Qalaqit 5. / 6. Jahrhundert?, Wiesbaden

19378F4F-88AF-441E-BC79-64A0466C0DEA
Ortsname
Wiesbaden
Landkreis
Wiesbaden, Stadt
Topografische Karten
KDR 100, TK25 1900 ff.

Standort

Gebäude / Areal

Wiesbaden, Museum

Angaben zum Standort

Aus dem Gräberfeld Schwalbacher Straße / Luisenstraße, 1873 gefunden.

Heutiger Aufbewahrungsort

Merkmale

Datierung

5.-6. Jahrhundert (?)

Typ

Material

Erhaltung

erhalten

Größe

42.5 x 44 cm (B x H)

Größe der Buchstaben

3 cm

Beschreibung

Kleiner Block mit dreizeiliger Inschrift zwischen Doppellinien, darunter Christogramm mit zwei Tauben, Alpha und Omega.
Der Stein gleicht äußerlich sehr stark denen des Eppo und der Runa; auch hier wurde der Name einer keltiberischen Bevölkerungsgruppe zugewiesen.2)

Geschlecht, Alter, Familienstand

Dargestellte Personen

Qalaqit.
Es dürfte sich um den germanischen Namen *Wala(h)wit3) handeln, bei dem der für Romanen fremde Laut w als q verschriftet wurde. Diesen romanischen Lautersatz (auch qu, gu, g) fand man vermehrt und früh im galloromanischen Bereich, am Hochrhein in der alten Raetoromania und vereinzelt auch im Rheinland.4)

Inschrift

Umschrift

HIC QVIESCI/T IN PACE QALAQIT / QVI VIXSET AN(NOS) X / A(LPHA) O(MEGA)

Übersetzung

Hier ruht in Frieden Qalaqit, der 10 Jahre lebte.

Kommentar

Inschrift neu rot ausgemalt.

Schrift

Nachweise

Fußnoten

  1. Staab, Untersuchungen 24-27, Renkhoff, Wiesbaden im Mittelalter 2. ↑
  2. Vgl. zu den Bestandteilen des Namens Förstemann, Namenbuch I Sp. 1513 ff., 1562 ff. ↑
  3. Lautersatz bestritten bei Reichert, Lexikon I 544, vgl. aber Haubrichs/Pfister „In Francia fui“ 23 ff. Haubrichs, Saarbrücken, schloß Belege für dieses Phänomen östlich der Francia nicht aus und nannte als Beispiel Queidersbach (Lkr. Kaiserslautern) a. 976 Quideredesbach, zum Personennamen Qu(der(d, romanisiert aus W(der(d. ↑

Literatur

  • Wichtigste Belege (weitere Literatur bei Boppert): Becker, Die altchristl. Inschriften 181 Nr. 4
  • Kraus, Christl. Inschriften I 29 Nr. 51 Taf. VI 4
  • Le Blant, Nouveau Recueil Nr. 429
  • Reeb, Germanische Namen 46; CIL XIII Nr. 7602
  • Kutsch, Vor- und Frühgeschichte 80
  • Mattiaci 11 (Zeichnung)
  • Diehl, Inscript. lat. Nr. 3111 A adn
  • Schoppa, Völkerwanderungszeit 45 Nr. 170
  • Boppert, Die frühchristl. Inschriften 148f. (mit Abb.)
  • Schoppa, Aquae Mattiacae 109
  • Renkhoff, Wiesbaden im Mittelalter 3 Abb. 1b
  • Wolf, Kirchen in Wiesbaden 20 (Abb.).

Bearbeitung

Die Inschriften der Stadt Wiesbaden. Gesammelt und bearbeitet von Yvonne Monsees, unter Mitarbeit von Rüdiger Fuchs (Die Deutschen Inschriften 51), 2000, S. 8, Nr. 5.

Nachnutzung

Rechtehinweise

Erschließung: Die Rechte liegen bei den Urhebern, vgl. die Angaben im Abschnitt „Bearbeitung“
Abbildung(en): siehe die Angaben beim jeweiligen Digitalisat

Zitierweise

Empfohlene Zitierweise

„Qalaqit 5. / 6. Jahrhundert?, Wiesbaden“, in: Grabdenkmäler <https://lagis.hessen.de/de/personen/grabdenkmaeler/alle-eintraege/2102_qalaqit-5-6-jahrhundert-wiesbaden> (aufgerufen am 02.11.2026)

Kurzform der URL für Druckwerke

https://lagis.hessen.de/resolve/de/gdm/2102