Wacht-Land: WACHTLAND
Weitere Belege
- beym wachtlande
Staatsarchiv Marburg, Steuerkataster, 1749
Deutungen
Mittelhessisches Flurnamenbuch (Hans Ramge)
Land
Zu ahd. lan, lant ‚Land, Gegend, Gebiet; Erde, Feld; Ufer‘, mhd. lant st.N. ‚Land, Erde, Gebiet, Heimat‘. Die Namen beziehen sich entweder ganz allgemein auf ein Stück Feld, Ackerland, urbare Fläche, oder sie heben auf den Unterschied zu einem benachbarten Gewässer ab. Das gilt besonders für die Namen, in denen Land GT ist. Land als BT kommt verhältnismäßig selten vor, hauptsächlich als Landstraße und als Landwehr, zu mhd. lantwer st. F., lantgewer(e) st. sw. F. (s. Lampert). Auch Landhege bezeichnet Landwehren, und die Landhöhe in Holzheim bezieht sich auf den Limes (Jung).
Wacht
Zu ahd. wahta ‚Wache, Nachtwache‘, mhd. waht st. F. ‚das Wachen; Ort, wo gewacht wird‘, einer Ableitung vom schwachen Verb wachen. In FlN kennzeichnet Wacht im allgemeinen Sinn einen hoch gelegenen Ort zum Ausschauhalten. In Albach hatte man von der Wachtmauer einen Überblick über das Dorf.
Südhessisches Flurnamenbuch (Hans Ramge)
Land
Zu ahd. lan, lant ‚Land, Gegend, Gebiet; Erde, Feld; Ufer‘, mhd. lant st. N. ‚Land, Erde, Gebiet, Heimat‘. Die Namen beziehen sich entweder ganz allgemein auf ein Stück Feld, Ackerland, urbare Fläche, oder sie heben auf den Unterschied zu einem benachbarten Gewässer ab, oder sie verweisen auf die Grenze bzw. den Besitz einer Territorialherrschaft. Namensimplizia sind äußerst selten; die einzige Singularform kommt im Namen eines Flurstücks an der Gemarkungsgrenze zwischen Siedelsbrunn und Wald-Michelbach vor, Pluralformen erscheinen in den historischen Belegen aus Langen, Schaafheim und Traisa. Allertshofen diese Namen weisen wohl auf nicht näher bestimmte Stücke Ackerland hin. Bei den zahlreichen Namenkomposita kommen einige Kombinationstypen besonders häufig vor. Landgraben ist oft der Name eines Grenzgrabens, der einzelne Feldstücke oder ganze Herrschaftsbereiche voneinander abtrennt (manchmal gleichbedeutend mit Landwehr), oft bezieht er sich auch auf einen der durch das Land ziehenden Be- oder (im Ried häufiger) Entwässerungsgräben, die seit der frühen Neuzeit angelegt wurden. Als GewN kommt Landgraben in drei Fällen vor: 1. links zur Weschnitz, 2. rechts zum Fanggraben, links zur Modau, 3. rechts zur Modau. Landdamm oder Landdeich heißt ein Hochwasserdamm (meist am Rhein), der das dahinter liegende Land vor Überflutung schützt. Als Landstraße (auch: Landweg) wird ein überörtlicher Verkehrsweg bezeichnet. Landhege (Groß-Gerau) und Landpfahl (Wolfskehlen) sind andere, seltenere Namen für eine Landwehr (s. d.)
Wacht
Zu ahd. wahta ‚Wache, Nachtwache‘, mhd. waht st. F. ‚das Wachen; Ort, wo gewacht wird‘, einer Ableitung vom schwachen Verb wachen. In FlN kennzeichnet Wacht im allgemeinen Sinn einen hoch gelegenen Ort zum Ausschauhalten. Das Kompositum Wachthaus verweist auf die Lage eines Flurstücks am Haus eines Nachtwächters.
Hessischer Flurnamenatlas (Hans Ramge)
Wacht f., Wache f.
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Die Wacht, ahd. wahta st.sw.f. ‚Wache, Nachtwache‘ (Schützeichel 219), mhd. wahte, waht st.f. ‚das Wachen, … Ort, wo gewacht wird‘ (Lexer 3, 644f.) ist Verbalsubstantiv zu wachen. Es ist die ältere Form gegenüber der jüngeren, aus dem Ostmitteldt. stammenden und durch den Einfluß der Luthersprache im Nhd. vorherrschend gewordenen Form die Wache, mhd. wache st.f. ‚die Wache‘ (Lexer 3, 624), hat sich aber vielfach dialektal gehalten und gilt seit den Freiheitskriegen eher als poetisch (DWB 27 [XIII], 159; Weigand/Hirt 2, 1194; Kluge/Mitzka 828). Auch in Hessen gilt noch heute Wacht als Wort, und Wache ist selten (HNassWb 4, 444, 449f.; Crecelius 887).
In FlN ist Wacht „meist ein hochgelegener Platz zum Ausschauhalten“ (Dittmaier 328) und entspricht damit Warte (→ Hessischer Flurnamenatlas, Karte 141). In Zusammensetzungen bezieht sich der Name aber auch auf innerörtliche Wachanlagen (Hauptwache) oder solche am Ortsrande (Wachtmauer).
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Auszusondern ist vor allem der in Westhessen vertretene Name Wachhecke, der hier als Bezeichnung für den Wacholder verbreitet ist (HNassWb 4, 444f.; KehreinWb 436).
Aus: Hessischer Flurnamenatlas, Karte 140
Nachnutzung
Rechtehinweise
Hessisches Flurnamenarchiv – Prof. Dr. Hans Ramge, CC BY-SA 4.0
Zitierweise
Empfohlene Zitierweise
„Wacht-Land: WACHTLAND (Lippoldsberg)“, in: Hessische Flurnamen <https://lagis.hessen.de/de/orte/hessische-flurnamen/alle-eintraege/245996_wachtland> (aufgerufen am 04.11.2026)
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