Gott-Bette: DIE GOTHS BETTE [gouth bette]
Deutungen
Mittelhessisches Flurnamenbuch (Hans Ramge)
Gott
Zu ahd. got(h) ‚Gott‘, mhd. got st. M. ‚der christliche Gott, Christus‘. Gottesacker ist eine verbreitete Bezeichnung für Friedhöfe, meist solche, die nicht neben der Kirche, sondern auf einem Feldstück außerhalb des Ortes liegen. In Gießen bezieht sich der Beleg auf den heutigen Alten Friedhof.
Südhessisches Flurnamenbuch (Hans Ramge)
Gott
Zu ahd. got(h) ‚Gott‘, mhd. fnhd. got st. M. ‚der christliche Gott, Christus‘ in Gottesacker und -wiesen: Dies sind verbreitete Namen für Friedhöfe, meist solche, die nicht neben der Kirche, sondern auf einem Feldstück außerhalb des Ortes liegen. Das Kompositum Gotteskandel ist hingegen undurchsichtig. Möglicherweise steckt im BT rhein. gote in der Bedeutung ‚enges, feuchtes Waldtal, Rinnsal‘ oder südhess. Göte ‚Abzugsrinne‘, das zu nhd. Gosse oder lat. gutta ‚Tropfen‘ gehört. Der GT kann an südhess. Kännel, Kannel, Kandel (s. d.) ‚(mit Steinen gefüllter) Abzugsgraben‘ angeschlossen werden. Zu gote stellt sich vielleicht auch Das Gotts Brünnel aus Lampertheim.
Hessischer Flurnamenatlas (Hans Ramge)
Bett n.f. / Beet n.f.
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Der in Hessen häufige FlN geht mit seinen beiden Hauptvarianten auf ahd. betti u. ä. st.n. ‚Lager, Bett‘ (Karg-Gasterstädt/Frings 1, 935ff.), auch ,Beet‘, mhd. bette, bet(t) st.n.‚ auch ,Feld-‚ Gartenbeet‘ (Lexer 1, 242) zurück. Die Wörter Beet und Bett haben also die gleiche Ausgangsform und wurden erst frühnhd. geschieden, wobei Beet wohl aus dem apokopierten mhd. bet entstanden ist (Weigand/Hirt 1, 176f.). „Die schriftsprachliche Scheidung von Beet und Bett scheint aus Mitteldeutschland zu stammen.“ (Kluge/Mitzka 59; vgl. DWB 1 [I], 1245). Daraus ergibt sich die Frage, ob die heutige Verteilung von Bett und Beet in hessischen FlN etwas zur Erhellung dieses (verhältnismäßig unklaren) sprachgeschichtlichen Befunds beitragen kann.
Als Wörter sind Beet und Bett in Hessen mit dem standardsprachlichen Bedeutungsunterschied natürlich allgemein gebräuchlich (SHessWb 1, 646, 738ff.). Als Maßeinheit von ¼ Juchart (DRWb 1, 1364) ist Bett/ Beet in Hessen nicht belegt.
In FlN beziehen sich Beet und Bett gleichermaßen auf ,Acker-, Gartenbeet‘ (Crecelius 154), nach H. Jäger 32f. auch auf Einheiten der Hochäcker. Von der Mitte nach Norden fortschreitend, tritt eine in den Wörterbüchern nicht belegte fem. Genusvariante die bette häufiger auf (ein historischer Beleg dafür E. 14. Jh.: Dittmaier 27). Es gibt jedoch keine sprachlichen und sachlichen Anhaltspunkte, daß diese fem. Form zu dem im nordöstlichen Niedersachsen vorkommenden die Beete ‚sumpfige Weide‘ gehört (Scheuermann 27; Hessmann 193f.).
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1. Abgrenzungsschwierigkeiten gegenüber Bett ,Bett‘ ergeben sich nicht, da Bett in dieser Bedeutung charakteristische Kombinationstypen (Bettzieche u. ä.) aufweist. Nicht berücksichtigt wurden Bett-FlN in der Bedeutung ,Bach-‚ Flußbett‘ (z. B. „Ohmbett“ 5118b4 Ginseldorf MBK), auch nicht die unsicheren Wasserbett, Flutbett.
2. Bei der Beet-Variante kann mhd. bëte ,Abgabe‘ (Lexer 1, 235) insbesondere bei Vorkommen im BT vorliegen. Sichere sprachliche Abgrenzungskriterien gibt es nicht; die Zahl der Zweifelsfälle ist aber gering und betrifft hauptsächlich die wenigen südhessischen Beet-Belege. Batten-(BD)-Namen wurden nicht aufgenommen, da nur ein Belegort (5426d2 Hilders FUL) im osthessischen Gebiet der Senkung /e/ > /a/ liegt.
Aus: Hessischer Flurnamenatlas, Karte 49
Nachnutzung
Rechtehinweise
Hessisches Flurnamenarchiv – Prof. Dr. Hans Ramge, CC BY-SA 4.0
Zitierweise
Empfohlene Zitierweise
„Gott-Bette: DIE GOTHS BETTE (Ginseldorf)“, in: Hessische Flurnamen <https://lagis.hessen.de/de/orte/hessische-flurnamen/alle-eintraege/278265_die-goths-bette> (aufgerufen am 04.11.2026)
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