Johann Heinrich Heiss 1626, Hersfeld

19378F4F-88AF-441E-BC79-64A0466C0DEA
Ortsname
Bad Hersfeld
Topografische Karten
KDR 100, TK25 1900 ff.

Standort

Gebäude / Areal

Bad Hersfeld, Stiftskirche/Stiftsruine oder Evangelische Stadtkirche.

Heutiger Aufbewahrungsort

Angaben zum Aufbewahrungsort

Die Platte aus hellgrauem Sandstein steht heute im Dachgeschoß des Museums (Inv. Nr. D 88/6).

Merkmale

Datierung

1626

Typ

Material

Erhaltung

erhalten

Größe

46 x 113 cm (B x H)

Größe der Buchstaben

2,7 cm

Beschreibung

Grabplatte für Johann Heinrich Heiss. Inschrift (A) läuft auf dem Rand um, während das Grabgedicht (B) oben im eingetieften Feld platziert ist. Darunter sind zwei Wappen angebracht, unter denen sich die Darstellung eines Wickelkindes befindet, das über dem Kopf mit einem Kreuz als Todessymbol versehen ist. Die linke Leiste ist beschädigt, wodurch Textverlust eingetreten ist. Als Wort- und Verstrenner dienen Quadrangel, unspezische Punkte und Kommata.
Während des Dreißigjährigen Krieges wurde Hersfeld 1623 von den Truppen Tillys besetzt. Zwar zogen die Truppen 1625 zunächst wieder ab, doch folgten später immer wieder neue Einquartierungen;3) so könnte Heiss zum Liga-Fußregiment Plarer gehört haben, das noch in Hersfeld stationiert war.4)
Mit den kaiserlichen Truppen scheint auch Georg/Jörg Heiss gemeinsam mit seiner Frau nach Hersfeld gekommen zu sein. Da der kleine Johann Heinrich als Wickelkind dargestellt ist, wurde er möglicherweise sogar in Hersfeld geboren und fiel dann vermutlich der dort 1626 herrschenden Pest5) zum Opfer. Unter dem Datum der Inschrift steht im Kirchenbuch ein Kind Johannes (…), Sohn eines bayrischen Militärs(?) mit dem Zusatz „in der Herberge“, aber nicht unter dem Namen Heiss.6)

Geschlecht, Alter, Familienstand

Enthaltene Wappen

Heiss1)#Ein doppelschwänziger Leopard, nach Zillinger ein springender Löwe – eine Mähne nicht vorhanden.; unbekannt2)#Ein Mann, in der rechten Hand eine Fackel haltend..

Inschrift

Umschrift

A Des Ehrnvesten vnd vorn=/em(m)en Jörgen Heÿssen Roem(isch)
Kaÿ(serlich) Churf(ürstlich) Baÿe(rischer) kriegs ARMADA / Regiments
COM(M)ISSARI/EN dan seiner Eligen hausfrawen CH[– – –]ot5 sohn
B Den ◦ 18 ◦ Junÿ ◦ 1626 ◦ /
bin ich Iohan Heinrich / Heÿss sanftmietiglich /
in meinen herrn Gott / gans williglich ◦ /
ohn sorg vnd Forcht ent/schlaffen ein, /
Im himmelsthron ein / ein engel zesein ◦ /
Ich hab erstande mei(n) not /
die ein ander noch vor im ha(t)/
am Jungsten dag werdt / ich auffstehen, /
vnd frölich gott meinen / herren sehen ◦

Kommentar

Deutsche Reimverse (B).

Schrift

Nachweise

Fußnoten

  1. Demme, Nachrichten II 19–28. ↑
  2. So vermutet Zillinger 99. ↑
  3. Vgl. zur Pest Demme, Nachrichten II 29; Neuhaus, Kirchenbuch 102. ↑
  4. Kirchenbuch Hersfeld 1/1626. ↑

Literatur

  • Zillinger, W., Alte Hersfelder Grabsteine sagen aus, in: HJH 26 (1980/81), S. 97–102, hier S. 98 (m. Abb.).

Bearbeitung

Indizes

Nachnutzung

Rechtehinweise

Erschließung: Die Rechte liegen bei den Urhebern, vgl. die Angaben im Abschnitt „Bearbeitung“
Abbildung(en): siehe die Angaben beim jeweiligen Digitalisat

Zitierweise

Empfohlene Zitierweise

„Johann Heinrich Heiss 1626, Hersfeld“, in: Grabdenkmäler <https://lagis.hessen.de/de/personen/grabdenkmaeler/alle-eintraege/2305_johann-heinrich-heiss-1626-hersfeld> (aufgerufen am 02.11.2026)

Kurzform der URL für Druckwerke

https://lagis.hessen.de/resolve/de/gdm/2305