Meisterlin, Johann Friedrich*
Wirken
Werdegang
- 1800 Besuch des Gymnasiums in Hanau
- 2.5.1805-1807 Studium der Rechte an den Universitäten Marburg und (ab 28.4.1806) Heidelberg
- 1807 Advokat und Prokurator am Hanauer Hofgericht
- 1813 Aktuar und Vikar am Friedensgericht in Hanau, Friedensgerichtsassessor
- erlangte 1813 die Gunst des Kurfürsten durch die spektakuläre Verteidigung eines Bürgers vor dem französischen Militärgericht
- 1813 Mitglied des Truppenverpflegungsrates in Hanau
- Advokat in Hanau
- Februar 1814-1821 Amtmann in Veckerhagen, befreite den Bezirk von den Diebes- und Gaunerbanden, 1818 Titel „Rat“
- 19.9.1821 Kreisrat des Kreises Eschwege
- 27.12.1822 Kreisrat des Kreises Hofgeismar
- 18.4.1824-1831 Kammerrat bei der Kasseler Finanzkammer, beauftragt mit der Leitung und der Aufsicht über das indirekte Steuerwesen
- 20.12.1826-5.7.1834 Mitglied des leitenden Ausschusses des Handels- und Gewerbevereins in Kassel
- 1830/31 beteiligt an den Verhandlungen über den Zollvertrag mit Preußen in Hannover
- 15.11.1831 Direktor der Steuerdirektion (seit 1833: Obersteuerdirektion) in Kassel
- 30.5.1832-1834 kurhessischer Landtagskommissar (anstelle Eggenas), „als solcher eifrig bemüht, die Meinungsverschiedenheiten zwischen Regierung und Ständen auszugleichen“ (Losch, S. 38)
- 9.2.-13.9.1834 Vorstand des Finanzministeriums, Ministerialdirektor
- 19.7.1834 Meisterlin und seine Kollegen geben dem Mitregenten die schriftliche Zusicherung, dass sie bei einer Rückkehr des Kurfürsten dessen Weisungen weder durch Kontrasignatur noch anderweitig Folge leisten würden, bevor der Mitregent zugestimmt habe, dass sie von allem, was dem Kurfürsten vorzutragen wäre, den Mitregenten in Kenntnis setzen würden und dass sie während dieser Zeit nicht um Entbindung von ihren Departements nachsuchen würden
- 26.9.1834 Versetzung in den Wartestand
- 28.8.1835 Zweiter Direktor und 2.11.1836-1847 alleiniger Direktor der Oberfinanzkammer Kassel
- versuchte die Meinungsverschiedenheiten zwischen den Ständen und der Regierung auszugleichen, seine Wahl zum Mitglied der Stände als Vertreter der Stadt Hanau 1836 wurde vom Landesherrn abgelehnt
- 12.8.1841-1847 Mitglied der Direktion der Zivil-, Witwen- und Waisenanstalt in Kassel
- 1842 die Wahl zum Abgeordneten der Residenz Kassel für kurhessische Ständeversammlung lehnte er selbst ab: „höherem Willen folgend“
- 1845-1847 Direktor der Leih- und Kommerzbank in Kassel
- galt außerdem als exzellenter Geigenspieler
- Träger des Commandeurskreuzes 2. Klasse, des Roten Adlerordens 2. Klasse, des Großherzoglich Hessischen Commandeurskreuzes 2. Klasse, des sächsischen Falkenordens und des Ritterkreuzes des Guelphenordens
Funktion
- Eschwege, Landkreis, Kreisrat, 1821-1822
- Hofgeismar, Landkreis, Kreisrat, 1822-1824
- Kurhessen, 01. Landtag, Landtagskommissar, 1831-1832
- Kurhessen, 02. Landtag, Landtagskommissar, 1833
- Kurhessen, 03. Landtag, Landtagskommissar, 1833
- Kurhessen, 04. Landtag, Landtagskommissar, 1833-1835
Lebensorte
Hanau; Marburg; Heidelberg; Veckerhagen; Eschwege; Hofgeismar; Kassel
Familie
Vater
Meisterlin, Karl* Dietrich, † 1814, Hofgerichtsrat in Hanau
Mutter
Recordon, Jakobine, † 1821, Tochter des Heinrich Wilhelm Recordon, hessen-kasselischer Leutnant
Partner
Weis, Louise, (⚭ 1813) † 1834, Tochter des Karl Friedrich Weiß, Pfarrer in Hofgeismar
Verwandte
Schenck zu Schweinsberg, Luise, geb. Meisterlin <Tochter>, 1814–1853, verheiratet mit Ludwig Schenck zu Schweinsberg, 1811–1889, kurhessischer Generalmajor, Kommandant von Kassel
Nachweise
Quellen
Literatur
- Grothe, Die Abgeordneten der kurhessischen Ständeversammlungen 1830–1866, Marburg 2016, Nr. KSV-294
- Wannagat (Hrsg.), Kassel als Stadt der Juristen (Juristinnen), Köln u. a. 1990, S. 466
- Höffner, Kurhessens Ministerialvorstände der Verfassungszeit 1831–1866, Gießen 1981, S. 213-217
- Losch, Die Abgeordneten der Kurhessischen Ständeversammlungen von 1830 bis 1866, Marburg 1909, S. 38
Siehe auch
Extern
Biografische Angebote
Nachnutzung
Rechtehinweise
Metadaten: Hessisches Institut für Landesgeschichte, CC BY-SA 4.0
Zitierweise
Empfohlene Zitierweise
„Meisterlin, Johann Friedrich*“, in: Hessische Biografie <https://lagis.hessen.de/de/personen/hessische-biografie/alle-eintraege/14023_meisterlin-johann-friedrich> (aufgerufen am 18.04.2026)
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