Mannheim, Karl

Mannheim, Karl
Andere Namen
Geburtsname
Manheim, Károly
Wirken
Werdegang
- 1911 Reifeprüfung am Humanistischen Gymnasium in Budapest
- ab 1911 Studium, der Philosophie, Pädagogik und Deutschen Literaturgeschichte an den Universitäten Budapest (1911/12 und 1915-1918), Berlin (1913-1915, bei Georg Simmel, Ernst Cassirer, Ernst Troeltsch und Alois Riehl) und Paris (1914 bei Henri Bergson)
- Staatsexamen für deutsche und französische Sprachwissenschaft und Literaturgeschichte an der Universität Budapest
- 1915-1919 zentrales Mitglied des Budapester „Sonntagskreises“ um Georg Lukács, Béla Balász, Anna Lesznai, Zoltán Kodály und andere
- 1917/18 Vorlesungen über Erkenntnistheorie an der privaten „Freien Schule für Geisteswissenschaften“
- vorübergehend Lehrer an der Höheren Handelsschule in Budapest
- 1918 Promotion zum Dr. phil. an der Universität Budapest
- 5/6.1919 während der ungarischen Räterepublik Professor für Kulturphilosophie am Pädagogischen Seminar der Lehrerfortbildungshochschule der Universität Budapest
- Sommer 1919 Emigration nach Deutschland
- Privatgelehrter, Dozent an der Volkshochschule Darmstadt, Studien an den Universitäten Freiburg im Breisgau (1920/21), Berlin (1921) und Heidelberg (1921-1926)
- 1926 Habilitation an der Universität Heidelberg, dort bis 1930 Privatdozent
- 1926 Erwerb der deutschen Staatsangehörigkeit
- 27.1.1930-1933 ordentlicher Professor für Soziologie an der Frankfurter Universität und Direktor des Seminars für Soziologie (als Nachfolger von Franz Oppenheimer)
- 1933 Ruhestandsversetzung und 4.1933 Emigration über Amsterdam und Paris nach London
- bis 1944 Dozent an der „London School of Economics and Political Science“
- 1941 zusätzlich Dozent am Institute for Education an der Universität London, dort 1945 Professor
- 1940 Erwerb der britischen Staatsangehörigkeit
- kurz vor seinem Tod Ernennung zum Direktor der europäischen Leitung der UNESCO
Netzwerk
- Simmel, Georg <Lehrer>, GND, * Berlin 1.3.1858, † Straßburg 26.9.1918, Philosoph und Soziologe
- Cassirer, Ernst <Lehrer>, GND, * Breslau 28.7.1874, † New York 13.4.1945, Philosoph
- Wolff, Kurt H. <Schüler>, 1912–2003
Werke
- Die Strukturanalyse der Erkenntnistheorie (Diss. phil. 1918, dt. Übersetzung 1922)
- Altkonservatismus. Ein Beitrag zur Soziologie des Wissens (Habil.-Schrift)
Lebensorte
Budapest; Berlin; Paris; Darmstadt; Freiburg im Breisgau; Heidelberg
Familie
Vater
Mannheim, Gusztáv, aus Ada, Kaufmann, Agent einer englischen Textilfabrik in Budapest
Mutter
Eylenburg, Rosa, aus Breslau, jüdisch
Partner
Lang, Julia (Juliska), (⚭ 1921) geboren Budapest 23.9.1893, gestorben London 16.12.1955, Dr. phil., Psychologin, verließ Ungarn 1919, Tochter des Josef Lang, Industrieller in Budapest
Nachweise
Literatur
- Neue deutsche Biographie, Bd. 16, Berlin 1990, S. 67-69 (Dirk Käsler)
- Heuer/Wolf (Hrsg.), Die Juden der Frankfurter Universität, Frankfurt am Main/New York 1997, S. 262-266
- Frankfurter Biographie, Bd. 2, Frankfurt am Main 1996, S. 13 (Reinhard Frost)
- Arnsberg, Die Geschichte der Frankfurter Juden seit der Französischen Revolution, Bd. 3, Darmstadt 1983, S. 295 f.
Bildquelle
Henk E. S. Woldring: Karl Mannheim. New York 1987, Karl Mannheim 1893-1947, als gemeinfrei gekennzeichnet, Details auf Wikimedia Commons (beschnitten)
Siehe auch
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Quellen und Materialien
Extern
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Nachnutzung
Rechtehinweise
Metadaten: Hessisches Institut für Landesgeschichte, CC BY-SA 4.0
Abbildung: siehe Angaben unter Bildquelle
Zitierweise
Empfohlene Zitierweise
„Mannheim, Karl, “, in: Hessische Biografie <https://lagis.hessen.de/de/personen/hessische-biografie/alle-eintraege/4862_mannheim-karl> (aufgerufen am 29.11.2025)
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