Mannheim, Karl

 
geboren
27.3.1893 Budapest
gestorben
9.1.1947 London
Beruf
Soziologe, Professor
Titel
Prof. Dr. phil.
Konfession
jüdisch
GND-Explorer
118577190

Andere Namen

Geburtsname

Manheim, Károly

Wirken

Werdegang

  • 1911 Reifeprüfung am Humanistischen Gymnasium in Budapest
  • ab 1911 Studium, der Philosophie, Pädagogik und Deutschen Literaturgeschichte an den Universitäten Budapest (1911/12 und 1915-1918), Berlin (1913-1915, bei Georg Simmel, Ernst Cassirer, Ernst Troeltsch und Alois Riehl) und Paris (1914 bei Henri Bergson)
  • Staatsexamen für deutsche und französische Sprachwissenschaft und Literaturgeschichte an der Universität Budapest
  • 1915-1919 zentrales Mitglied des Budapester „Sonntagskreises“ um Georg Lukács, Béla Balász, Anna Lesznai, Zoltán Kodály und andere
  • 1917/18 Vorlesungen über Erkenntnistheorie an der privaten „Freien Schule für Geisteswissenschaften“
  • vorübergehend Lehrer an der Höheren Handelsschule in Budapest
  • 1918 Promotion zum Dr. phil. an der Universität Budapest
  • 5/6.1919 während der ungarischen Räterepublik Professor für Kulturphilosophie am Pädagogischen Seminar der Lehrerfortbildungshochschule der Universität Budapest
  • Sommer 1919 Emigration nach Deutschland
  • Privatgelehrter, Dozent an der Volkshochschule Darmstadt, Studien an den Universitäten Freiburg im Breisgau (1920/21), Berlin (1921) und Heidelberg (1921-1926)
  • 1926 Habilitation an der Universität Heidelberg, dort bis 1930 Privatdozent
  • 1926 Erwerb der deutschen Staatsangehörigkeit
  • 27.1.1930-1933 ordentlicher Professor für Soziologie an der Frankfurter Universität und Direktor des Seminars für Soziologie (als Nachfolger von Franz Oppenheimer)
  • 1933 Ruhestandsversetzung und 4.1933 Emigration über Amsterdam und Paris nach London
  • bis 1944 Dozent an der „London School of Economics and Political Science“
  • 1941 zusätzlich Dozent am Institute for Education an der Universität London, dort 1945 Professor
  • 1940 Erwerb der britischen Staatsangehörigkeit
  • kurz vor seinem Tod Ernennung zum Direktor der europäischen Leitung der UNESCO

Netzwerk

  • Simmel, Georg <Lehrer>, GND, * Berlin 1.3.1858, † Straßburg 26.9.1918, Philosoph und Soziologe
  • Cassirer, Ernst <Lehrer>, GND, * Breslau 28.7.1874, † New York 13.4.1945, Philosoph
  • Wolff, Kurt H. <Schüler>, 1912–2003

Werke

  • Die Strukturanalyse der Erkenntnistheorie (Diss. phil. 1918, dt. Übersetzung 1922)
  • Altkonservatismus. Ein Beitrag zur Soziologie des Wissens (Habil.-Schrift)

Lebensorte

Budapest; Berlin; Paris; Darmstadt; Freiburg im Breisgau; Heidelberg

Familie

Vater

Mannheim, Gusztáv, aus Ada, Kaufmann, Agent einer englischen Textilfabrik in Budapest

Mutter

Eylenburg, Rosa, aus Breslau, jüdisch

Partner

Lang, Julia (Juliska), (⚭ 1921) geboren Budapest 23.9.1893, gestorben London 16.12.1955, Dr. phil., Psychologin, verließ Ungarn 1919, Tochter des Josef Lang, Industrieller in Budapest

Nachweise

Literatur

Bildquelle

Henk E. S. Woldring: Karl Mannheim. New York 1987, Karl Mannheim 1893-1947, als gemeinfrei gekennzeichnet, Details auf Wikimedia Commons (beschnitten)

Nachnutzung

Rechtehinweise

Metadaten: Hessisches Institut für Landesgeschichte, CC BY-SA 4.0
Abbildung: siehe Angaben unter Bildquelle

Zitierweise

Empfohlene Zitierweise

„Mannheim, Karl, “, in: Hessische Biografie <https://lagis.hessen.de/de/personen/hessische-biografie/alle-eintraege/4862_mannheim-karl> (aufgerufen am 29.11.2025)

Kurzform der URL für Druckwerke

https://lagis.hessen.de/resolve/de/bio/4862