Specht-Lache: bey der Speßlache

Historischer Beleg aus Altheim  
Topografische Karten
KDR 100, TK25 1900 ff.
AEC416D7-3050-4A60-B27E-A826B70B90DD

Beleg

Standard-Flurname

Specht-Lache

Belegort

Belegtyp

historisch

Belegzeit

1738

Quelle

Staatsarchiv Darmstadt, C 4, Babenhausen 50.

Weitere Belege

Deutungen

Mittelhessisches Flurnamenbuch (Hans Ramge)

Lache

Lache kann sich in FlN auf zwei verschiedene Sachverhalte beziehen: Lache 1: Zu ahd. lah st. M., lahha sw. F. ‚Lache, Sumpf, Wassergraben‘, mhd. st. F., lache sw. st. F. ‚Lache, Pfütze, Sumpf, Sumpfwiese‘, nhd. Lache, ‚stehendes kleineres Gewässer, Pfuhl; sumpfige Wiese; niedrig gelegener, oft überschwemmter Landstrich; flache Geländevertiefung; stehendes Wasser in einem alten Flussbett‘. Lache 2: Zu mhd. lâche, lâchene sw. F., nhd. Lache ‚Einschnitt, Kerbe in den Grenzbaum oder -stein; Grenzzeichen‘. Zur Grenzmarkierung dienten im Mittelalter Einkerbungen in bestimmten, meist auffälligen und hochwüchsigen Bäumen (mhd. lâchboum st. M. ‚Grenzbaum‘) oder Steinen (mhd. lâchstein st. M. ‚Grenzstein‘). Im Untersuchungsgebiet scheint durchweg die Bedeutung Lache 1 namengebend zu sein. Dabei bezieht sich der Name in Einzelfällen sogar auf ein fließendes Gewässer wie im Falle der Oberlache in Gießen-Wieseck. Nur in einigen Namen mit Lache als BT könnte auch eine Grenzmarkierung Anlass zum Namen gegeben haben.

Specht

In den vorliegenden Fällen gehen die Namen aufgrund der Endung /-isch/ auf den häufigen FamN Specht zurück, der im Raum früh bezeugt ist.

Südhessisches Flurnamenbuch (Hans Ramge)

Specht

Die Namen gehen in der Regel auf das Vorkommen des Spechtes zurück: ahd. speht, speh, mhd. speht st. M.; in (nicht überprüfbaren) Einzelfällen vielleicht auch auf den häufigen FamN Specht. Die Belege ohne Reibelaut zeigen den Einfluss des mhd. Wandels /xs/ /s/, sofern keine Umdeutung aus Spiegel (s. d.) vorliegt, wie vielleicht in Altheim. Der Beleg von 1430 ist entsprechend als ‚Spechts-Wald‘ zu deuten. An ihm, der sich auf den Spessartskopf bei Gras-Ellenbach bezieht, knüpft die Diskussion an, ob der Spehtsharte des Nibelungenlieds (Strophe 967) hier zu suchen ist.

Hessischer Flurnamenatlas (Hans Ramge)

Lache

Karte 108

Nachnutzung

Rechtehinweise

Hessisches Flurnamenarchiv – Prof. Dr. Hans Ramge, CC BY-SA 4.0

Zitierweise

Empfohlene Zitierweise

„Specht-Lache: bey der Speßlache (Altheim)“, in: Hessische Flurnamen <https://lagis.hessen.de/de/orte/hessische-flurnamen/alle-eintraege/322207_bey-der-spesslache> (aufgerufen am 04.06.2026)

Kurzform der URL für Druckwerke

https://lagis.hessen.de/resolve/de/fln/322207