Ehemals Arnsburg, Zisterzienserkloster

 
Standort
Arnsburg
Anzahl Fenster
1
Anzahl Scheiben
1
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Katalogdaten

Beschreibung

In seinem am 20. Juni 1367 zu Prag aufgesetzten Testament bestimmt der aus Friedberg stammende Rudolf Rule, Kanzler Kaiser Karls IV. und Bischof von Verden, daß er im Zisterzienserkloster Arnsburg beigesetzt werden wolle. Es solle dort aus den von ihm zur Verfügung gestellten Gütern eine Kapelle mit sechs schön geschmückten Fenstern (cum sex fenestris bene decoratis), einem Altar und einem Bildwerk in der Art eines Bischofsgrabs (unum sculptum ad modum sepulture episcoporum) errichtet werden. Ferner stiftet er 500 Goldgulden für Seelmessen und 150 Gulden für Kerzen, Altartücher und Kapellenschmuck1. Ob die Kapelle nach den Vorstellungen Rules und den offensichtlich bereits bestehenden Plänen ausgeführt worden ist, läßt sich nurmehr vermuten. Seit den Ausgrabungen von 1979 wird allgemein der östliche, jedoch nur ein Joch umfassende Teil der Allerheiligenkapelle mit Rules Grabkapelle identifiziert; ihr soll gegen 1394 ein drei Joche umfassender Westteil mit der Grablege des Johannes von Linden und der Guda von Bellersheim angefügt worden sein2. Von dieser Kapelle sind jedoch nurmehr die Fundamente erhalten, nachdem Kirche und Kapelle im Dreißigjährigen Krieg zerstört und ab 1811 zum Teil als Steinbruch benutzt worden waren.

Bibliographie

Waldemar Küther, Rudolf Rule von Friedberg, Propst zu Wetzlar, Bischof von Werden und Notar Kaiser Karls IV., in: Archiv für hessische Geschichte und Altertumskunde NF 37, 1979, S. 108 (verweist auf das Testament Rules von Friedberg mit der darin erwähnten Grabkapelle, die mit Glasmalereien geschmückt werden sollte).

Nachweise

Fußnoten

  1. Das lateinische Testament findet sich im Wortlaut bei M. Foltz, Urkundenbuch der Stadt Friedberg I, Marburg 1904, S. 246-249, Nr. 542.
  2. Vgl. dazu Otto Gärtner, Kloster Arnsburg in der Wetterau. Seine Geschichte – seine Bauten, Königstein im Taunus 1989, S. 42-46.

Drucknachweis

Die mittelalterlichen Glasmalereien in Frankfurt und im Rhein-Main-Gebiet / Daniel Hess (Corpus Vitrearum Medii Aevi Deutschland Bd. III, 2), Berlin 1999

Nachnutzung

Rechtehinweise

Katalogdaten: Corpus Vitrearum Deutschland / Freiburg i. Br.

Zitierweise

Empfohlene Zitierweise

„Ehemals Arnsburg, Zisterzienserkloster“, in: Mittelalterliche Glasmalereien in Hessen <https://lagis.hessen.de/de/quellen-und-materialien/mittelalterliche-glasmalereien-in-hessen/alle-objekte/232-1_ehemals-arnsburg-zisterzienserkloster> (aufgerufen am 12.06.2026)

Kurzform der URL für Druckwerke

https://lagis.hessen.de/resolve/de/cvmahessen/232-1