Bienheim, Erich
geboren
16.11.1898 Duingen gestorben
28.1.1962 Bradford (Yorkshire, Großbritannien) Beruf
Rabbiner Titel
Dr. Konfession
jüdisch GND-Explorer
1183412444Wirken
Werdegang
- Studium an der Hochschule für die Wissenschaft des Judentums in Berlin
- 27.3.1924 Promotion an der Universität Würzburg
- 29.11.1926 Rabbinerdiplom an der Hochschule für die Wissenschaft des Judentums in Berlin
- 1926-1927 Prediger und Lehrer in Berlin
- 1928-1939 liberaler Stadt- und Provinzialrabbiner in Darmstadt
- 1933 Mitbegründer der jüdischen Volksschule in Darmstadt
- 11.11.1938 Inhaftierung im Konzentrationslager Buchenwald (Häftlingsnummer 21320), Entlassung am 5.12.1938
- April 1939 Emigration nach Großbritannien
- 25.6.1940 Internierung als "Enemy Alien" auf der Isle of Man und kurze Zeit später Verbringung auf dem Schiff "Dunera" nach Australien
- 1942 Rückkehr nach Großbritannien, zunächst als Koch und Polierer tätig
- ab 1944 Teilzeitstelle als Religionslehrer, zudem aber auch Prediger
- 1946-1949 Rabbiner an der "West London Synagogue"
- 4.12.1949 Berufung zum Gemeinderabbiner an der Reformsynagoge in Bradford
- 14.-17.7.1953 Teilnehmer an einer Konferenz europäischer Rabbiner in Luxemburg
- Juni 1961 Rücktritt vom Amt des Gemeinderabbiners in Bradford aufgrund gesundheitlicher Probleme
- Gedenktafel in der Bredford Synagogue
Funktion
- Darmstadt (Rabbinat Darmstadt I, liberal), Land- und Provinzialrabbiner, 1928-1939
Netzwerk
Italiener, Bruno <Amtsvorgänger>, liberaler Stadt- und Provinzialrabbiner in Darmstadt
Werke
- Dissertation: "Die Gebärden im Alten Testament". Würzburg 1924
Lebensorte
Berlin; Würzburg; Darmstadt; London; Bradford
Familie
Vater
Bienheim, Martin (Meyer), geboren 1868, gestorben 1914, Inhaber eines Laden- und Bankgeschäfts
Mutter
Bienheim, Hulda, geborene Grunsfeld, geboren Hebenshausen 24.9.1872, Deportation ab Hannover ins Ghetto Riga 15.12.1941, gestorben zu einem unbekannten Zeitpunkt vor 8.5.1945
Partner
- Abeles, Edith, geboren Wien 23.8.1909, Heirat Wien Juli 1932, Scheidung 1939, kinderlos, Tochter des Rabbiners Armin Abeles (1872-1930)
- Oppenheim, Marion, geboren 25.11.1909, gestorben Bradford 4.11.1978, Tochter des Dr. jur. Bruno Oppenheim, ehemals verheiratete Krotoschin, die 1946 geschlossene Ehe blieb kinderlos
Verwandte
- Bienheim, Karl Ludwig (Yehuda) <Bruder>, geboren Duingen 19.3.1900, Emigration nach Palästina 4.4.1934, gestorben Haifa 19.4.1967, Architekt
- Bienheim, Walter <Bruder>, geboren Duingen 4.2.1903, Emigration nach Großbritannien 3.8.1939, Emigration in die Vereinigten Staaten von Amerika Februar 1946, gestorben 6.2.1951, Kolonialwarenhändler in Duingen
- Bienheim, Anna (Hannah) <Schwester>, geboren Duingen 12.5.1897, verheiratete Grünberg, Deportation ab Hamburg in das Ghetto Minsk 18.11.1941, gestorben Ghetto Minsk 28.7.1942
Nachweise
Quellen
Literatur
- Biographisches Handbuch der Rabbiner, Teil 2: Die Rabbiner im Deutschen Reich 1871–1945, München 2009, S. 78, Nr. 2022
- Walter Rothschild, Rabbiner Dr. Erich Bienheim, Berlin/Leipzig 2019
- Astrid Zajdband, German Rabbis in British Exile: From ‘Heimat’ into the Unknown. Boston, Berlin: Walter de Gruyter GmbH 2016
Nachnutzung
Rechtehinweise
Metadaten: Hessisches Institut für Landesgeschichte, CC BY-SA 4.0
Zitierweise
Empfohlene Zitierweise
„Bienheim, Erich“, in: Hessische Biografie <https://lagis.hessen.de/de/personen/hessische-biografie/alle-eintraege/23701_bienheim-erich> (aufgerufen am 30.10.2026)
Kurzform der URL für Druckwerke
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