Lisa (1151-1249), Lorsch

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Ortsname
Lorsch
Landkreis
Bergstraße
Topografische Karten
KDR 100, TK25 1900 ff.

Standort

Angaben zum Standort

Die heute verlorene Platte lag früher hinter dem Portal der Klosterkirche flach im Boden.

Merkmale

Datierung

2. Hälfte 12. Jahrhundert - Mitte 13. Jahrhundert

Typ

Erhaltung

verloren

Beschreibung

Geschlecht, Alter, Familienstand

Stand

Dargestellte Personen

Lisa.
Die hier genannte Lisa dürfte mit der im Lorscher Totenbuch zu viii kal. sept. genannten „Elysa comitissa" identisch sein, die zwei Schenkungen an das Kloster machte, die aber nicht näher datierbar sind.3)

Inschrift

Umschrift

+ Mortua Lisa iaces nec
habes virtute sequaces
Heu cadis octavis septembris rapta calendis

Übersetzung

Tot liegst Du hier, Lisa, und keiner folgt Dir in der Tugend nach. Ach, uns entrissen starbst Du am achten Tag vor den Kalenden des September (25. August).

Kommentar

Inschrift Nach Helwich, Syn. Zwei leoninische Hexameter.
Die Gestaltung der Verse gibt Anhaltspunkte für eine ungefähre zeitliche Einordnung der Inschrift. Der erste leoninische Hexameter ist zweisilbig rein gereimt. Ob der zweisilbig unreine Binnenreim mit habes beabsichtigt war, läßt sich nicht entscheiden. Der zweite Vers ist nur einsilbig rein, da bei Angabe des Monats und der Kalenden ein zweisilbiger Reim kaum herzustellen ist. Zweisilbig reine Reime sind in der mittellateinischen Dichtung seit etwa 1100 die Regel.1) In Inschriften begegnen zweisilbig rein gereimte Verse seit dem zweiten Viertel des 11. Jahrhunderts. Sie überwiegen ab dem zweiten Viertel des 12. Jahrhunderts.2) Die alleinige Nennung des Todestages ist bis in die Mitte des 13. Jahrhunderts üblich. Sie wird dann von der Datierung mit „Anno Domini" abgelöst. Für die Inschrift ist also eine ungefähre Entstehungszeit zwischen dem zweiten Viertel des 12. und der Mitte des 13. Jahrhunderts anzunehmen.

Nachweise

Fußnoten

  1. Lorscher Totenbuch fol. 91v. ↑
  2. Meyer, Gesammelte Abhandlungen I 193 u. 277-283, II 125. ↑
  3. Bayer, Metrische Inschriften 120-124, dessen Untersuchung allerdings auf einer relativ schmalen Materialbasis beruht. ↑

Literatur

  • Helwich, Syn. 397
  • Helwich, Ant. Lauresham. 107.

Bearbeitung

Die Inschriften des Landkreises Bergstraße, gesammelt und bearbeitet von Sebastian Scholz (Die Deutschen Inschriften 38), 1994, S. 18, Nr. 16.

Nachnutzung

Rechtehinweise

Erschließung: Die Rechte liegen bei den Urhebern, vgl. die Angaben im Abschnitt „Bearbeitung“
Abbildung(en): siehe die Angaben beim jeweiligen Digitalisat

Zitierweise

Empfohlene Zitierweise

„Lisa (1151-1249), Lorsch“, in: Grabdenkmäler <https://lagis.hessen.de/de/personen/grabdenkmaeler/alle-eintraege/415_lisa-1151-1249-lorsch> (aufgerufen am 03.11.2026)

Kurzform der URL für Druckwerke

https://lagis.hessen.de/resolve/de/gdm/415