Jannasch, Wilhelm

 
geboren
8.4.1888 Ober-Peilau heute Piława Górna (Polen)
gestorben
6.6.1966 Neuwied
Beruf
Theologe, Pfarrer, Professor
Titel
Prof. Dr. theol. Lic theol. Dr. theol. h.c.
Konfession
evangelisch
GND-Explorer
124511848

Wirken

Werdegang

  • Jugend in der Brüdergemeine in Ober Peilau
  • Studium der Theologie in Marburg, Bonn, Berlin, Heidelberg
  • 1911 erstes theologisches Examen in Gnadenfeld (heute Pawłowiczki/Polen), 1912 zweites Examen in Karlsruhe
  • 1914 Promotion zum Lic.theol. Heidelberg mit einer Arbeit über Erdmuthe Dorothea von Zinzendorf
  • 1928 D.Theol.
  • Hauslehrer, 1914 Pastor (Hauptpastor) der Ägidienkirche in Lübeck, Mitglied der Synode in Kiel sowie deren Ausschuss und Kommission für ein neues Kirchengesangbuch
  • 1933-1936 Suspension durch das NS-Kirchenregime, Zwangspensionierung, Reisedienst für die BK
  • 1935/1936 Beratungs- und Rüstzeit in Burg Hohensolms
  • maßgeblich an der „Denkschrift der Vorläufigen Kirchenleitung an Hitler“ beteiligte und überbrachte sie am 4. Juni 1936 persönlich an die Reichskanzlei
  • setzte sich gemeinsam mit seiner Frau Elisabeth für den Schutz verfolgter Jüdinnen und Juden in Berlin-Frohnau ein
  • Teilnehmer der Bekenntnissynode in Barmen und der folgenden Synoden der BK, Arbeit für Berliner Gemeinden der BK
  • 1946 bis zur Emeritierung 1.10.1956 Professor für Praktische Theologie der neu errichteten Fakultät der Univ. Mainz, dann noch vier Semester bis 1958 Vertretung der Professur
  • 1947 berufenes Mitglied zum Kirchentag in Friedberg (Mainz; Dekan)
  • Kriegsverdienstkreuz 2. Klasse, für die Bergung von Verwundeten im bombardierten Dresden
  • 1962 Großes Bundesverdienstkreuz
  • zusammen mit seiner Frau Elisabeth 2020 von der Gedenkstätte Jad Vashem in die Liste der „Gerechten unter den Völkern“ aufgenommen

Werke

  • Erdmuthe Dorothea Gräfin von Zinzendorf, geborene Gräfin Reuss zu Plauen, ihr Leben als Beitrag zur Geschichte des Pietismus und der Brüdergemeine dargestellt (Diss. theol. 1915)
  • Geschichte des Lutherischen Gottesdienstes in Lübeck. Von den Anfängen der Reformation bis zum Ende des Niedersächsischen als gottesdienstlicher Sprache (1522-1633). Klotz, Gotha 1928.
  • Deutsche Kirchendokumente. Die Haltung der Bekennenden Kirche im Dritten Reich, Zollikon-Zürich: Evang. Verlag 1946.
  • Hat die Kirche geschwiegen? Materialsammlung zur Frage der Stellung der Bekennenden Kirche zum Dritten Reich. St. Michael, Frankfurt/M. 1946, 86 S.
  • Reformationsgeschichte Lübecks vom Petersablass bis zum Augsburger Reichstag 1515 - 1530, Lübeck: Schmidt-Römhild 1958, VIII, 437 S., kat. (Veröffentlichungen zur Geschichte der Hansestadt Lübeck ; Bd. 16)
  • Das Zeitalter des Pietismus. Schünemann, Bremen 1965, Wuppertal 1988 (Reprint, hg. von Martin Schmidt)
  • seit 1949 Mitherausgeber von „Verkündigung und Forschung“
  • zwischen 1925 und 1965 Mitarbeiter an „Religion in Geschichte und Gegenwart“, 2. und 3. Auflage

Lebensorte

Ober-Peilau; Marburg; Bonn; Heidelberg; Lübeck; Berlin; Mainz; Gnadenfeld

Familie

Partner

Heuer, Elisabeth, 1890-1979, Tochter des John Henry Albert Heuer, 1858, Kaufmann in Hamburg, und der Meta Hertz, 1864-1919

Verwandte

Jannasch, Christine <Tochter>

Nachweise

Quellen

  • Nachlass von Wilhelm Jannasch, Universitätsarchiv Mainz, NL 16

Literatur

Bildquelle

unb., HL Damals – Jannasch, als gemeinfrei gekennzeichnet (beschnitten)

Nachnutzung

Rechtehinweise

Metadaten: Hessisches Institut für Landesgeschichte, CC BY-SA 4.0
Abbildung: siehe Angaben unter Bildquelle

Zitierweise

Empfohlene Zitierweise

„Jannasch, Wilhelm“, in: Hessische Biografie <https://lagis.hessen.de/de/personen/hessische-biografie/alle-eintraege/19741_jannasch-wilhelm> (aufgerufen am 07.06.2026)

Kurzform der URL für Druckwerke

https://lagis.hessen.de/resolve/de/bio/19741