene Nutzung.
Hessischer Flurnamenatlas (Hans Ramge)
Sohl n. m. (f.) / Suhle f.
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Hierunter sind zwei Namen mit gleichem Sachbezug, aber unterschiedlicher Etymologie abgebildet, die wegen ihrer lautlichen Ähnlichkeit im Gesamtbestand nicht sauber voneinander getrennt werden können.
Sohl, in allen Genera vertreten, doch vorwiegend mask. und neutr., ist bereits ahd. belegt: sol st.n. ,sumpfige Stelle, Suhle, Lache‘ (Schützeichel 177), mhd. sol, söl st.n.m. ,Kotlache, worin sich das Wild zu wälzen pflegt‘ (Lexer 2, 1051); in Namen faktisch nicht zu trennen von Sole, mhd. sul, sol st.f. (Lexer 2, 1292; vgl. Weigand/Hirt 2, 884; Kluge/Mitzka 714) ‚Salzwasser, -brühe‘, das aber in hessischen FlN kaum vorzukommen scheint.
Die Suhle, auch „Sühle f., auch suhl m.f.n. ,Kotlache, sumpfige Stelle im Walde, in der sich das Wild, besonders das Wildschwein, zur Kühlung wälzt‘ zum Verb suhlen, sühlen ist erst im Nhd. bezeugt“ (DWB 20 [X, VI], 1007; vgl. Weigand/Hirt 2, 1007; Kluge/Mitzka 763). In FlN bezieht sich der Name auf solche Bodenstellen, aber auch auf stehende Gewässer ohne Abfluß (Dittmaier 308; Leithaeuser 151).
Für Hessen weist Vilmar 387 eigens darauf hin, daß Sol „jetzt nur noch als Eigenname bruchiger, sumpfiger Waldorte vorhanden, aber sehr häufig“ sei und daß im Wortgebrauch die Suhle üblich sei, nur selten das Suhl (vgl. Crecelius 789). KehreinWb 400 erwähnt nur Sulch m. ,Morast‘ (vgl. KehreinNb 555; v. Pfister 293). Heute scheint Sohl im Sprachgebrauch nicht mehr vorzukommen. In den dialektalen Formen der Namen ist die Vokaldehnung oft unterblieben, so daß /so:l/, /sol/, /su:l/, /sul/ als Hauptvarianten nebeneinander bestehen, im Diminutiv und Plural umgelautet.
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Die Eingrenzung der Namenmenge weist Unsicherheitsfaktoren auf:
1. Problematisch ist insbesondere die Ausgrenzung der Sale(n)-Namen und deren umgelauteter Varianten, die vorwiegend zu mhd. salhe ‚Salweide, salix‘ (Lexer 2, 583), vereinzelt wohl auch zu Sal ,Herr-‘ zu stellen sind (anders Arnold 521), manchmal aber auf Sohl zurückgehen könnten. Namen mit /a/ und /e, ä/ blieben deshalb unberücksichtigt.
2. Schwierig ist die Abgrenzung gegen Alen (→ Hessischer Flurnamenatlas, Karte 58), wenn der Name als GT auftritt, der BT ein genitivisches /s/ enthält und die Dialektform nicht vereindeutigt. In diesen Fällen mußte aufgrund des Kombinationstyps nach Wahrscheinlichkeit entschieden werden.
3. Im Einzelfall sind Vermengungen mit kontrahierten Formen anderer Namen (z. B. Sadel (→ Hessischer Flurnamenatlas, Karte 54)) nicht auszuschließen.
Aus: Hessischer Flurnamenatlas, Karte 116
Nachnutzung
Rechtehinweise
Hessisches Flurnamenarchiv – Prof. Dr. Hans Ramge, CC BY-SA 4.0
Zitierweise
Empfohlene Zitierweise
„Sau-Suhle: DIE, AUF DER SAUSUHLE (Affhöllerbach)“, in: Hessische Flurnamen <https://lagis.hessen.de/de/orte/hessische-flurnamen/alle-eintraege/37489_die-auf-der-sausuhle> (aufgerufen am 04.11.2026)
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