Reid-Ruhe: REIDS RUHE
Deutungen
Mittelhessisches Flurnamenbuch (Hans Ramge)
Ruhe
Zu ahd. rôa, ruowa, mhd. ruowe, ruo st. F. ‚Ruhe‘. Die FlN verweisen auf zweierlei: Zum einen auf die hölzernen oder steinernen, abgestuften Gestelle am Wegesrand, auf denen Traglasten abgesetzt werden konnten; zum anderen auf schattige Stellen am Waldrand oder unter frei stehenden Bäumen, wo sich Hirten und Vieh zur Zeit der größten Mittagshitze ausruhten.
Südhessisches Flurnamenbuch (Hans Ramge)
Ruhe
Zu ahd. rôa, ruowa, mhd. ruowe, ruo st. F. ‚Ruhe‘. Die FlN verweisen auf zweierlei: Zum einen auf die hölzernen oder steinernen, abgestuften Gestelle am Wegesrand, auf denen Traglasten abgesetzt werden konnten; zum anderen auf schattige Stellen am Waldrand oder unter frei stehenden Bäumen, wo sich Hirten und Vieh zur Zeit der größten Mittagshitze ausruhten. Die historischen Belege weisen besonders im Stammauslaut starke Lautvarianz auf: Neben dem Hauchlaut /h/ kommen hier häufig auch die Reibelaute /x/ und /v/ sowie der Verschlusslaut /g/ vor.
Hessischer Flurnamenatlas (Hans Ramge)
Ried n.
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Das Ried, ahd. hriod n. (Graff 4, 1152), eigentlich hriot, riot 1 (DWB 14 [VIII], 913; Weigand/Hirt 2, 586; Kluge/Mitzka 599), mhd. riet st.n. (Lexer 2, 426) ,Schilfrohr, Sumpf-‚ Riedgras, damit bewachsener Grund‘ bezieht sich - ebenso wie das daraus gebildete Kollektivum Redich (< *rietich), ahd. riotahi n. (Graff 4, 1153), mhd. rietahe u. ä. st.n. (Lexer 2, 426) - in FlN auf Sumpf- und Wasserstellen mit verschiedenartigem Sumpfpflanzenbewuchs, von der Binse über das Riedgras bis zum Schilfrohr (SHessWb 4, 1396f.; HNassWb 2, 862f.; Crecelius 694; vgl. Dittmaier 246). Die Waldecker Wörterbücher führen Ried allerdings nicht an. Neben Ried ist auch das Kollektivum Riedich, wenn auch seltener, im Wortgebrauch belegt. „Ried“ ist darüber hinaus die Bezeichnung für die südhessische Ebene zwischen Bergstraße und Rhein.
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Ried, vor allem als BT und in Belegen mit Kurzvokal, kann in Einzelfällen mit umgelauteten Rad-Namen vermengt sein. Auszuscheiden waren die Belege mit fem. Genus. Sie gehören nach ihrem Vorkommensraum (in 5117d5 Eckelshausen MBK, 5118d1 Sterzhausen MBK, 5119a4 Schönbach MBK, 5119b1 Kirchhain MBK, 5124b1 Landershausen HRK, 5218b5 Ebsdorf MBK, 5318d7 Sichertshausen MBK) nicht zu mnd. rîde f. ‚kleiner Bach, Wasserlauf‘ (Schiller/ Lübben 3, 477; DWB l4 [VIII], 918; Dittmaier 247), aber auch kaum zu Reide ‚Stock zum Reinigen der Pflugschar und des Streichbretts‘ (Vilmar 325).
Da das ziemlich seltene Kollektivum Redich fast immer kurzvokalisch ist, ist es lautlich gleich mit Rettich. Dieses Wort scheint aber nicht namengebend zu sein, so daß alle Belege aufgenommen wurden.
Aus: Hessischer Flurnamenatlas, Karte 129
Nachnutzung
Rechtehinweise
Hessisches Flurnamenarchiv – Prof. Dr. Hans Ramge, CC BY-SA 4.0
Zitierweise
Empfohlene Zitierweise
„Reid-Ruhe: REIDS RUHE (Neukirchen)“, in: Hessische Flurnamen <https://lagis.hessen.de/de/orte/hessische-flurnamen/alle-eintraege/347704_reids-ruhe> (aufgerufen am 04.11.2026)
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