Blicker XIV. Landschad von Steinach und Mia von Helmstatt 1496 / 1499, Neckarsteinach

Blicker XIV. Landschad von Steinach und Mia von Helmstatt 1496 / 1499, Neckarsteinach
Standort
Gebäude / Areal
Neckarsteinach, Evangelische Kirche
Angaben zum Standort
Das Epitaph, das ursprünglich außerhalb der Kirche am Ölberg stand,
Heutiger Aufbewahrungsort
Merkmale
Datierung
1496; 1499
Typ
Material
Erhaltung
erhalten
Größe
122 x 260 cm (B x H)
Größe der Buchstaben
3,5 cm
Beschreibung
Unter einer Kielbogenarchitektur stehen zwei einander leicht zugewandte Figuren. Links ist der auf einem Löwen stehende Ritter in voller Rüstung mit Schallern dargestellt, der die Hände auf der Brust gefaltet hat, rechts die Frau in zeitüblicher Tracht, deren Hände ebenfalls auf der Brust gefaltet sind. Auf einer schmalen Säule zwischen den beiden Figuren befindet sich ein Christuskopf. Auf den Seiten ist in den Ecken jeweils ein Vollwappen angebracht. Die Inschriften verlaufen zwischen Linien außen auf den Leisten und zwar links von unten nach oben und rechts von oben nach unten. Figuren wie Inschriften sind durch Verwitterung teilweise stark beschädigt.
Es läßt sich deshalb nicht entscheiden, ob das Epitaph nach dem Tode Mias oder erst nach dem Tode Blickers XIV. angefertigt wurde.
Die kunsthistorische Forschung hat bereits verschiedentlich auf die Ähnlichkeit dieses Epitaphs mit dem Epitaph für Hans VIII. von Hirschorn (+ 1513) und Irmgart von Handschuhsheim (+ 1496) hingewiesen.
Geschlecht, Alter, Familienstand
Stand
Enthaltene Wappen
Landschaden von Steinach, Sachsenheim; Helmstatt, Weingarten.
Dargestellte Personen
Ritter Blicker XIV. Landschad von Steinach und seine Frau Mia von Helmstatt.
Blicker XIV. war ein Sohn Dieters III. Landschad von Steinach und Annas von Sachsenheim.3 Irschlinger geht davon aus, daß Blicker im Jahr 1499 starb, da er in diesem Jahr zum letztenmal urkundlich nachweisbar ist.4)
Blicker gehörte zu den engsten Vertrauten der pfälzischen Kurfürsten Friedrich I. und Philipp I. Er bekleidete u.a. das Amt des Burggrafen zu Alzey (ca. 1470-72) und war Hofmeister am Heidelberger Hof (1473-84). Nach einem Streit mit Kurfürst Philipp verließ er die Pfalz und war im Rat Herzog Georgs von Landshut tätig. Später wurde er Viztum in Niederbayern (1492-94), bevor er wieder in die Pfalz zurückkehrte.5) Die Bedeutung Blickers XIV. liegt außerdem darin, daß er seinen Besitz erheblich ausdehnen und sich eine hervorragende materielle Basis schaffen konnte.
Mia von Helmstatt war eine Tochter Martins von Helmstatt und Elisabeths von Weingarten. Die Hochzeit mit Blicker XIV. fand um 1453 statt.
Inschrift
Umschrift
A Anno · d(omi)ni · [... ist] gestorbe(n) der · edel · und · fest · Blicker lantschaden · lie · hie · begraben · dem · wol got · gnedig · sin
B Anno d(omi)ni dvse ccccxcvi · ist · gestorbe(n) · die edel frawe · Mye · geborn · von · helmstet · vnd lie hie begraben deren seel got · barm[. . .]
Schrift
Nachweise
Fußnoten
Literatur
- Inschriften Neckarsteinach 46
- Schweitzer, Grabmäler 63
- Möller/Krauß, Neckarsteinach 98
- Schnellbach, Plastik 125
- Siebeck, Inschriften 38
- Schaum-Benedum, Figürliche Grabsteine 197.
Bearbeitung
Die Inschriften des Landkreises Bergstraße, gesammelt und bearbeitet von Sebastian Scholz (Die Deutschen Inschriften 38), 1994, S.60 f., Nr. 79.
Indizes
Siehe auch
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Orte
- Hessische Flurnamen
- Historische Kartenwerke
- Topografie des Nationalsozialismus in Hessen
- Historisches Ortslexikon
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Personen
Quellen und Materialien
Nachnutzung
Rechtehinweise
Erschließung: Die Rechte liegen bei den Urhebern, vgl. die Angaben im Abschnitt „Bearbeitung“
Abbildung(en): siehe die Angaben beim jeweiligen Digitalisat
Zitierweise
Empfohlene Zitierweise
„Blicker XIV. Landschad von Steinach und Mia von Helmstatt 1496 / 1499, Neckarsteinach“, in: Grabdenkmäler <https://lagis.hessen.de/de/personen/grabdenkmaeler/alle-eintraege/458_blicker-xiv-landschad-von-steinach-und-mia-von-helmstatt-1496-1499-neckarsteinach> (aufgerufen am 03.11.2026)
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