Büchse-Kopf: vor dem buechsenkopf

Historischer Beleg aus Balhorn  
Gemeinde
Bad Emstal
Landkreis
Kassel
Topografische Karten
KDR 100, TK25 1900 ff.
AEC416D7-3050-4A60-B27E-A826B70B90DD

Beleg

Standard-Flurname

Büchse-Kopf

Belegort

Belegtyp

historisch

Quelle

Staatsarchiv Marburg, Flurbuch, 1746

Weitere Belege

Deutungen

Mittelhessisches Flurnamenbuch (Hans Ramge)

Büchse

Der Kombinationstyp Büchsenbein macht eindeutig, dass Büchse hier i.S. v. ‚Hose‘ verwendet wird: Die Stücke sind nach der Form eines Hosenbeins benannt. Büchse in dieser Bedeutung ist niederdt. Ursprungs und taucht in den hochsprachlichen Wörterbüchern nicht auf, wohl aber in hessischen; dort als ‚scherzhaft‘ und eigentlich nicht üblich im Gebrauch gekennzeichnet. Südhessen kennt das Wort nicht.

Kopf

Zu ahd. kopf ‚Becher, Hinterkopf‘, mhd. kopf st. M. ‚Becher, Hirnschale, Haupt‘, wohl einer Entlehnung aus lat. cûpa, cuppa ‚Becher‘. Daneben steht der Diminutiv Köpfchen. (1) In den FlN kann die Bedeutung ‚kleine Erderhöhung, rundlicher Hügel, Bergkuppe‘, aber auch ‚äußerstes Ende‘ und in diesem Sinne ‚der an der Schmalseite eines Ackers angrenzende Nachbarsacker‘ und wohl auch ‚Pflugwendestelle‘ vorliegen. (2) In Verbindung mit Tierbezeichnungen im BT wie Esel-, Gans-, Gaul, Hase- handelt sich es sich hingegen um FormN nach der Grundstücksform.

Südhessisches Flurnamenbuch (Hans Ramge)

Büchse

Zu ahd. buhsa, mhd. bühse sw. st. F. ‚Dose aus Buchsholz‘. Da das Wort etymologisch an Buchs(baum) anzuschließen ist, liegt den FlN vielleicht ebenfalls ursprünglich eine Pflanzenbezeichnung zu Grunde. Andernfalls handelt es sich um einen FormN.

Kopf

Zu ahd. kopf ‚Becher, Hinterkopf‘, mhd. kopf st. M. ‚Becher, Hirnschale, Haupt‘, wohl einer Entlehnung aus lat. c¿pa, cuppa ‚Becher‘. Daneben steht das Diminutiv Köpfchen. In den FlN kann die Bedeutung ‚kleine Erderhöhung, rundlicher Hügel, Bergkuppe‘, aber auch ‚äußerstes Ende‘ und in diesem Sinne ‚der an der Schmalseite eines Ackers angrenzende Nachbarsacker‘ und wohl auch ‚Pflugwendestelle‘ vorliegen (Wallerstädten). Da die Bedeutung ‚Kopf, Haupt‘ als Hauptbedeutung noch jung ist, treten auch die FlN mit einer Ausnahme erst rezent hervor. Beim ältesten Beleg (Lindenfels, 1774) handelt es sich um eine Hangburg am Südhang des Schenkenbergs1.

Nachnutzung

Rechtehinweise

Hessisches Flurnamenarchiv – Prof. Dr. Hans Ramge, CC BY-SA 4.0

Zitierweise

Empfohlene Zitierweise

„Büchse-Kopf: vor dem buechsenkopf (Balhorn)“, in: Hessische Flurnamen <https://lagis.hessen.de/de/orte/hessische-flurnamen/alle-eintraege/227385_vor-dem-buechsenkopf> (aufgerufen am 04.11.2026)

Kurzform der URL für Druckwerke

https://lagis.hessen.de/resolve/de/fln/227385