Schloss Altengronau

Basisdaten
Im 16. Jahrhundert bildeten sich zwei Familienzweige der von Huttens als Seitenlinien des Altengronauer Stammes aus. Sebastian von Hutten baute ein Wasserschloss (Neues Haus), Alexander ließ sich die Huttenburg in der Zeit von 1548 bis 1552 im Renaissancestil als Wohnsitz errichten. Vermutlich wurden die Reste der alten Burg in dem Schloss verbaut. Nach dem Dreißigjährigen Krieg wurde die Anlage unterschiedlich genutzt. Seit 1983 befindet sich die Burg wieder im Besitz der Familie von Hutten.
Weitere Namen
Huttenburg Altengronau
Alexanderburg
Historische Namensformen
- Hutten, Alexander von (1545) [Zitat nach Archivregest HStAM Best. Urk. 72 Nr. 241]
- Ritter Alexander von Hutten (1568) [HStAM, 90, b 865, zitiert nach Hanna, Ministerialität, Macht und Mediatisierung. Die Ritteradligen von Hutten, S. 480, Anm. 2572]
Ortstyp
Schloss
Lagebezug
13 km südöstlich von Schlüchtern
Lage
Altengronau Burgstraße 8
Geschichte
Burggeschichte
Ob die Huttenburg, nach ihrem Erbauer auch "Alexanderburg" genannt, eine völlige Neukonstruktion ist, ist in der Forschung umstritten. Sie steht vermutlich auf dem gelände einer vorgängeranlage, die durch die Grafen von hanau zerstört wurde. EBIDAT leitet aus dem Burgfrieden aus dem Jahre 1452 ab, dass die Burg damals Ganerbenhaus war. 1480 sei "Burg Altengronau" von Neidhard von Thüngen angegriffen und das Dorf Altengronau geschädigt worden. Diese Nachricht ist mit hoher Wahrscheinlichkeit auf die heute so genannte "Huttenburg" zu beziehen und nicht auf die vermutete Vorgängerin auf dem "Frauenberg". Unbestritten bleibt, dass nach dem Tod von Eitel Sebastian von Hutten seine beiden Söhne zwei Seitenlinien des Altengronauer Stammes bildeten. Sebastian übernahm den väterlichen Wohnsitz (Neues Haus, Wasserburg), Alexander ließ sich die Huttenburg 1548-1552 in der Nähe der zerstörten alten Burganlage als Wohnsitz errichten.
Er starb 1575 und mit seinem Enkel Adam von Hutten erlosch schon 1627 dieser Familienzweig. Im Dreißigjährigen Krieg wurde die Burg zerstört. 1648 wurden die Anlagen in Gronau durch Philipp Daniel von Hutten zu Sannerz an die Landgräfin Amalie Elisabeth von Hessen-Kassel verkauft, im 18. Jahrhundert vereinfacht erneuert. Die Huttenburg wurde als Amtssitz, als Lazarett und von 1870 bis 1965 als Schulhaus genutzt.
1981 erwarb Karl Freiherr von Hutten zum Stolzenberg von der Gemeinde Sinntal die Burg und wohnt seit einer Renovierung mit seiner Familie hier.
Bau und Baugeschichte
Baugeschichte
Die Huttenburg Altengronau wurde durch Alexander von Hutten im Zeitraum von 1548 bis 1552 im Renaissancestil erbaut. 1752 wurden die im Dreißigjährigen Krieg zerstörten Anlagen vereinfacht erneuert. Während des Baus der Bahnstrecke Flieden–Gemünden in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts diente die Burg als Lazarett für die Eisenbahnarbeiter. Von 1875 bis 1960 wurde sie als Schulhaus durch die Gemeinde genutzt.
Erhaltungszustand
Die Huttenburg Altengronau ist ein dreigeschossiger Steinbau mit zwei Rundtürmen an den Ecken.
Denkmaltopographie
- DenkXweb Huttenburg
Burgtyp
Bautyp
Ringmauerburg
Funktionstyp
Adelssitz
Nachweise
Literatur
- Knappe, Burgen in Hessen, S. 366
- Ottersbach, Die Burgen der Herren und Grafen von Hanau, S. 329-330
- Hanna, Burgen und Schlösser im Kinzigtal, S. 78-79
- Hanna, Ministerialität, Macht und Mediatisierung. Die Ritteradligen von Hutten, S. 479-482, Abbildung S. 480
- Dehio Hessen II S. 4
EBIDAT
Siehe auch
Weitere Angebote in LAGIS (Lageort)
Orte
- Hessische Flurnamen
- Historische Kartenwerke
- Jüdische Friedhöfe
- Historisches Ortslexikon
- Synagogen in Hessen
- Topografische Karten
Personen
Quellen und Materialien
Zitierweise
Empfohlene Zitierweise
„Schloss Altengronau“, in: Burgen, Schlösser, Herrenhäuser <https://lagis.hessen.de/de/orte/burgen-schloesser-herrenhaeuser/alle-eintraege/14583_schloss-altengronau> (aufgerufen am 03.11.2026)
Kurzform der URL für Druckwerke
https://lagis.hessen.de/resolve/de/bg/14583
Indizes
