Lehr, Ursula* Maria

geboren
5.6.1930 Frankfurt am Main
gestorben
25.4.2022 Bonn
Beruf
Psychologin, Hochschullehrerin, Bundestagsabgeordnete
Titel
Prof. Dr. phil.
Konfession
katholisch
GND-Explorer
118927590

Wirken

Werdegang

  • 1949 Abitur in Offenbach am Main
  • Studium der Psychologie, Philosophie, Germanistik und Kunstgeschichte an der Universität Bonn, 1955 Diplom
  • 1954 Promotion zur Dr. phil.
  • 1955-1960 Forschungsassistentin, anschließend bis 1968 wissenschaftliche Assistentin am Psychologischen Institut der Universität Bonn
  • 1968 Habilitation mit einer psychologischen Analyse der beruflichen Tätigkeit von Frauen
  • 1969 Akademische Rätin, dann außerplanmäßige Professorin und Leiterin der Abteilung Entwicklungspsychologie
  • 1972 ordentliche Professorin für Pädagogik und pädagogische Psychologie an die Universität Köln, dort Direktorin des Pädagogischen Seminars
  • 1975 Ordinaria für Psychologie an der Universität Bonn, Leitung des dortigen Psychologischen Instituts
  • 1986 erste Inhaberin des neuerrichteten Lehrstuhls für Gerontologie an der Universität Heidelberg, Begründerin das gleichnamigen Instituts
  • nach dem Ausscheiden aus dem Bundestag 1994 nahm sie ihre Tätigkeit als Hochschullehrerin in Heidelberg wieder auf
  • neben ihrer Tätigkeit als Wissenschaftlerin und Hochschullehrerin erfüllte sie vielfältige Funktionen als Beraterin und Gutachterin in Verbänden wie dem Kuratorium Deutsche Altershilfe und dem Deutschen Zentrum für Altersfragen und wissenschaftlichen Kommissionen
  • 1972-1980 Mitglied des Familienbeirates des Bundesfamilienministeriums, 1983-1987 Mitglied des WHO Expert Advisory Panel on Health of Elderly Persons, 1983-1985 Vorsitzende des Sachverständigenbeirats, der den 4. Familienbericht der Bundesregierung erarbeitete
  • 1973-1976 und 1980-1984 Vizepräsidentin der Deutschen Gesellschaft für Gerontologie, ab 1976 korrespondierendes Mitglied der Schweizerischen Gesellschaft für Gerontologie
  • 1986 Eintritt in die CDU
  • 1987 Gründungsmitglied der Akademie der Wissenschaften Berlin
  • 1987 Mitglied der sogenannten Geißler-Kommission, mitverantwortlich für den kontrovers diskutierten Antrag für den CDU-Parteitag in Wiesbaden im Juni 1988
  • 9.12.1988-18.1.1991 Bundesministerin für Jugend, Familie, Frauen und Gesundheit, in ihre Amtszeit fielen der 1990 vorgestellte „Bericht zur Umsetzung der Richtlinie zur beruflichen Förderung von Frauen in der Bundesverwaltung“ und die Erarbeitung eines Gesetzesentwurfes zur Verbesserung der Gleichbehandlung von Frauen und Männern am Arbeitsplatz; Das zum 1.1.1991 in Kraft tretende neue Kinder- und Jugendhilferecht war darauf abgestimmt, die Stellung der Familie im Hinblick auf Erziehungsaufgaben zu stärken
  • 1990-1994 Mitglied des Deutschen Bundestages (über die CDU-Landesliste Hessen), dort ordentliches Mitglied des Ausschusses für Bildung und Wissenschaft und stellvertretendes Mitglied des Ausschusses für Familie und Senioren
  • 1995 Großes Verdienstkreuz, 2014 Großes Verdienstkreuz mit Stern
  • 2016 Hessischer Verdienstorden

Funktion

  • Deutschland, Bundestag, Mitglied (CDU), 1990-1994

Werke

  • Beiträge zur Psychologie der Periodik im kindlichen Verhalten (Diss. phil. 1954)
  • (mit Hans Thomae) Konflikt, seelische Belastung und Lebensalter (1965)
  • Die Frau im Beruf. Eine psychologische Analyse der weiblichen Berufsrolle (1969)
  • Psychologie des Alterns (1972), (11. Aufl. 2007)
  • Mit Hans Thomae: Berufliche Leistungsfähigkeit im mittleren und höheren Erwachsenenalter. Göttingen 1973
  • Die Bedeutung der Familie im Sozialisationsprozeß. Stuttgart u. a. 1973
  • Die Rolle der Mutter in der Sozialisation des Kindes. Darmstadt 1974, 21978
  • Mit Hans Thomae: Soziale Dienste für alte Menschen. Bonn 1976
  • Hrsg.: Seniorinnen. Zur Situation der älteren Frau. Darmstadt 1978
  • Ist Frauenarbeit schädlich? Zürch /Osnabrück 1979
  • Hrsg.: Interventionsgerontologie. Darmstadt 1979
  • Mit Hans Thomae: Formen seelischen Alters. Ergebnisse der Bonner gerontologischen
  • Längsschnittstudie (BOLSA). Stuttgart 1987
  • Älterwerden als Lebenschance. Köln 1987
  • Der brüchige Generationenvertrag. Friedrichshafen 1991
  • (mit Hans Thomae) Alltagspsychologie (1991)

Lebensorte

Bonn

Nachweise

Literatur

Bildquelle

Nachnutzung

Rechtehinweise

Metadaten: Hessisches Institut für Landesgeschichte, CC BY-SA 4.0
Abbildung: siehe Angaben unter Bildquelle

Zitierweise

Empfohlene Zitierweise

„Lehr, Ursula* Maria“, in: Hessische Biografie <https://lagis.hessen.de/de/personen/hessische-biografie/alle-eintraege/26743_lehr-ursula-maria> (aufgerufen am 30.10.2026)

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