Burg Schenkwald

Die Lage von Schenkwald im Orthofoto
Basisdaten
Die Familie von Schenkwald gehörte zum Uradel des Buchenlandes. Sie waren Ministerialen der Abtei Fulda und hatten das Schenkenamt vermutlich von den Landgrafen von Thüringen als deren Afterlehen erhalten. Auf der bewaldeten Kuppe des Schenkelsberg sind heute nur noch geringe Reste der ehemaligen Burg zu erkennen. Die Burg wechselte mehrfach ihre Besitzer, verfiel wohl schon im 14./15. Jahrhundert.
Historische Namensformen
- Scenkenwalt, Heric de (1268) [Kopiar 14.-16. Jhdt. HStAM Best. Kopiar Nr. 450, fol. 4 v, vgl. Ascher, Ortsnamen des Landkreises Fulda, S. 480]
- castrum Scheinkenwalt (1300) [HStAM Best. Urk. 75 Nr.178, vgl.Ascher, Ortsnamen des Landkreises Fulda, S. 480]
Ortstyp
Burg
Lagebezug
15 km nordöstlich von Fulda
Lage
In der Nähe der alten Straße "Antsanvia" in Spornlage auf einer heute bewaldeten Bergkuppe, dem Schenkelsberg, nördlich von Hünfeld gelegen.
Geschichte
Burggeschichte
1268 wurde erstmals ein Vertreter der Familie mit Heinrich von Schenkwald erwähnt. Er entstammte dem Uradel des Buchenlandes und hatte das Schenkenamt von den Landgrafen von Thüringen zu Lehen erhalten. Die Äbte von Fulda hatten 1178 das Hofamt der Schenken an die Landgrafen übergeben. Um die alte Handelsstraße Antsanvia zu kontrollieren, errichteten die von Schenkwald eine Burg im Schenkenwald hoch über der Haune. Sie dienten den Äbten von Fulda als Ministerialen. 1271 hatte sich Gyso von Schenkwald an der Ermordung des Fuldaer Abtes, Bertho II. von Leibholz, beteiligt und musste als Strafe seine Burg an die von Henneberg abtreten. Das "castrum Schenkenwalt" wurde 1300 von Henneberg an Fulda verkauft. Die Fuldaer Äbte haben die Burg daraufhin wieder an die von Schenkenwald als Lehen übergeben, 1325 endgültig erworben und den Rittern als Ersatz ein Lehnsgut auf dem Kornberg übergeben.
Die Burg verlor ihre Bedeutung und verfiel im 14./15. Jahrhundert. Die Familie von Schenkenwald starb 1511 aus.
Ersterwähnung
1268
Bau und Baugeschichte
Baugeschichte
Über den Bau und das Aussehen der Burg liegen keine Informationen vor. Für den Straßenbau in 1920 wurden letzte Mauerreste abgetragen.
Burgtyp
Bautyp
Spornburg
Rechtstyp
Ministerialensitz
Funktionstyp
Adelssitz
Nachweise
Literatur
- Ascher, Ortsnamen des Landkreises Fulda, S. 480-481
- Knappe, Burgen in Hessen, S. 200
- Witzel, Die fuldischen Ministerialen, S. 75, S. 197-198
- Historisches Ortslexikon Kurhessen, S. 423
- Illgner, Die Geschichte des Adels im Kreise Hünfeld. In: Fuldaer Geschichtsblätter 10, 1911, S. 170
- Illgner, Ueber Burgen und sonstiges ehemaliges Befestigungswesen im Kreise Hünfeld. In: Fuldaer Geschichtsblätter 10, 1912, S. 92
- Lübeck, Untergegangene Orte des Kreises Hünfeld. In:
Fuldaer Geschichtsblätter#04683740X
- Erwin Sturm, Die Bau- und Kunstdenkmäler des Fuldaer Landes, Bd. II: Die Bau- und Kunstdenkmale des Kreises Hünfeld, Fulda 1971, S. 164.
- August Weber, Die Geschichte der Stadt Hünfeld, Fulda 1951, S. 36
EBIDAT
Siehe auch
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Personen
Quellen und Materialien
Zitierweise
Empfohlene Zitierweise
„Burg Schenkwald“, in: Burgen, Schlösser, Herrenhäuser <https://lagis.hessen.de/de/orte/burgen-schloesser-herrenhaeuser/alle-eintraege/6866_burg-schenkwald> (aufgerufen am 30.10.2026)
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