Kleinschmidt, Johannes
Wirken
Werdegang
- Städtische Gelehrtenschule Kassel, imm. Marburg 1553; Studium in Italien, Juris Utriusque Doctor (JUD) Basel
- Regierungsprokurator
- 1567 Rat Landgraf Wilhelms IV. von Hessen-Kassel, vertrat die vier Teile der hessischen Landgrafschaft auf den Reichstagen in Augsburg und Regensburg
- 1571 Gräflich Bentheimischer Kanzler (fraglich)
- 1573/74 Kanzler Landgraf Georg I. in Hessen-Darmstadt
- Verfasser des bis ins 19. Jahrhundert geltenden Landrechts von Hessen-Darmstadt
Funktion
- Hessen, Rat, 1567
- Hessen, Reichstagsgesandter
- Bentheim, Kanzler, 1571-1573 (?)
- Hessen-Darmstadt, Kanzler, 1575-1587
Familie
Vater
Mutter
Weitzel, Elisabeth, * 1514, Tochter des Johann Weitzel d. Ä.
Partner
Klüppel, Catharina, (⚭ Kassel-Altstadt 11.5.1568) aus Korbach, † Darmstadt 5.11.1590, Witwe des N.N. Weiters
Verwandte
- Kleinschmidt, Johann <Sohn>, Bürgermeister in Kassel
- Kleinschmidt, Heinrich <Sohn>, * Kassel 22.2.1571, † Marburg 17.6.1648, evangelisch, Hofgerichtsrat
Leben
Aus der Biografie
Johann Kleinschmidts Vater stammte aus Homberg/Efze und erreichte in Kassel das Amt des Ratsherrn, Schöffe und Kämmerers. Der Sohn konnte daraufhin in Marburg die Rechte studieren und eine Bildungsreise nach Italien an das Studium anschließen. Seine erste Anstellung erhielt er als Regierungs-Prokurator in Kassel. 1567 war er Rat in der Kanzlei in Kassel. Schon 1566 und 1567 ist er Gesandter der Landgrafen auf den Reichstagen in Augsburg und Regensburg.
Dieser Erfahrung ist es zu verdanken, daß er 1571-1573 von der Gräfin Anna zu Bentheim-Tecklenburg als Kanzler ernannt wurde.
1573/74 rief ihn dann Landgraf Georg I. als seinen ersten Kanzler nach Darmstadt. Hier machte er sich um die Konstitutierung des Landesteil als eigenständiges Territorium besonders verdient. Das von ihm verfaßte hessische Landrecht Hessen-Darmstadts hatte bis ins 19. Jahrundert Gültigkeit.
Johann Kleinschmidt heiratete noch in Kassel 1568 Catharina Klüppel aus Korbach. Der Sohn Johann wurde Bürgermeister in Kassel, der Sohn Heinrich Samt-Hofgerichtsrat in Marburg. Die Tochter Magdalena heiratete den Darmstädter Kammer-Secretair Heinrich Wogesser. Ihre Nachkommen wirkten ebenfalls in Darmstadt führend in der Verwaltung.
Johann Kleinschmidt wurde am 25. Juli 1587 in der Stadtkirche in Darmstadt begraben.
Lupold von Lehsten
Nachweise
Literatur
- ADB, Bd. XVI, 108 (Stintzing)
- Neue deutsche Biographie, Bd. 12, S. 7 f. (Thomas Löhr)
- Kassel Lexikon, hrsg. von der Stadt Kassel, Bd. 1, Kassel 2009, S. 337 (Karl-Heinz Nickel)
- Stadtlexikon Darmstadt, Stuttgart 2006, S. 496 f. (Alexa-Beatrice Christ)
- F. W. Strieder, Grundlage zu einer hessischen Gelehrten- und Schriftsteller-Geschichte, Bd. VII, S. 144
- Wannagat (Hrsg.), Kassel als Stadt der Juristen (Juristinnen), Köln u. a. 1990, S. 446
- Gundlach, Die hessischen Zentralbehörden von 1247 bis 1604, Bd. 3: Dienerbuch, Marburg 1930, S. 130, 368
Weblinks
Nachnutzung
Rechtehinweise
Metadaten: Hessisches Institut für Landesgeschichte, CC BY-SA 4.0
Zitierweise
Empfohlene Zitierweise
„Kleinschmidt, Johannes“, in: Hessische Biografie <https://lagis.hessen.de/de/personen/hessische-biografie/alle-eintraege/1458_kleinschmidt-johannes> (aufgerufen am 04.11.2026)
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