Renn-Pfad: neben dem Rendpfaht
Beleg
Standard-Flurname
Renn-Pfad
Belegort
Belegtyp
historisch
Belegzeit
1662
Quelle
Staatsarchiv Darmstadt, F 24, B.
Deutungen
Mittelhessisches Flurnamenbuch (Hans Ramge)
Pfad
Zu ahd. p(h)ad, mhd. phat st. M.N. ‚Fußweg, Pfad‘, das vielleicht eine Entlehnung aus griech. patos ‚Weg‘ ist.
Renn
Die Namen gehören zu ahd. renniweg, mhd. rennewec st. M. ‚Rennweg‘, einer alten Bezeichnung für Fernwege, die für den schnellen Verkehr (besonders für Reiter) geeignet waren. Die meisten Belege weisen Hebung /e/ > /i/ auf. Auch der Rinnschlag in Krofdorf-Gleiberg gehört hierher; denn er liegt am Waldrand an der alten Weinstraße (s.d.) und weist vermutlich auf eine Straßensperre hin.
Südhessisches Flurnamenbuch (Hans Ramge)
Pfad
Zu ahd. p(h)ad, mhd. phat st. M. N. ‚Fußweg, Pfad‘, das vielleicht eine Entlehnung aus griech. pátos ‚Weg‘ ist. Neben der standardsprachlichen Form mit anlautendem /pf/ aus /p/ stehen in der Mundart die Varianten /poːd/ und /peːd/. Die Belege aus FGesäß können daher als Diminutivformen hier angeschlossen werden.
Renn
Die Namen sind unterschiedlicher Herkunft, wobei die genaue Zuordnung der Einzelbelege aber zumeist nicht möglich ist. Einige Namen verweisen wohl auf Örtlichkeiten, wo Turniere bzw. Pferderennen stattfanden (Rennwiese; auch Rennberg). Andere sind als Nebenformen von Rinne (s. d.) aufzufassen, in denen der Stammvokal zu /e/ gesenkt ist, oder von Rind, in denen zusätzlich der auslautende Dental ausgefallen bzw. an den vorhergehenden Nasal assimiliert worden ist (Auerbach, Ober-Klingen, Wallerstädten). In einer Rindgrube wurde das verendete Vieh vergraben.
Nachnutzung
Rechtehinweise
Hessisches Flurnamenarchiv – Prof. Dr. Hans Ramge, CC BY-SA 4.0
Zitierweise
Empfohlene Zitierweise
„Renn-Pfad: neben dem Rendpfaht (Schönberg)“, in: Hessische Flurnamen <https://lagis.hessen.de/de/orte/hessische-flurnamen/alle-eintraege/23140_neben-dem-rendpfaht> (aufgerufen am 03.11.2026)
Kurzform der URL für Druckwerke
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