Helfrich von Rüdigheim 1521, Mosbach

Helfrich von Rüdigheim 1521, Mosbach
Standort
Gebäude / Areal
Mosbach, Katholische Kirche
Angaben zum Standort
Die Platte ist heute innen in der Nordwand des alten Chores eingemauert.
Heutiger Aufbewahrungsort
Merkmale
Datierung
1521
Typ
Material
Erhaltung
erhalten
Größe
90 x 184 cm (B x H)
Größe der Buchstaben
7,4 (A), 3,5 (B) cm
Beschreibung
Die Grabinschrift (A) läuft auf dem Rand zwischen Linien um, während sich die Stifterinschrift (B) unten im eingetieften Feld auf einem Spruchband befindet. Darüber ist ein Vollwappen angebracht.
Geschlecht, Alter, Familienstand
Stand
Enthaltene Wappen
Rüdigheim.
Dargestellte Personen
Johanniterkomtur Helfrich von Rüdigheim.
Helfrich war vermutlich ein Sohn des Johann von Rüdigheim gen. von Rückingen und der Kunzele Dugel von Carben. Für 1359 ist er als Komtur zum Heiligen Grabe in Mainz und 1370 als Komtur der Johanniterkommende in Mosbach belegt. Im Jahr 1371 wurde er Komtur in Frankfurt. Dort läßt er sich ab 1377 zum zweitenmal in diesem Amt nachweisen, das er mindestens bis 1395 behielt. Gleichzeitig war er in zwei Perioden Komtur in Mosbach, und zwar von 1381 bis 1387 und von 1393 bis zu seinem Tod 1399. Für 1387 ist er auch als Komtur der Kommende zu Meisenheim am Glan (Lkr. Bad Kreuznach) erwähnt. In den Urkunden wird Helfrich zudem noch von 1382 bis 1397 als Bailli in der Wetterau genannt.1)
Der Johanniter Johannes Eckstein war gleichzeitig Schaffner der Mosbacher Kommende und Pfarrer des Ortes. Er wird zum erstenmal 1512 und zum letztenmal 1529 erwähnt. Sein Todesdatum ist unbekannt.2) Aus Inschrift (B) kann man erschließen, daß die neugefertigte Grabplatte als Ersatz für die ursprüngliche Platte Helfrichs von Rüdigheim diente, die offenbar beschädigt worden war. Ziel der Neuanfertigung war es vermutlich, die Memoria des wohl bedeutendsten Komturs der Mosbacher Kommende und damit die Erinnerung an die ehemalige Bedeutung des Ortes zu sichern, denn Mosbach hatte an der Wende vom 15. zum 16. Jahrhundert seine Eigenständigkeit verloren und war zu einem membrum von Frankfurt geworden.3) Die Neuanfertigung der Platte spiegelt auch die Bemühungen des Johannes Eckstein um eine Verbesserung der Ausstattung der Mosbacher Kirche wider. Er ließ drei neue Altäre errichten,4) stiftete ein neues Sakramentshaus und ließ die Fenster des Chores verändern.
Inschrift
Umschrift
A -- Anno · M · ccc · xc · ix · v° · / kalendas · febrvary · obyt · religiosvs · frat[(er) · H]el/fe[ric]vs · de · Rvdekem / Come(n)dator · hvi(vs) · dom(vs) · cvi(vs) · a(n)i(m)a · r(equiescat) · in · p(ace) · a(men) ·
B -- istv(m) · lapid(em) · renova/vit · religi(osus) / · fr(ater) · ioh(annes) · eckst/ey(n) · i(n) · An(n)o · / 15 · 21
Übersetzung
(A) Im Jahr 1399, am fünften Tag vor den Kalenden des Februar (28. Januar) starb der fromme Bruder Helfrich von Rüdigheim, Komtur dieses Hauses, dessen Seele in Frieden ruhen möge, Amen.
(B) Diesen Stein hat der fromme Bruder Johannes Eckstein im Jahr 1521 erneuert.
Schrift
Nachweise
Fußnoten
Literatur
- Würdtwein, Epitaphienbuch 361
- Steiner, Bachgau I 268
- Herchenröder, Kunstdenkmäler Dieburg S. 212
- Dörr, Mosbach 35, Abb. 23.
Bearbeitung
Die Inschriften der Stadt Darmstadt und der Landkreise Darmstadt-Dieburg und Groß-Gerau. Gesammelt und bearbeitet von Sebastian Scholz (Die Deutschen Inschriften 49), 1999, S. Nr. 148.
Indizes
Sachbegriffe
Wappen
Siehe auch
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Orte
Personen
Quellen und Materialien
Nachnutzung
Rechtehinweise
Erschließung: Die Rechte liegen bei den Urhebern, vgl. die Angaben im Abschnitt „Bearbeitung“
Abbildung(en): siehe die Angaben beim jeweiligen Digitalisat
Zitierweise
Empfohlene Zitierweise
„Helfrich von Rüdigheim 1521, Mosbach“, in: Grabdenkmäler <https://lagis.hessen.de/de/personen/grabdenkmaeler/alle-eintraege/47_helfrich-von-ruedigheim-1521-mosbach> (aufgerufen am 02.11.2026)
Kurzform der URL für Druckwerke
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