Burg Korbach

Burg Korbach
Basisdaten
Anfang des 18. Jahrhunderts plante Fürst Anton Ulrich von Waldeck einen Schlossneubau in Korbach und ließ dafür die gräfliche Burg abreißen. Die Korbacher Bürgen verkauften jedoch das für die Erweiterung nötige Bauland nicht. Als einziger Rest blieb der sogenannte Wollweberturm erhalten, der sowohl Teil der Burganlage als auch der Stadtbefestigung war.
Weitere Namen
Oberer Herrenhof
Turm, Herrschaftlicher
Wollweberturm
Ortstyp
Burg
Bezeichnung der Siedlung
- Herrenhof zu Korbach (1591-1594) [Hessisches Staatsarchiv Marburg Bestand 115/04 Nr. Korbach 476]
Lagebezug
etwa 15,5 km südwestlich von Arolsen
Lage
Die landgräfliche Burg lag im Nordwesten der Korbacher Neustadt unweit der Nikolaikirche (Hagenstraße).
Geschichte
Burggeschichte
In Korbach existierte vermutlich schon in karolingischer Zeit ein befestigter Hof (curtis). Kaiser Otto II. übergab den Korbacher Königshof 980 dem Stift Corvey. Seit Mitte des 13. Jahrhunderts gehörte die Stadt den Grafen von Waldeck, seit 1441 stand sie unter der Oberlehenshoheit der hessischen Landgrafen. Die Waldecker besaßen in der Altstadt nahe der Kilianskirche ein Haus mit Hof, das Graf Otto und Gräfin Sophia 1298 dem Kloster Bredelar verkauften (domum nostram cum area tota sitam iuxta ecclesiam in veteri oppido nostro Corbike, Urkunden Kloster Bredelar, S. 121-122, Nr. 164, seitdem Mönchehof genannt). Zum Besitz der Grafen gehörten mehrere Häuser in Korbach sowie die Burg in der Korbacher Neustadt. Der Anfang des 18. Jahrhunderts von Fürst Anton Ulrich von Waldeck nach Plänen Julius Ludwig Rothweils geplante Neubau des Schlosses kam nicht zustande, da Korbacher Bürger sich weigerten, dem Fürsten das für die Erweiterung nötige Bauland zu verkaufen.
Ersterwähnung
1370
Laufzeit
Mitte 13. Jahrhundert–Anfang 18. Jahrhundert
Besitzgeschichte
Die Burg war im Besitz der Grafen von Waldeck.
Abgang
Fürst Anton Ulrich von Waldeck ließ die Burg 1715/16 abreißen, um ein neues Schloss bauen zu lassen.
Bau und Baugeschichte
Baugeschichte
Die Korbacher Burg wurde vermutlich in der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts erbaut. Nach dem Stadtbrand von 1536 ließ Graf Wolrad II. von Waldeck die Burg bis 1544 wieder aufbauen, weitere Um- und Erweiterungsbauten wurden 1591, 1625 und 1669 vorgenommen. Der 1505 erbaute Turm neben der Burg wurde 1901 von Landbaumeister Wilhelm Müller (1851-1928) renoviert und zu Wohnzwecken umgebaut. Nach Abriss des alten Schlosses begannen 1716 die Arbeiten am Fundament des Neubaus, die jedoch bald eingestellt wurden.
Baubeschreibung
Das unter Graf Wolrad II. im 16. Jahrhundert errichtete Schloss war ein dreistöckiger Renaissancebau mit 23 Räumen.
Erhaltungszustand
Letzter Rest der Burg ist ein Rundturm, der sowohl Teil der Stadtbefestigung als auch der Burganlage war.
Burgtyp
Bautyp
Niederungsburg
Rechtstyp
Herrenhaus; Lehnsburg
Funktionstyp
Wohnsitz; Stadtburg
Nachweise
Quellen
- Grund- und Aufrisse des Hauses am oberen Herrenhof zu Korbach [1600-1620], Hessisches Staatsarchiv Marburg Bestand Karten Nr. P II 14708
Literatur
- Medding, Korbach, bes. S. 136
- Bau- und Kunstdenkmäler Kassel N.F. 3, S.133 f. (online)
- Wolkers, Korbach
- Dehio, Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler. Hessen I, S. 515 f., 522
- Knappe, Burgen in Hessen, S. 121 f.
Siehe auch
Weitere Angebote in LAGIS (Lageort)
Orte
- Hessische Flurnamen
- Historische Kartenwerke
- Jüdische Friedhöfe
- Topografie des Nationalsozialismus in Hessen
- Historisches Ortslexikon
- Synagogen in Hessen
- Topografische Karten
- Urkataster+
Personen
Quellen und Materialien
Zitierweise
Empfohlene Zitierweise
„Burg Korbach“, in: Burgen, Schlösser, Herrenhäuser <https://lagis.hessen.de/de/orte/burgen-schloesser-herrenhaeuser/alle-eintraege/7574_burg-korbach> (aufgerufen am 15.06.2026)
Kurzform der URL für Druckwerke
https://lagis.hessen.de/resolve/de/bg/7574
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