Quarck, Max* Ernst
geboren
9.4.1860 Rudolstadt gestorben
21.1.1930 Frankfurt am Main Beruf
Politiker, Parlamentarier, Publizist Titel
Dr. jur. GND-Explorer
116317531
Quarck, Max* Ernst
Wirken
Werdegang
- 1880 Abitur in Rudolstadt
- Studium der Rechtswissenschaften an der Universität Leipzig, 1883 Examen und Promotion
- wegen Kontakten zu Arbeitervereinen und „Beteiligung an Umsturzbestrebungen“ (Beier, S. 525) 1886 Entlassung aus dem Referendardienst in Rudolstadt
- anschließend Redakteur bei der „Deutschen Zeitung“ in Wien
- nach journalistischer Tätigkeit in Wien von Leopold Sonnemann 1887 als sozialpolitischer Redakteur zur Frankfurter Zeitung geholt
- Beitritt zum Demokratischen Verein und dem Freien Deutschen Hochstift in Frankfurt am Main
- 1891 Ausscheiden aus der Redaktion der Frankfurter Zeitung wegen Kritik an der staatlichen Sozialreform
- Engagement für die Einbindung der Arbeiterbewegung in die Frankfurter Sozialpolitik (zum Beispiel Ausschuss für Volksvorlesungen)
- 1890 Redakteur der Kaufmännischen Presse, daneben Tätigkeit als Rechtsbeistand für den Kaufmännischen Verein in Frankfurt am Main, wegen zu starkem Engagement für Kaufmannsgehilfen Entlassung
- Gründung des Vereins für kaufmännische Angestellte in Frankfurt am Main, 1896 Rückzug aus diesem Verein wegen Kritik an seiner politischen Haltung
- ab 1896 Redaktionsmitglied bei den Blättern für soziale Praxis
- 1893 Mitorganisator des Sozialen Kongresses in Frankfurt am Main, im gleichen Jahr Rechtsberater des Gewerkschaftskartells Frankfurt am Main
- 1894 Mitglied des sozialdemokratischen Vereins in Frankfurt am Main, Kandidatur für die Stadtverordnetenwahlen
- 1896-1917 Chefredakteur der Frankfurter „Volksstimme“
- 9.6.1897 (bei einer Ersatzwahl), 1898 und 30.11.1901 (bei einer Ersatzwahl) erfolglose Kandidaturen für den Deutschen Reichstag im Wahlkreis Wiesbaden 2: Eltville, Langenschwalbach, Rüdesheim, Wehen, Wiesbaden (SPD)
- 1899 Eröffnung eines Arbeitersekretariats in Frankfurt am Main, das auf die Initiative von Quarck zurückzuführen ist
- 1901 erster und zunächst einziger sozialdemokratischer Stadtverordneter in Frankfurt am Main, 1906 Verteidigung seines Mandats in Bockenheim, 1912 Verlust des Mandats, ab 1915 erneuter Einzug ins Stadtparlament
- 1907 erfolglose Kandidatur für den Deutschen Reichstag im Wahlkreis Wiesbaden 6: Kreis Frankfurt-Stadt (SPD)
- 1912 Mitglied des Deutschen Reichstages für den Wahlkreis Frankfurt am Main, Befürworter der Kriegskredite
- 1919-1920 Mitglied der Deutschen Nationalversammlung für den Wahlkreis 19 Hessen-Nassau (SPD)
- 1920 Rückzug aus der aktiven Politik
- ab 1921 Lehraufträge an der Frankfurter Akademie der Arbeit, Studien zur Geschichte der Arbeiterbewegung
- Max-Quarck-Straße in Frankfurt-Sachsenhausen
Funktion
- Frankfurt am Main, Stadtverordnetenversammlung, Mitglied (SPD), 1901-1912
- Deutschland, Nationalversammlung, Mitglied (SPD), 1919-1920
Werke
Lebensorte
Rudolstadt; Leipzig; Wien; Frankfurt am Main
Familie
Vater
Quarck, Ferdinand, GND, 1830–1880, Landgerichtsrat
Mutter
Köhler, Johanna Henriette*, 1835–1913
Partner
- Jahn, Clara Agathe*, (geschieden 1916)
- Hammerschlag, Meta, (⚭ Frankfurt am Main 6.12.1916) 1864–1954, Armenpflegerin, Kommunalpolitikerin, Frauenrechtlerin
Verwandte
- Quarck, Martin Ferdinand <Sohn>, * Frankfurt am Main, † 25.2.1916 (gefallen vor Verdun), 23 Jahre alt, Kunstgewerbler, ledig
- Quarck, Gertrud Auguste Henriette <Tochter>, * Wien 23.8.1887, † Frankfurt am Main 11.6.1949, Dr. phil., Schulrektorin, ledig
- Quarck, Martha Johanna <Tochter>, * Frankfurt am Main 11.9.1890, † Frankfurt am Main 16.6.1891
- Schönberg, Johanna, geb. Quarck <Tochter>, * Frankfurt am Main 6.3.1894, Kindergärtnerin, verheiratet Frankfurt am Main 22.10.1919 mit Arnold Bernhard Walter Schönberg, * Frankfurt am Main 28.2.1894, Lehrer in Mensfelden
Nachweise
Quellen
- HStAM Bestand 903 Nr. 9076 (Mitte (Frankfurt), Geburtsnebenregister, 1890, Nr. 3321)
- HStAM Bestand 903 Nr. 9133 (Mitte (Frankfurt), Geburtsnebenregister, 1894, Nr. 1030)
- HStAM Bestand 903 Nr. 9862 (Standesamt Frankfurt am Main V: Heiratsregister (Einträge 595–712) 14.11.1916–30.12.1916, Nr. 637)
- HStAM Bestand 903 Nr. 9901 (Standesamt Frankfurt am Main I: Heiratsregister (Einträge 1343–1500) 15.10.1919–10.11.1919, Nr. 1397)
- HStAM Bestand 903 Nr. 10442 (Frankfurt am Main, Sterbenebenregister, 1891, Nr. 1759)
- HStAM Bestand 903 Nr. 10771 (Fechenheim, Seckbach (Frankfurt am Main), Sterbenebenregister, 1916, Nr. 26)
- HStAM Bestand 903 Nr. 10978 (Frankfurt V, Sterbenebenregister, 1930, Nr. 80)
- HStAM Bestand 903 Nr. 11220 (Frankfurt I, Sterbenebenregister, 1949, Nr. 542/I)
Literatur
- Neue deutsche Biographie, Bd. 21, Berlin 2003, S. 37 f. (Ursula Ratz)
- Kai Gniffke, Genosse Dr. Quarck. Max Quarck - Publizist, Politiker und Patriot im Kaiserreich, Frankfurt am Main 1999
- Frankfurter Biographie, Bd. 2, Frankfurt am Main 1996, S. 158 f. (Kai Gniffke)
- Klein, Die Hessen als Reichstagswähler, Bd. 2/2, Marburg 1993, S. 2105
- Klein, Die Hessen als Reichstagswähler, Bd. 1, Marburg 1989, S. 625, 630, 636, 901, 906, 1042
- Beier, Arbeiterbewegung in Hessen, Frankfurt am Main 1984, S. 525 f.
Bildquelle
unbekannter Fotograf, WP Quarck Max, als gemeinfrei gekennzeichnet (beschnitten)
Nachnutzung
Rechtehinweise
Metadaten: Hessisches Institut für Landesgeschichte, CC BY-SA 4.0
Abbildung: siehe Angaben unter Bildquelle
Zitierweise
Empfohlene Zitierweise
„Quarck, Max* Ernst“, in: Hessische Biografie <https://lagis.hessen.de/de/personen/hessische-biografie/alle-eintraege/19708_quarck-max-ernst> (aufgerufen am 13.04.2026)
Kurzform der URL für Druckwerke
https://lagis.hessen.de/resolve/de/bio/19708