Ziege-Fiedel: die zigen fideln
Beleg
Standard-Flurname
Ziege-Fiedel
Belegort
Belegtyp
historisch
Belegzeit
1576
Quelle
Staatsarchiv Darmstadt, C 2, Nr. 178/5.
Weitere Belege
- AUF DER ZIEGENFIEDEL
- 1587: die Ziegennfiedelnn [Wiese]
Staatsarchiv Darmstadt, C 2, Nr. 178/3., fol. 119' - 1587: in Ziegenfiedelnn [Wiese]
Staatsarchiv Darmstadt, C 2, Nr. 178/3., fol. 120 - 1587: in Ziegenfiedeln [Wiese]
Staatsarchiv Darmstadt, C 2, Nr. 178/3., fol. 114
Deutungen
Mittelhessisches Flurnamenbuch (Hans Ramge)
Fiedel
Als FormN zu ahd. fidula, mhd. viedel(e) sw. F. ‚Geige‘. Der Fiedelbaum war vermutlich der Baum, von dem aus zum Tanz aufgespielt wurde.
Ziege
Zu ahd. ziga, mhd. zige sw. F. ‚Ziege‘. Es konkurrieren Formen mit Senkung von /i/ > /e/ und Formen mit Dehnung von mhd. /i/. Die Verteilung zwischen Geiß und Ziege hält sich in Mittelhessen in etwa die Waage. Die Namen beziehen sich meist auf Aufenthaltsorte für Ziegen, manchmal werden Tierteile metaphorisch als FormN verwendet (Horn, Schwanz, Kopf). - In Krofdorf/Rodheim a.d. Bieber erfolgte Umdeutung zu See.
Südhessisches Flurnamenbuch (Hans Ramge)
Fiedel
Als FormN zu ahd. fidula, mhd. videl(e) sw. F. ‚Geige‘.
Ziege
Zu ahd. ziga, mhd. zige sw. F. ‚Ziege‘. Es konkurrieren Formen mit Senkung von /i/ > /e/ und Formen mit Dehnung von mhd. /i/. Die geringe Zahl der historischen Belege zeigt, dass sich das Wort gegenüber dem in Südhessen vorherrschenden Geiß nicht hat durchsetzen können.
Hessischer Flurnamenatlas (Hans Ramge)
Ziege f., Zicke f.
- 1
Die Ziege, ahd. ziga sw.f. (Schützeichel 246), mhd. zige sw.f. ,Ziege‘ (Lexer 3, 1109) wurde als Wort „durch die Franken in die vorher einheitliche rechtsrheinische Geit-Fläche gebracht und setzte sich … in der Mitte und im Norden durch, nicht ohne im Süden wieder Boden an Geiß zu verlieren.“ (Kluge/Mitzka 882; für die Wortgeschichte vgl. DWB 31 [XV], 898ff.). Zur historischen und gegenwärtigen Verbreitung in Hessen → Geiß (K. 45).
In hessischen FlN stehen Formen mit Langvokal (/dsi:ge/) und Kurzvokal (/dsige/) nebeneinander, ohne daß entscheidbar wäre, ob die Kürze auf örtlich unterbliebene Dehnung des mhd. zige oder das besonders im Ostmitteldt. verbreitete Synonym Zicke (DWB 31 [XV], 880) zurückgeht.
- 2
Bei der Identifizierung bereiten nur die gekürzten Formen wie zi(:)- und ze(:)- Schwierigkeiten, weil hier Vermengung mit anderen Namen (z. B. /dsi:l/ ,Zeil(e)‘) nicht ausgeschlossen werden kann. Entschieden wurde nach dem Kombinationstyp.
Aus: Hessischer Flurnamenatlas, Karte 46
Nachnutzung
Rechtehinweise
Hessisches Flurnamenarchiv – Prof. Dr. Hans Ramge, CC BY-SA 4.0
Zitierweise
Empfohlene Zitierweise
„Ziege-Fiedel: die zigen fideln (Gontershausen)“, in: Hessische Flurnamen <https://lagis.hessen.de/de/orte/hessische-flurnamen/alle-eintraege/127144_die-zigen-fideln> (aufgerufen am 03.11.2026)
Kurzform der URL für Druckwerke
https://lagis.hessen.de/resolve/de/fln/127144