Schau-Hecke: in der Schausheke

Historischer Beleg aus Höchst i. Odw.  
Gemeinde
Höchst i. Odw.
Landkreis
Odenwaldkreis
Topografische Karten
KDR 100, TK25 1900 ff.
AEC416D7-3050-4A60-B27E-A826B70B90DD

Beleg

Standard-Flurname

Schau-Hecke

Belegort

Belegtyp

historisch

Belegzeit

1805

Quelle

Staatsarchiv Darmstadt, C 4, Breuberg Nr. 5.

Deutungen

Mittelhessisches Flurnamenbuch (Hans Ramge)

Hecke

Zu ahd. hegga ‚Wall, Schanze‘, mhd. hecke, hegge, heck st. sw. F. ‚Hecke‘; bedeutet in den westmitteldt. Dialekten nicht nur ‚lebender Zaun‘, sondern auch ‚Gebüsch, Gestrüpp; Buschwald‘. Die FlN beziehen sich in erster Linie auf künstlich gezogene, lebende Umzäunungen, die zur Eingrenzung von Flurstücken oder, in älterer Zeit, zur klein - wie großräumigen Befestigung dienten: Dörfer und Gehöfte waren oft von Hainbuchenzäunen umgeben, Landwehren aus undurchdringlichen Heckenstreifen, sog. Gebücken (s.d.), gebildet. Daneben verweisen viele Namen aber auch auf einzeln stehendes Strauchwerk und Dorngestrüpp in der Feldflur, vor allem aber auch forstlich genutzte Waldstücke mit Busch- oder Niederwald. Bei den älteren Namen ist eine sichere Unterscheidung zwischen Hecke und dem verwandten Hege nicht immer möglich.

Schau

Wahrscheinlich zum sw. Verb ahd. scouwôn, mhd. schouwen ‚schauen, sehen, erblicken‘. Der FlN Schautanz in Mainzlar bezeichnet den ehemaligen Tanzplatz. Die Kombinationsform und der unterschiedliche Artikelgebrauch legen allerdings nahe, dass eine Umdeutung stattgefunden hat, dennSchautanz für ‚Ballett‘ ist eine Verdeutschung Campes, die sich nicht durchgesetzt hat.

Südhessisches Flurnamenbuch (Hans Ramge)

Hecke

Zu ahd. hegga ‚Wall, Schanze‘, mhd. hecke, hegge, heck st. sw. F. ‚Hecke‘, bedeutet in den westmitteldt. Dialekten nicht nur ‚lebender Zaun‘, sondern auch ‚Gebüsch, Gestrüpp; niederer Buschwald‘. Die FlN beziehen sich in erster Linie auf künstlich gezogene, lebende Umzäunungen, die zur Eingrenzung von Flurstücken oder, in älterer Zeit, zur klein- wie großräumigen Befestigung dienten: Dörfer und Gehöfte waren oft von Hainbuchenzäunen umgeben, Landwehren aus undurchdringlichen Heckenstreifen, sog. Gebücken (s. d.) gebildet (vgl. z. B. Eberstadt). Daneben verweisen viele Namen aber auch auf einzeln stehendes Strauchwerk und Dorngestrüpp in der Feldflur, vor allem aber auf forstlich genutzte Waldstücke mit Busch- oder Niederwald. Bei den älteren Namen ist eine sichere Unterscheidung zwischen Hecke und dem verwandten Hege nicht immer möglich (s. Leeheim, Trebur). An Verkleinerungsformen erscheinen sowohl Heckel als auch die Weiterbildung Heckelchen.

Schau

Die Schau- und Scheu-Formen des BT stehen nebeneinander, wie auch die Erwähnung einer Schewbecher bricken 1526 in Groß-Bieberau belegt1. Grundlage ist deshalb ahd. sciuhen, scûhen, mhd. schiuhen, schiuwen sw. V. trans. ‚scheu machen, erschrecken‘, intrans. ‚sich scheuen, Scheu empfinden‘, wobei im Mitteldt. // / // (vor /v/) weiter zu /ɑʊ/ diphthongiert wurde. Der Schaubach, ein Bächlein rechts zur Gersprenz, im Grenzbereich zwischen Groß-Bieberau und Reinheim, verdankt seinen Namen deshalb sicher nicht seiner Scheu erregenden Wasserführung. Eher werden Ruinen einer dort gelegenen villa rustica und/ oder eines früh wüst gefallenen Hofes1 zu Schreckgeschichten Anlass gegeben haben.

Nachnutzung

Rechtehinweise

Hessisches Flurnamenarchiv – Prof. Dr. Hans Ramge, CC BY-SA 4.0

Zitierweise

Empfohlene Zitierweise

„Schau-Hecke: in der Schausheke (Höchst i. Odw.)“, in: Hessische Flurnamen <https://lagis.hessen.de/de/orte/hessische-flurnamen/alle-eintraege/172082_in-der-schausheke> (aufgerufen am 04.06.2026)

Kurzform der URL für Druckwerke

https://lagis.hessen.de/resolve/de/fln/172082