Frau Greiffenclau zu Vollrads Mitte 14. Jahrhundert ?, Winkel
Standort
Gebäude / Areal
Winkel, Katholische Pfarrkirche St. Walburga
Angaben zum Standort
Im Chor auf der rechten Seite.
Heutiger Aufbewahrungsort
Beschreibung
Geschlecht, Alter, Familienstand
Stand
Dargestellte Personen
Ehefrau des Ritters Friedrich von Greiffenclau zu Vollrads.
Eine alte Greiffenclau-Platte lag noch 1950 beschädigt in der Kirche.1) Bringt man diese mit der Inschrift zusammen, so käme die Ehefrau des 1351 verstorbenen und in Winkel bestatteten Friedrich I. Greiffenclau, Katharina von Steinkallenfels, in Betracht, die Humbracht als Tochter Siegfrieds von Steinkallenfels und Mechthilds von Gemmingen bezeichnete.2) Dies hat allerdings nur dann Sinn, wenn wir bei dem von Helwich bruchstückhaft entzifferten Vornamen eine falsche Endung unterstellen. Helwich überlieferte nur die Nähe des Steines zu der Grabplatte des 1351 verstorbenen Friedrich von Greiffenclau und schloß daraus, daß es sich bei der unbekannten Verstorbenen um dessen Ehefrau (uxor eius) handeln müsse. Stimmt die Helwichsche Vermutung nicht, so basiert die Suche in der Greiffenclauschen Familiengenealogie auf der Prämisse einer richtig gelesenen Vornamensendung auf dis und der Zuordnung zu einem anderen Friedrich. Dabei enthält der zeitliche Rahmen die Ungewißheit des verstümmelt überlieferten Sterbejahres. In der Familiengenealogie der Greiffenclau zu Vollrads käme im 14. Jahrhundert zur Identifizierung der fraglichen Person am wahrscheinlichsten eine der beiden Ehefrauen Friedrichs II., des Sohnes Friedrichs I. und eben der Katharina, in Frage. So könnte es sich möglicherweise um die erste Ehefrau dieses Friedrich Greiffenclau, Isengard(is), gehandelt haben. Sie war die Tochter Hermanns von der Porten zu Montfort und verstarb vor 1362.3) Friedrich (II.) verheiratete sich nach ihrem Tode kurz vor 1363 mit einer Mechthild(is).4)
1) Lt. Eintragung in: Greiffenclau, Die 24 Generationen Bl. 5.
2) Humbracht Taf. 32. Daß es sich bei der verstümmelten Grabinschrift um diejenige der Steinkallenfelserin handelte, fügte Roth, Geschichtsquellen III 288 ohne Quellenangabe marginal hinzu, obwohl Helwich aufgrund der zeitgenössischen Fehlstellen keine Identifizierung mehr vornehmen konnte.
3) Aus dieser Ehe stammte der Sohn Friedrich, der sich nach 1390 mit Irmgard von Ippelbrunn verehelichte, s. Möller, Stammtafeln NF I Taf. XVIII; auch Greiffenclau, Die 24. Generationen Bl. 5.
4) Möller, ebd. sah in ihr eine Tochter Johann Kämmerers von Worms.
Inschrift
Umschrift
Anno domini m · ccc [ . . . ] obiit domina [ . . . ]dis vxor Friderici militis dicti Griffenclaw de Volrats.
Kommentar
Nach Helwich.
Nachweise
Literatur
- Helwich, Syntagma 274
- Zaun, Landkapitel 219
- Roth, Geschichtsquellen III 288.
Bearbeitung
Die Inschriften des Rheingau-Taunus-Kreises. Gesammelt und bearbeitet von Yvonne Monsees (Die Deutschen Inschriften 43), 1997, S. 72 f., Nr. 73.
Siehe auch
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Orte
Personen
Quellen und Materialien
Nachnutzung
Rechtehinweise
Erschließung: Die Rechte liegen bei den Urhebern, vgl. die Angaben im Abschnitt „Bearbeitung“
Abbildung(en): siehe die Angaben beim jeweiligen Digitalisat
Zitierweise
Empfohlene Zitierweise
„Frau Greiffenclau zu Vollrads Mitte 14. Jahrhundert ?, Winkel“, in: Grabdenkmäler <https://lagis.hessen.de/de/personen/grabdenkmaeler/alle-eintraege/1809_frau-greiffenclau-zu-vollrads-mitte-14-jahrhundert-winkel> (aufgerufen am 03.11.2026)
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