Koppe-Fang: Zwischen dem koppenfang

Historischer Beleg aus Stockstadt am Rhein  
Landkreis
Groß-Gerau
Topografische Karten
KDR 100, TK25 1900 ff.
AEC416D7-3050-4A60-B27E-A826B70B90DD

Beleg

Standard-Flurname

Koppe-Fang

Belegort

Belegtyp

historisch

Belegzeit

1560

Quelle

Staatsarchiv Darmstadt, C 3, Nr. 107.

Deutungen

Mittelhessisches Flurnamenbuch (Hans Ramge)

Fang

Zu mhd. vanc st. M. ‚Fang, das Auf-, Umfangende‘, ahd. in wintfang. Das Substantiv ist eine Ableitung vom starken Verb fangen. Namengebend waren zumeist Orte, an denen das Wild gefangen werden sollte.

Koppe

Wohl eine katasteramtliche Bildung zu nhd. Kuppe, Koppe ‚stumpfe, runde Erhebung‘ in Umdeutung von Kopf (s.d.) oder gebrauchsüblichem Köppel (s.d.).

Südhessisches Flurnamenbuch (Hans Ramge)

Fang

Zu mhd. vanc st. M. ‚Fang, das Auf-, Umfangende‘, ahd. in wintfang. Das Substantiv ist eine Ableitung vom starken Verb fangen. Namengebend waren zumeist Orte, an denen das Wild gefangen werden sollte. Häufig ist die aus dem Plural hervorgegangene Form Fängen; Fengel in Gräfenhausen ist wohl Diminutiv1. Für das Kompositum Fanggraben ist darüber hinaus rhein. und pfälz. auch die Bedeutung ‚Bewässerungsgraben auf Wiesen und Weiden‘ bezeugt, die auch für die Belege im Ried zutrifft: Der GewN Fanggraben, links zur Modau, rechts zum Altrhein.

Hessischer Flurnamenatlas (Hans Ramge)

Koppe f.

1

Wahrscheinlich ist Koppe zu vergleichen mit ahd. chuppha f. ‚Kopf ‘ (Graff 4, 355), mhd. kupfe, gupfe sw. f. (Lexer l, 1788), als Formname aus lat. cuppa ,Becher‘ in der Bedeutung ‚Bergspitze, äußerstes Ende‘ entlehnt (Kluge/Mitzka 413). Das Wort taucht zuerst in den mitteldt. Mundarten auf (DWB 11 [V], 1784, 2771).

Den hessischen Idiotica ist Koppe nicht bekannt; die Nennung für Südhessen (SHessWb 3, 1670) ist wohl auf schriftsprachlichen Einfluß zurückzuführen; zumindest sind in diesem Gebiet keine FlN belegt. Ob die Form Kaupe als Nebenform zu Koppe/Kuppe zu verstehen ist (Arnold 342), ist nicht ganz sicher, doch wahrscheinlich, da es sich um Bergnamen handelt. Kaupe ist für die Wetterau bei E. Alberus belegt: kaup ‚apex, apiculus‘ ein kaupp uf des huns oder vogels heubt (DWB 11 [V], 360; vgl. Weigand/Hirt 1, 1014).

In FlN bezeichnet Koppe zumeist die ‚oberste Bergerhöhung‘ (Genzel 27).

2

Da eine Überschneidung mit den Mundartformen von Kapaun, Koppen, Kappen möglich ist (DWB 11 [V], 1783; SHessWb 3, 1674), wurden die Belege, in denen Koppe BT ist, nur berücksichtigt, wenn die Kombinationsform oder die topographische Lage die Aufnahme nahelegten.

Aus: Hessischer Flurnamenatlas, Karte 78

Nachnutzung

Rechtehinweise

Hessisches Flurnamenarchiv – Prof. Dr. Hans Ramge, CC BY-SA 4.0

Zitierweise

Empfohlene Zitierweise

„Koppe-Fang: Zwischen dem koppenfang (Stockstadt am Rhein)“, in: Hessische Flurnamen <https://lagis.hessen.de/de/orte/hessische-flurnamen/alle-eintraege/288487_zwischen-dem-koppenfang> (aufgerufen am 04.11.2026)

Kurzform der URL für Druckwerke

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