Altmayer, Jakob (1963) – Flörsheim

Floersheim-010_V1
Äußere Merkmale
Material und Größe
Kunststein · 195 x 150 x 22 cm
Platzierung
stehend
Beschreibung
Gedenkstein der Familie Altmayer. Auf dem Giebel ist der Davisstern abgebildet, darunter segnende Priesterhände und Lebensbaum.
Inschrift
Sprache der Vorderseite
deutsch, hebräisch
Vorderseite
(Übersetzung der hebräischen Inschrift auf der rechten Seite:)
Moshe und Jochebed Altmeijer
Josef Altmeijer
Lena Altmeijer
Bluma Altmeijer
Chana Altmeijer
Frida Altmeijer
Moshe Altmeijer
Leib und Chana Altmeijer
Ida Altmeijer
Jaakov (Jacob) Altmeijer
(Deutsche Inschrift auf dem Giebel:)
FAMILIE ALTMEIER
(Deutsche Inschrift auf der linken Seite:)
Moses u. Jette Altmayer geb. Schottenfels
Joseph Altmayer
Lina Altmayer geb. Levi
Berta Altmayer geb. Dietz
Johanna Altmayer
Friderike Altmayer
Martin Altmayer
Leo u. Helene Herbst geb. Altmayer
Ida Altmayer
Jakob Altmayer
(Deutsche Inschrift unter den Personennamen:)
Wie warst Du so grausam, o Tod, daß Du uns trenntest !
Du aber verbindest uns ewige Liebe Schöpfer des Alls
Tochter des lebendigen Gottes
Rückseite
Die Seelen von Gerechten sind in Gottes Hand und die
Quälereien der Boshaften können Sie nicht berühren.
Die Unklugen denken Sie seien tot, aber Sie leben in Frieden.
Weisheit Salomos, Kapitel 3, Vers 1
Ausführung
Giebelinschrift erhaben, Personennamen eingetieft
Verstorbene
- Altmayer, Jakob
- Geburtstag
- 23. November 1889
- Sterbetag
- 8. Februar 1963
- Geschlecht
- männlich
- Familienstand
- ledig
- Herkunftsort
- Flörsheim am Main
- Wohnort
- Bonn
- Sterbeort
- Bonn
- Beruf
- Politiker
- Weitere Angaben
Der Gedenkstein für die Familie Altmaier wurde nach 1945 von Jakob Altmaier errichtet, der als einziger auch an dieser Stelle beerdigt wurde. Die Familie Altmaier kann ihren Stammbaum in Flörsheim bis in das Jahr 1649 zurück verfolgen. Zehn Generationen dieser Familie lebten im Ort. In der siebten Generation nach der Ansiedlung wurde 1812 Moses Hayum geboren, der am 19. Juni 1884 verstarb und mit Jette Schottenfels (1815 bis 1. Juli 1895), Tochter des Benzion Schottenfels aus Rüsselsheim, verheiratet war. Er nahm 1841 den Familiennamen Altmaier an. Von den zehn Kindern lebten die Töchter Johanna und Friederike sowie der Sohn Joseph dauerhaft in Flörsheim. Joseph, geb. am 7. November 1854, verstorben am 22. Februar 1934, war von 1901 bis 1920 Vorsteher der Jüdischen Gemeinde und über Jahrzehnte Kantor der Synagoge. In erster Ehe war er mit Caroline (Lina) Levi, geb. 1857 in Nastätten, Kreis St. Goarshausen, verstorben am 10. September 1898, verheiratet, in zweiter Ehe mit Bertha Dietz, geb. am 20. Dezember 1868 in Offenbach, verstorben am 1. Oktober 1942 im Konzentrationslager Theresienstadt. Johanna (23. Oktober 1841 bis 3. November 1928) und Friederike (11. September 1850 bis 20. März 1940) blieben unverheiratet. Die Kinder von Joseph Altmaier sind auf den letzten fünf Zeilen des Gedenksteines aufgeführt: Martin, geb. am 16. Dezember 1900, verstorben 3. Februar 1945 im Konzentrationslager Mauthausen; Helene Hecht, geb. Altmaier, geb. am 22. September 1891, ermordet 1942 im KZ Auschwitz sowie deren Ehemann Leo Hecht, geb. am 20. April 1893 in Burg Gelnhausen, ermordet am 15. September 1942 im KZ Auschwitz; Ida Lampe, geb. Altmaier, geb. am 28. März 1897, ermordet am 13. August 1942 im KZ Auschwitz; Jakob Altmaier, geb. am 23. November 1889, verstorben am 8. Februar 1963 in Bonn.
Jakob Altmaier arbeitete als Journalist für sozialdemokratische Zeitungen aus Frankfurt am Main, Berlin, London, Belgrad und Paris und berichtete als Korrespondent vom Spanischen Bürgerkrieg. Bei Kriegsausbruch als „feindlicher Ausländer“ in Frankreich interniert, gelang ihm 1940 beim Vormarsch deutscher Truppen die Flucht nach Jugoslawien und später nach Griechenland und Nordafrika. Dort arbeitete er für einen britischen Nachrichtendienst. Von 1949 bis zu seinem Tod war er für die SPD Bundestagsabgeordneter des Wahlkreises Hanau-Gelnhausen. Maßgebend beteiligte er sich bei der Anbahnung erster Gesprächskontakte zwischen der deutschen und israelischen Regierung, die 1952 zum Abschluss des Israel-Vertrages führten. 1955 ernannte ihn die Stadt Flörsheim am Main zu ihrem Ehrenbürger.
Nachweise
Bearbeitung
Werner Schiele, Robert Mohr; Bernd Vielsmeier 2026
Bildnachweise
Werner Schiele / Robert Mohr 2026
Indizes
Personen
- Altmeijer, Moshe
- Altmeijer, Jochebed
- Altmeijer, Josef
- Altmeijer, Lena
- Altmeijer, Bluma
- Altmeijer, Chana
- Altmeijer, Frida
- Altmeijer, Moshe
- Altmeijer, Leib
- Altmeijer, Ida
- Altmeijer, Jaakov
- Altmayer, Moses
- Altmayer, Jette, geborene Schottenfels
- Schottenfels, Jette, verheiratete Altmayer
- Altmayer, Joseph
- Altmayer, Lina, geborene Levi
- Altmayer, Caroline, geborene Levi
- Levi, Caroline, verheiratet Altmayer
- Levi, Lina, verheiratete Altmayer
- Altmayer, Berta, geborene Dietz
- Dietz, Berta, verheiratete Altmayer
- Altmayer, Johanna
- Altmayer, Friderike
- Altmayer, Martin
- Altmayer, Leo
- Herbst, Helene, geborene Altmayer
- Altmayer, Helene, verheiratete Herbst
- Altmayer, Ida
- Altmayer, Jakob
- Altmaier, Jakob
- Moses Hayum
- Schottenfels, Benzion
Orte
- Auschwitz
- Belgrad
- Berlin
- Bonn
- Flörsheim am Main
- Gelnhausen (Reichsburg)
- London
- Mauthausen
- Offenbach am Main
- Paris
- Rüsselsheim
- Theresienstadt
Sachbegriffe
Siehe auch
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Orte
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Personen
Quellen und Materialien
Nachnutzung
Rechtehinweise
Kommission für die Geschichte der Juden in Hessen, CC BY-SA 4.0
Abbildungen: siehe Angaben beim jeweiligen Digitalisat
Zitierweise
Empfohlene Zitierweise
„Altmayer, Jakob (1963) – Flörsheim“, in: Jüdische Grabstätten <https://lagis.hessen.de/de/personen/juedische-grabstaetten/alle-eintraege/20939_altmayer-jakob-1963-floersheim> (aufgerufen am 05.11.2026)
Kurzform der URL für Druckwerke
https://lagis.hessen.de/resolve/de/juf/20939

