Schloss Philippseck

Schloss Philippseck in der Zeichnung Valentin Wagners, 1633
Basisdaten
Bauliche Reste des festungshaften Schlosses Philippseck haben sich nicht erhalten. Erbaut in den Jahren 1626 bis 1628 wurde die Anlage keine 150 Jahre später wieder abgebrochen. Das Schloss war seit Mitte des 18. Jahrhunderts baufällig und eine Instandsetzung zu teuer. Pläne und Zeichnungen aus dem 17. und 18. Jahrhundert vermitteln jedoch einen recht guten Eindruck von der streng geometrischen Dreiecksanlage - einer Form, die im Festungsbau eigentlich vermieden wird (spiztwinklige Eckbastionen bieten zu wenig Platz für Geschütze und sind zudem bei Beschuss besonders gefährdet). Die Entwürfe zum Schloss stammten von seinem Namensgeber Philipp III. von Hessen-Darmstadt-Butzbach selbst, der dafür auf italienische Vorbilder zurückgriff. Laut Bauinschrift sollte das Schloss als „Pestfluchthaus“ dienen.
Ortstyp
Schloss; Festung
Lagebezug
knapp 7 km südwestlich von Butzbach
Lage
Das Schloss Philippseck befand sich in Spornlage nördlich des Ortskerns von Münster auf dem Gehberg, später Schlossberg genannt.
Geschichte
Laufzeit
1626-1628–1773/1774
Besitzgeschichte
Landgraf Philipp III. starb 1643 kinderlos, sein Besitz fiel an Hessen-Darmstadt und Philippseck kam in den Besitz des Landgrafen Wilhelm Christoph von Hessen-Homburg, der 1681 starb. Wieder in hessen-darmstädtischen Besitz nutzte die Landgräfin Elisabeth Dorothea sowohl Butzbach als auch Philippseck als Witwensitz. Ihr Sohn Heinrich von Hessen-Darmstadt hatte sich zwei Zimmer im Schloss einrichten lassen, die er bis zu seinem Tod 1741 zeitweise bewohnte.
Abgang
Das Schloss befand sich 1750 in einem schlechten Zustand, aber eine Instandsetzung unterblieb aus Kostengründen, der Bau verfiel weiter. 1773/74 wurde Philippseck für 1.300 Gulden auf Abbruch versteigert.
Bau und Baugeschichte
Baugeschichte
Das Schloss Philippseck wurde in den Jahren 1626 bis 1628 erbaut. Der Entwurf stammte von Landgraf Philipp III. von Hessen-Darmstadt-Butzbach selbst. Das Schloss war als Festung gedacht und sollte gleichzeitig als herrschaftliche Wohnung dienen. Die ungewöhnliche Dreiecksform widersprach den strategischen Grundsätzen der Festungsarchitektur und war auch nicht durch das Baugelände bedingt.
Baubeschreibung
Die drei Flügel des Schlosses Philippseck bildeten ein gleichschenkliges Dreieck mit einer Außenlänge von etwa 75 m (Plan von 1750, 260 althessische Schuh) bis 86 m (Maßbandmessung 1992 auf Innenhofniveau). An jedem Flügel sprang an der Außenseite ein Mittelrisalit hervor, links und rechts davon jeweils ein Zwerchhaus. Das Tor befand sich in der westlichen Hälfte des Nordflügels, der Zugang erfolgte über eine hölzerne Brücke; der südwestliche Flügel war verlängert um das Tor zu schützen. Das sockelartige Untergeschoss war mit langrechteckigen Schießscharten versehen. Darüber erhoben sich das Hauptgeschoss und das zweigeschossige Dach. In der südlichen Spitze des Innenhofs stand ein schlanker Turm mit rundem (Plan 1750) oder sechseckigem (Zeichnung Valentin Wagners 1633) Grundriss. Das Schloss war von einer Grabenanlage umgeben. Zudem existierten mehrere Außenwerke: unter anderem eine erhöhte, ummauerte Plattform vor der Nordostecke und ein turmartiger Bau vor der Nordseite.
Erhaltungszustand
Sichtbare bauliche Reste haben sich nicht erhalten.
Grabungen und Funde
Im Jahre 2007 wurden baubegleitend im Randbereich der Anlage Philippseck archäologische Untersuchungen vorgenommen.
Burgtyp
Bautyp
Höhenburg; Spornburg; Festung; Schloss
Nachweise
Literatur
- Jae/Lindenthal/Wolf, Schloss Philippseck
- Brohl, Elmar: Landgraf Philipp III. von Hessen-Butzbach und Valentin Wagners Festungszeichnungen, in: Gräf/Meise, Valentin Wagner, S. 71-82, bes. S. 72-75
- Günther, Notizen über Philippseck
- Diehl, Philipp, bes. S. 30-34
Siehe auch
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Orte
Zitierweise
Empfohlene Zitierweise
„Schloss Philippseck“, in: Burgen, Schlösser, Herrenhäuser <https://lagis.hessen.de/de/orte/burgen-schloesser-herrenhaeuser/alle-eintraege/14700_schloss-philippseck> (aufgerufen am 30.06.2026)
Kurzform der URL für Druckwerke
https://lagis.hessen.de/resolve/de/bg/14700
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