Johann Philipp Sinold genannt (von) Schütz 1702, Rodheim-Bieber

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Ortsname
Rodheim-Bieber
Landkreis
Gießen
Topografische Karten
KDR 100, TK25 1900 ff.

Standort

Heutiger Aufbewahrungsort

Angaben zum Aufbewahrungsort

In die innere Südwand des Chores eingelassen, teilweise durch den Kanzelaufgang verdeckt.

Merkmale

Datierung

12. August 1702

Typ

Material

Erhaltung

erhalten

Größe

85 x 170 cm (B x H)

Beschreibung

Im 56 cm hohen, halbrunden Giebelfeld des schlichten Steines das von zwei schwebenden Putten gehaltene Vollwappen der Familie Sinold genannt Schütz (teilweise vom Kanzelaufgang verdeckt). Darunter in einem hochrechteckigen Feld die Inschrift.

Geschlecht, Alter, Familienstand

Stand

Enthaltene Wappen

Im Giebel das Vollwappen der Familie Sinold genannt Schütz. Es zeigt im Schild eine Hirschstange rechts eines Sechssternes und als Helmzier eine Krone zwischen zwei Flügeln, von denen der linke mit der Hirschstange, der rechte mit dem Stern belegt ist.

Dargestellte Personen

Johann Philipp Sinold genannt (von) Schütz wurde errechnet etwa im März 1633 geboren. Seine Eltern waren der Universitätskanzler zu Gießen Justus Sinold genannt Schütz und dessen Ehefrau Anna Margaretha geborene Vietor. Diese hatten 1655 von Anna Elisabeth Schenk zu Schweinsberg geborene von Hattstein die ehemals Holzapfelischen Güter zu Vetzberg für 2800 Reichstaler erworben und damit auch das Erbbegräbnis in der Rodheimer Kirche. Trotzdem wurden beide auf dem Alten Friedhof in Gießen im noch erhaltenen Vietorschen Grufthäuschen bestattet.
Johann Philipp, der Sohn, besuchte ab 1650 das Gießener Pädagogium und heiratete später (vor 1665) Magdalena Elisabeth (auch Elisabeth Magdalena) Kolb, die Tochter des hessen-darmstädtischen Regierungsrats in Gießen Johann Jakob Kolb. Johann Philipp Sinold genannt Schütz war 1663 gräflich nassauischer Comitialgesandter in Regensburg, von 1689 bis 1693 sachsen-eisenachischer Geheimer Rat und Vizekanzler und 1694 nassau-weilburgischer Präsident und Geheimer Rat; 1698 wurde ihm zu Wien der Reichsadelsstand bestätigt. Am 5. Februar 1697 verfassten beide Eheleute zu Weilburg ihre Testamente, in denen sie ihre noch lebenden 5 Kinder zu Universalerben einsetzten, einen weiteren Sohn aber enterbten. Magdalena Elisabeth Sinold genannt Schütz geborene Kolb scheint bald darauf, vielleicht in Weilburg, verstorben zu sein, da sie bei Errichtung ihres Testaments bereits schwach war und den Tod vor Augen hatte. Ihr Ehemann Johann Philipp starb laut Inschrift am 12. August 1702 und wurde am 14. August, abends um 8 Uhr, in sein Erbbegräbnis zu Rodheim bestattet. Er erreichte laut Kirchenbuch ein Alter von 69 Jahren, 4 Monaten und 3 Wochen.

Inschrift

Umschrift

Hier /
hat seine Ruhestatt /
Der /
Weylandt Wohl gebohrne Herr /
Herr /
Johann Philipp sinolt genant von schütz von vetzberg · /
Hochgräffl(ich) · Nassau Weilburg(ischer) · geheimbter Raht und President /
Welchem (!) / Tugendt und hohes geschlecht /
berühmt /
Klugheit und verstandt /
beliebt /
Wohlthun und freundlich sein /
belobt /
bey jedermann gemacht /
sein verstandt war gross /
seine Wissen-schafft gründlich /
seine erfahrung zulanglich /
sein urtheil gewiss /
sein Raht sicher /
und /
seine Treu gerecht und aufrichtigkeit /
Hat ein Unsterbliches lob verdienet /
Dannenhero /
als er /
Anno MDCCII · /
den XII · Augusti /
in dem LXIX · jahr seines Alters /
Dieses Zeitliche mit dem ewigen Verwechselt /
hat man /
Dieses /
Zu seinem stetigen Andencken /
gesetzet /
So bleibt ehr, Lieb, und Lob, sein stetes eigenthum /
Das nur was sterblich war ist Dieser gruft verblieben /
Denn seiner Redlichkeit, geschlechts und ahnem Rhum (!) /
ist der unsterblichkeit, schon Längstes (!) eingeschrieben

Schrift

Nachweise

Literatur

  • Schmidt, Andreas: Die Grabdenkmäler der Renaissance und des Barock in der Kirche und auf dem Friedhof in Rodheim an der Bieber, Biebertal 2008, S. 15-16 (mit den entsprechenden Quellen- und Literaturangaben)

Bearbeitung

Andreas Schmidt, ehemals HLGL

Nachnutzung

Rechtehinweise

Erschließung: Die Rechte liegen bei den Urhebern, vgl. die Angaben im Abschnitt „Bearbeitung“
Abbildung(en): siehe die Angaben beim jeweiligen Digitalisat

Zitierweise

Empfohlene Zitierweise

„Johann Philipp Sinold genannt (von) Schütz 1702, Rodheim-Bieber“, in: Grabdenkmäler <https://lagis.hessen.de/de/personen/grabdenkmaeler/alle-eintraege/1007_johann-philipp-sinold-genannt-von-schuetz-1702-rodheim-bieber> (aufgerufen am 03.11.2026)

Kurzform der URL für Druckwerke

https://lagis.hessen.de/resolve/de/gdm/1007

Johann Philipp Sinold genannt (von) Schütz 1702, Rodheim-BieberJohann Philipp Sinold genannt (von) Schütz 1702, Rodheim-Bieber / Der untere Teil der Inschrift