Sprenger, Jakob

Sprenger, Jakob
Wirken
Werdegang
- 1890-1895 Besuch der Volksschule in Oberhausen
- 1895-1901 Besuch des Progymnasiums in Bergzabern
- 1901-1902 Militärdienst als Einjährig-Freiwilliger in einem bayerischen Infanterieregiment
- 1902-1906 Ausbildung zum Postbeamten im gehobenen mittleren Verwaltungsdienst in Mannheim
- ab 1912 Postassistent an der Oberpostdirektion Frankfurt am Main
- 1914-1918 Teilnehmer am Ersten Weltkrieg (Kriegsfreiwilliger), 1916 Beförderung zum Leutnant
- nach der Rückkehr nach Frankfurt nach Kriegsende bis 1933 vor allem beim Postamt Bockenheim beschäftigt, zuletzt als Postoberinspektor
- 1922 Eintritt in die NSDAP, nach dem Parteiverbot nach dem Hitlerputsch 1923 leitet er in Frankfurt am Main und Hessen-Nassau-Süd die Ersatzorganisation „Deutsche Partei“
- 1922 Erster Vorsitzender des Bezirksvereins Frankfurt am Main des deutschen Postverbandes
- 1925 (nach der Wiederzulassung der NSDAP) Ortsgruppenleiter in Frankfurt am Main und Bezirksleiter von Hessen-Nassau-Süd
- 1925-1929 Mitglied der Stadtverordnetenversammlung in Frankfurt am Main
- 1.3.1927-31.12.1932 NS-Gauleiter für Hessen-Nassau-Süd
- ab 1929 ehrenamtlicher Stadtrat in Frankfurt am Main
- 1930-1932 Mitglied des Nassauischen Kommunallandtags des preußischen Regierungsbezirks Wiesbaden bzw. des Provinziallandtages der preußischen Provinz Hessen-Nassau, 1930-1932 für den Kreis St. Goarshausen, 1933 für den Stadtkreis Frankfurt am Main, Mandatsniederlegung (NSDAP)
- 1930-1933 Mitglied des Verwaltungsrates der Reichspost
- 1930-1945 Mitglied des Deutschen Reichstages für den Wahlkreis 19 (Hessen-Nassau) (NSDAP)
- 1.9.1932-31.12.1932 kommissarischer Gauleiter für Hessen
- 1.1930-4.1933 stellvertretendes Mitglied des Preußischen Staatsrates
- 1932 NS-Reichskommissar für Südwestdeutschland
- 1.1.1933-1945 NS-Gauleiter für Hessen-Nassau
- April-28.6.1933 Mitglied des Preußischen Staatsrates
- 6.5.1933-1945 Reichsstatthalter des Volksstaats Hessen
- Gründer der NS-Tageszeitungen „Frankfurter Volksblatt“ und „Nassauer Volksblatt“
- 1938 SA-Obergruppenführer ehrenhalber
- 1944-25.3.1945 Führer des Deutschen Volkssturms im Gau Hessen-Nassau
- bei der Einnahme von Frankfurt durch US-amerikanische Truppen flüchtete er zunächst nach Osten und von dort aus nach Österreich, wo er sich am Tag der deutschen Kapitulation zusammen mit seiner Ehefrau durch Gift das Leben nahm
Funktion
- Wiesbaden, Regierungsbezirk, Kommunallandtag, Mitglied (NSDAP), 1930-1933
- Hessen-Nassau, 19. Provinziallandtag, Mitglied (NSDAP), 1930
- Hessen-Nassau, 20. Provinziallandtag, Mitglied (NSDAP), 1930
- Hessen-Nassau, 21. Provinziallandtag, Mitglied (NSDAP), 1930
- Hessen-Nassau, 22. Provinziallandtag, Mitglied (NSDAP), 1933
Werke
- Der deutsche Beamte. Spielball der Parteien oder Vertrauensmann des Volkes (1932)
- Quo vadis, deutsches Berufsbeamtentum?
Lebensorte
Oberhausen (Pfalz); Bergzabern; Mannheim; Frankfurt am Main
Familie
Vater
Sprenger, Ludwig Heinrich*, * Langerringen 15.5.1847, † Oberhausen/Rheinpfalz 8.11.1930, evangelisch, Landwirt, Sohn des Christof Sprenger, * Kapellen 20.8.1800, † 20.2.1850, Leineweber und Ackermann, und der Eva Margareta Braun, * 8.3.1805, † Langerringen 1.2.1861
Mutter
Becker, Magdalena, * Oberhausen/Rheinpfalz 18.8.1850, † Oberhausen/Rheinpfalz 2.11.1900, Heirat 10.9.1874, evangelisch, Tochter des Johannes Becker I, * Dierbach 11.1.1825, † Oberhausen/Rheinpfalz 3.2.1888, Schreiner, und der Margareta Heinz, † Kapellen 1823
Partner
Altschuh, Elisabeth, (⚭ Landau/Pfalz 10.2.1920) * Ilbesheim/Rheinpfalz 8.10.1894, † Kössen (Tirol) 8.5.1945, evangelisch, Tochter des Jacob Altschuh, * Ilbesheim/Rheinpfalz 28.1.1870, † Ilbesheim/Rheinpfalz 28.4.1927, Landwirt und 1. Bürgermeister, und der Elisabeth Ott, * 19.3.1874, † nach 1949
Nachweise
Literatur
- Wiesbaden. Das Stadtlexikon, hrsg. vom Magistrat der Landeshauptstadt Wiesbaden, Darmstadt 2017, S. 850 f. (Stephanie Zibell)
- Stadtlexikon Darmstadt, Stuttgart 2006, S. 848 (Eckhart G. Franz)
- Lilla, Der Preußische Staatsrat 1921–1933. Ein biographisches Handbuch, Düsseldorf 2005, S. 154 f.
- Burkardt/Pult, Nassauische Parlamentarier, Teil 2: Der Kommunallandtag des Regierungsbezirks Wiesbaden, Wiesbaden 2003, S. 322-324, Nr. 339
- Stephanie Zibell, Jakob Sprenger (1884–1945). NS-Gauleiter und Reichsstatthalter in Hessen, Darmstadt 1999
- Frankfurter Biographie, Bd. 2, Frankfurt am Main 1996, S. 411 f. (Reinhard Frost)
- Lengemann, MdL Hessen 1808–1996. Biographischer Index, Marburg 1996, S. 365
- Klein, Die Hessen als Reichstagswähler, Bd. 2/2, Marburg 1993, S. 2106
- Renkhoff, Nassauische Biographie, 2. Aufl., Wiesbaden 1992, S. 772, Nr. 4223
- Stockhorst, Fünftausend Köpfe. Wer war was im Dritten Reich?, Velbert/Kettwig 1967, S. 369 f.
Weblinks
Bildquelle
Hessisches Hauptstaatsarchiv Wiesbaden
Siehe auch
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Quellen und Materialien
Extern
Biografische Angebote
- Frankfurter Personenlexikon: Öffnet in neuem Fenster
- Kalliope - Verbundkatalog Nachlässe, Autographensammlungen und Verlagsarchive: Öffnet in neuem Fenster
- Wikipedia: Öffnet in neuem Fenster
- Hess. Abgeordnete = Hessische Parlamentarismusgeschichte – Abgeordnete: Öffnet in neuem Fenster
- Hessen im 19. und 20. Jahrhundert
Nachnutzung
Rechtehinweise
Metadaten: Hessisches Institut für Landesgeschichte, CC BY-SA 4.0
Abbildung: siehe Angaben unter Bildquelle
Zitierweise
Empfohlene Zitierweise
„Sprenger, Jakob, “, in: Hessische Biografie <https://lagis.hessen.de/de/personen/hessische-biografie/alle-eintraege/2003_sprenger-jakob> (aufgerufen am 17.03.2026)
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https://lagis.hessen.de/resolve/de/bio/2003