Wind-Warte: AUF DER WINDWARTE
Deutungen
Mittelhessisches Flurnamenbuch (Hans Ramge)
Warte
Zu ahd. warta ‚Warte; Ausschauen‘, mhd. warte, wart st. F. ‚spähendes Ausschauen; Platz oder Gebäude, von dem aus gespäht, gelauert wird‘. Es handelt sich um eine Substantivbildung zu warten in der älteren Bedeutung ‚ausschauen‘. Die FlN beziehen sich teils auf Warttürme, von denen aus die umliegende Landschaft überblickt werden konnte, teils aber auch allgemein auf höher gelegene Orte, die als Ausschauplatz dienten. Wartbäume gelten daher als Wacht- oder Schlagbäume, doch es ist nicht klar, ob es sich hier ebenfalls um Aussichtspunkte oder eher um Grenzpunkte handelt.
Wind
Zu ahd. mhd. wint st. M. ‚Wind, Sturm, Windrichtung‘. Es handelt sich vor allem um solche Stellen, die in besonderem Maße zugig und dem Wind ausgesetzt waren. Die Windlücke ist ein (zugiger) Durchlass durch die Dorfbefestigung oder eine Landwehr. - Von den Windmühlen-Namen ist nur für Grüningen eine 1713 auf der Warte erbaute Windmühle gesichert, in Langsdorf und Garbenteich gab es wohl keine. Einige Komposita gehören wohl zum Verb winden und nehmen somit auf die Geländeform Bezug nehmen. Wennstrauch kann auch mit ‚wenden‘ in Zusammenhang stehen. Dass sich im einen oder anderen Namen die Volksbezeichnung Wenden verbirgt, ist nicht auszuschließen, da die Siedlung von Slaven in fränkisch-karolingischer Zeit im hiesigen Raum wahrscheinlich ist. Das zeigt z.B. der OrtsN Winnen (s.d.).
Südhessisches Flurnamenbuch (Hans Ramge)
Warte
Zu ahd. warta ‚Warte; Ausschauen‘, mhd. warte, wart st. F. ‚spähendes Ausschauen; Platz oder Gebäude, von dem aus gespäht, gelauert wird‘. Es handelt sich um eine Substantivbildung zu warten in der älteren Bedeutung ‚ausschauen‘. Die FlN beziehen sich teils auf Warttürme, von denen aus die umliegende Landschaft überblickt werden konnte, teils aber auch allgemein auf höher gelegene Orte, die als Ausschauplatz dienten. Wartbäume gelten daher als Wacht- oder Schlagbäume, doch es ist nicht klar, ob es sich hier ebenfalls um Aussichtspunkte oder eher um Grenzpunkte handelte.
Wind
Zu ahd. mhd. wint st. M. ‚Wind, Sturm, Windrichtung‘. Es handelt sich vor allem um solche Stellen, die in besonderem Maße zugig und dem Wind ausgesetzt waren. Im Winter (Balkhausen) ist umgedeutet aus Windhain
Hessischer Flurnamenatlas (Hans Ramge)
Warte f.
Die Warte, ahd. warta st.f. (Schützeichel 223), mhd. warte, wart st.f. u.a. ‚Platz oder Gebäude, von dem aus gespäht, gelauert wird‘ (Lexer 3, 696f.) ist Substantivierung zu warten ,aufpassen‘. Heute bezieht sich Warte vorzugsweise auf Warttürme, „entweder einzeln stehend auf einer Höhe oder mit sich anschließenden Burggebäuden ...“ (DWB 27 [XIII], 2116; vgl. Weigand/Hirt 2, 1213). Auch FlN beziehen sich oft auf solche Anlagen (am Wartturm u. ä.), häufiger jedoch allgemein auf einen ,hochgelegenen Ort, als Ausschauplatz dienend, Spähort‘ (Dittmaier 33l). In der allgemeinen Bedeutung entspricht der Name Wacht (→ Hessischer Flurnamenatlas, Karte 140).
Aus: Hessischer Flurnamenatlas, Karte 141
Nachnutzung
Rechtehinweise
Hessisches Flurnamenarchiv – Prof. Dr. Hans Ramge, CC BY-SA 4.0
Zitierweise
Empfohlene Zitierweise
„Wind-Warte: AUF DER WINDWARTE (Wettesingen)“, in: Hessische Flurnamen <https://lagis.hessen.de/de/orte/hessische-flurnamen/alle-eintraege/257840_auf-der-windwarte> (aufgerufen am 04.11.2026)
Kurzform der URL für Druckwerke
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