Schohl, Liesel, geborene Gims (1975); Schohl, Helene (2000) – Flörsheim

Floersheim-001_V
Äußere Merkmale
Material und Größe
Granit · 48 x 60 x 7 cm
Platzierung
stehend
Beschreibung
Über der Grabinschrift ist der Davidsstern abgebildet.
Sonstiges
Gedenkstein für zwei Mitglieder der Familie Schohl.
Inschrift
Sprache der Vorderseite
deutsch
Vorderseite
Zum Andenken an
Johanna Schohl
1861 - 1942
umgekommen in Theresienstadt
und ihren Sohn
Dr. Max Schohl
1884 - 1943
ungekommen in Auschwitz
Ferner ruhen hier
Liesel Schohl 1897 - 1975
und ihre Tochter
Hela 1920 - 2000
Bemerkungen
Der Gedenkstein für die Familie Schohl wurde nach 1945 von Helene Schohl errichtet, die als einzige nach ihrem Tod hier beerdigt wurde. Ihr Vater Dr. Max Schohl, geb. am 15. November 1884 in Pirmasens, war 1919 in Flörsheim zugezogen und betrieb hier eine chemische Fabrik. Von 1933 bis 1939 war er der letzte Vorsteher der Jüdischen Gemeinde. Er konnte mit seiner Familie 1940 zunächst nach Jugoslawien emigrieren. Von dort wurde er 1943 nach Auschwitz deportiert und am 1. Dezember 1943 ermordet. Seine Mutter Johanna Schohl, geb. Bodenheimer, geb. am 5. Dezember 1861 in Rastatt wurde im August 1942 von Frankfurt in das KZ Theresienstadt deportiert, wo sie am 23. August 1942 verstarb. Die nicht jüdische Ehefrau Liesel Schohl, geb. Gims (20. August 1897 bis 20. August 1975) und die Tochter Helene (18. Juni 1920 bis 10. März 2000) überlebten die NS-Zeit als Zwangsarbeiterinnen. Der amerikanische Historiker David Clay Large hat die Geschichte der Familie in dem Buch And the world closed its doors, New York, 2003 (deutsche Fassung: Einwanderung abgelehnt, München, 2004) beschrieben.
Verstorbene
- Schohl, Liesel, geborene Gims
- Geburtstag
- 20. August 1897
- Sterbetag
- 20. August 1975
- Geschlecht
- weiblich
- Familienstand
- unbekannt
- Wohnort
- Flörsheim am Main
- Weitere Angaben
Ehefrau von Dr. Max Schohl.
- Schohl, Helene
- Geburtstag
- 1. Dezember 1943
- Sterbetag
- 10. März 2000
- Geschlecht
- weiblich
- Familienstand
- unbekannt
- Wohnort
- Flörsheim
- Weitere Angaben
Tochter von Dr. Max Schohl und Liesel Schohl, geborene Gims.
Nachweise
Anmerkungen
Auf dem Gedenkstein sind die Schwiegermutter und der Ehemann von Liesel Schohl, geborene Gims genannt.
Bearbeitung
Heimatverein Flörsheim, B. Vielsmeier
Bildnachweise
Werner Schiele / Robert Mohr 2026
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Quellen und Materialien
Nachnutzung
Rechtehinweise
Kommission für die Geschichte der Juden in Hessen, CC BY-SA 4.0
Abbildungen: siehe Angaben beim jeweiligen Digitalisat
Zitierweise
Empfohlene Zitierweise
„Schohl, Liesel, geborene Gims (1975); Schohl, Helene (2000) – Flörsheim“, in: Jüdische Grabstätten <https://lagis.hessen.de/de/personen/juedische-grabstaetten/alle-eintraege/20916_schohl-liesel-geborene-gims-1975-schohl-helene-2000-floersheim> (aufgerufen am 04.11.2026)
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