Wicht, Philipp Georg

 
geboren
29.5.1668
gestorben
Usingen
Beruf
Theologe, Pfarrer
Konfession
evangelisch
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124714447

Wirken

Werdegang

  • imm. Gießen 1687
  • 1692-1695 Feldprediger
  • 1695-1704 Pfarrer in Kelsterbach
  • 1704-1713 Pfarrer in Biebesheim
  • wegen Ehebruch abgesetzt, zum Tod verurteilt, dann zu ewigem Gefängnis begnadigt, flüchtet aus dem Gefängnis und soll in Holland zum Judentum übergetreten sein

Werke

  • 1692 Gießen Dissertatio inauguralis de ephemeriis, seu sacerdotum Ebraeorum classibus ad loca 1. Paral. XXIII,XXIV et Luc. I,5.8. / [Praes.:] Johann Heinrich Majus. [Resp.:] Philippus Georgius Wicht, 40 S.

Lebensorte

Gießen; Kelsterbach; Biebesheim am Rhein

Familie

Vater

Wicht, Johann Andreas, Hofbarbier in Usingen, Sohn des Johann Andreas Wicht, Kastenmeister in Usingen

Mutter

Wenck, Rosina Elisabetha, Heirat Usingen 9.2.1667, Tochter des Marsilius Wenck, Pfarrer und Inspektor in Usingen

Partner

Schlaff, Eva Lucretia, Tochter des Jodocus Schlaff, aus Osnabrück, Superintendent zu Seyda und 1668 Hofprediger in Lichtenberg/Sachsen, zuletzt in Prettin bei Torgau, und der Eva Bilefeld, aus Lübeck

Verwandte

  • Wicht, Jodocus Christoph <Sohn>, * † Kelsterbach 1696
  • Wicht, Johann Christoph <Sohn>, * Kelsterbach 1700, † 1704 (Pate Johann Christoph Bilefeld)
  • Wicht, Christian, * 1702
  • Wicht, Johann Christoph <Sohn>, * Biebesheim 23.11.1706, getauft 26.11., fünfter Sohn, Pate Johann Christoph Bilefeld, Superintendent und Professor an der Universität Gießen
  • Wicht, Rosina Justina <Tochter>, 1708-* Biebesheim 28.9.1708, getauft 2.10.
  • Wicht, Ludwig Samuel <Sohn>, † Biebesheim 27.9.1709
  • Schlaff, Christian <Schwager>, 1661-1733, Amtsverwalter der Herrschaft Eppstein

Nachweise

Quellen

  • Familienregister Kelsterbach, Kopie HVfF Darmstadt;
  • Martha Kaethner, Abschrift aus den Kirchenbüchern Usingen, Bd. 1 1625-1680, Gemünden 1974, Kopie im Institut für Personengeschichte, Bensheim;
  • Kirchenchronik, Pfarrarchiv Biebesheim.

Literatur

Leben

Aus der Biografie

Philipp Georg Wicht entstammte einer großen Familie in Usingen. Seine Paten waren Philipp Georg von Wachenheim, der Sohn des Herrn Ludwig Henrich von Wachenheim zu Ziegenberg, und die älteste Tochter des Herrn Joes Wicht, Pfarrer zu Heftrich. Auch von der Seite seiner Mutter unterstützte ihn eine Theologen-Verwandtschaft. Er selbst konnte durch seine Ehe mit Eva Lucretia Schlaff für ihn später ungemein wichtige Verbindungen zu Christian Schlaff, dem Amtsverweser der Herrschaft Eppstein, Johann Christoph Bilefeld, Hofprediger und Superintendent in Darmstadt, später Gießen, und Johann Hülsemann, Geheimer Rat und Konsistorialrat in Darmstadt herstellen. Nachdem Wicht 1692 Hessen-Darmstädtischer Feldprediger geworden war, erhielt er 1695 die Pfarrstelle in Kelsterbach. Hier legte er 1700 ein neues Kirchenbuch für Taufen, Trauungen und Begräbnisse an. 1704 erhielt er die besser dotierte Pfarrstelle in Biebesheim als Nachfolger von Johann Wilhelm Sartorius. Nach neun Jahren machte er sich angeblich des Ehebruchs schuldig, wurde abgesetzt und zum Tod verurteilt. Daß er zu „ewigem Gefängnis“ begnadigt wurde, hatte er sicher seiner noch immer einflußreichen Verwandtschaft zu danken. Wicht konnte aus dem Gefängnis fliehen und soll in Holland zum Judentum übergetreten sein. Der Biebesheimer Pfarrer Wilhelm Heyer schrieb in die Kirchenchronik von Biebesheim: „Pfarrer Dittmar schreibt von ihm: ‚Philipp Georg Wichtius, aus Nassau-Usingen, war zuvor Pfarrer in Kelsterbach und ward 1704 Pfarrer dahier.’ Randbemerkung: Utinam tum 1706 vixisses Perturbator Israelis!! s. Conf. Prot. 1706“. Lupold von Lehsten

Nachnutzung

Rechtehinweise

Metadaten: Hessisches Institut für Landesgeschichte, CC BY-SA 4.0

Zitierweise

Empfohlene Zitierweise

„Wicht, Philipp Georg, “, in: Hessische Biografie <https://lagis.hessen.de/de/personen/hessische-biografie/alle-eintraege/4092_wicht-philipp-georg> (aufgerufen am 29.11.2025)

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