Löwenburg

Die Lage von Löwenburg im Orthofoto
Basisdaten
Die Löwenburg wurde am Ende des 18. Jahrhunderts als künstliche Burgruine errichtet, die nach dem Willen ihres Erbauers, Landgraf Wilhelm IX. von Hessen die Zeit des Mittelalters wieder beleben sollte. Seine Burg ließ der reiche hessische Fürst mit einem Bergfried, Türmen und Mauern im neogotischen Stil ausbauen. Er nutzte sie als privaten Rückzugsort und er wurde 1821 hier begraben. Im Zweiten Weltkrieg wurde die Anlage stark zerstört. Durch eine große umfassende Sanierung in der Zeit von 2005 bis 2022 wurde die Burg wiederhergestellt.
Weitere Namen
Felsenburg
Historische Namensformen
- Löwenburg (1706-1816) [HStAM Best. 300 Nr. E 12/10]
- Ritterschloß zu Weißenstein (um 1794-1795) [StadtA KS Best. E 11 Nr. 434]
- Löwenburg (1798-1849) [HStAM Best. 300 Nr. B 29/1]
- Löwenburg (1799) [HStAM Best. 4 b Nr. 812]
Ortstyp
Schloss
Lagebezug
6,4 km westlich von Kassel
Lage
0,6 km südwestlich von Bad Wilhelmshöhe im Bergpark Wilhelmshöhe in Kassel am Ostrand des Habichtswaldes.
Geschichte
Burggeschichte
Landgraf Wilhelm IX. von Hessen, seit dem Wiener Kongress Kurfürst von Hessen, beauftragte 1793 seinen Architekten Heinrich Christoph Jussow mit dem Bau einer mittelalterlichen Burganlage im Stile der Neogotik. Diese "Felsenburg" sollte als Ruine mit Bergfried, Mauern und Zugbrücke das Leben der Ritter wieder aufleben lassen. Der Aufbau dauerte bis 1801; die Anlage wurde in Löwenburg umbenannt. Sie diente dem Kurfürsten als Wohnsitz für sich und seine Geliebte, Karoline von Schlotheim, die spätere Reichsgräfin Hessenstein. 1821 wurde er in einer Gruft unter der Burgkapelle bestattet. Das Schloss war mit allem Komfort ausgestattet, als Fenster wurden viele gotische Glasfenster aus der Stadtkirche in Hersfeld eingebaut. Im Zweiten Weltkrieg wurde die Löwenburg stark zerstört.
Bau und Baugeschichte
Baugeschichte
Die Höhenburg, genannt Felsenburg, wurde ab 1793 als Nachahmung einer mittelalterlichen Ritterburg und bewusst als künstliche Ruine errichtet. Neben der Turmruine entstand eine komplette vierflügelige Burganlage um einen Innenhof. Als Baumaterial diente der dunkle Habichtswälder Basalttuffstein, der schon im 19. Jahrhundert Schäden zeigte. Repräsentative Wohn- und Aufenthaltsräume für die fürstliche Familie und Gäste waren barock ausgestaltet; dazu gehörten eine Bibliothek, ein Ritterordenssaal, Marstall, Rüstkammer, Vogtei und Wirtschaftsgebäude. In der Burgkirche ließ sich der Kurfürst seine Grabstätte anlegen.
Baubeschreibung
Die Quelle Ritterschloß zu Weißenstein (um 1794-1795) [StadtA KS Best. E 11 Nr. 434] zeigt das erste Bauprojekt der "Felsenburg", das im Dezember 1793 begonnen wurde, vermutlich schon mit den 1794 angefügten Räumen neben dem Hauptturm. Der Ausbau zur Vierflügelanlage ist anscheinend noch nicht begonnen, die Umbenennung in "Löwenburg" noch nicht vollzogen.
Burgtyp
Bautyp
Schloss
Funktionstyp
Residenz
Nachweise
Literatur
GND-Nummer
Siehe auch
Weitere Angebote in LAGIS (Lageort)
Orte
- Hessische Flurnamen
- Historische Kartenwerke
- Topografie des Nationalsozialismus in Hessen
- Historisches Ortslexikon
- Topografische Karten
Personen
Quellen und Materialien
Zitierweise
Empfohlene Zitierweise
„Löwenburg“, in: Burgen, Schlösser, Herrenhäuser <https://lagis.hessen.de/de/orte/burgen-schloesser-herrenhaeuser/alle-eintraege/2453_loewenburg> (aufgerufen am 01.11.2026)
Kurzform der URL für Druckwerke
https://lagis.hessen.de/resolve/de/bg/2453