Breitenau, Landesarbeitsanstalt, Benediktinerkloster

Gedenkstätte Breitenau. Kirche des ehemaligen Klosters, 2008
Nutzungsgeschichte
Beschreibung
Seit März 1934 diente Breitenau bis zum Krieg wieder als Arbeitsanstalt und zur vorübergehenden Unterbringung von aus der „Volksgemeinschaft“ ausgegrenzten Minderheiten wie Bettlern, Sinti, Roma und jüdischen Bürgern aus der unmittelbaren Nachbarschaft. [Puvogel, Gedenkstätten für die Opfer des Nationalsozialismus, S. 311]
Adresse in der NS-Zeit
Adolf-Hitler-Straße 12
Heutige Adresse
Brückenstraße 12
Nutzungsanfang (früheste Erwähnung)
März 1934
Nutzungsende (späteste Erwähnung)
1939
Weitere Nutzungen der Liegenschaft
- Breitenau, Frühes Konzentrationslager, Benediktinerkloster (16. Juni 1933–17. März 1934)
- Breitenau, Schutzhaftlager „Erweitertes Polizeigefängnis“ der Gestapo Kassel, Benediktinerkloster (September 1939–Frühjahr 1945)
- Breitenau, Arbeitserziehungslager (AEL), Benediktinerkloster (Mai 1940–30.3.1945)
- Breitenau, Gestapostelle, Benediktinerkloster (1943/1944–Frühjahr 1945)
- Breitenau, Hilfsgefängnis der Untersuchungshaftanstalt Kassel, Benediktinerkloster (Juni 1943–25.8.1944)
Nutzung vor NS-Zeit
Im Deutsch-Französischen Krieg (1870/71) diente das ehemalige Benediktinerkloster als Kriegsgefangenenlager für französische Soldaten. 1874 wurde an gleicher Stelle die Einrichtung „Landesarbeitsanstalt und Landesfürsorgeheim Breitenau“ gegründet, die sich in einem „Arbeitshaus“ um „Arbeitsscheue“ und „verwahrloste“ Jugendliche bemühte. Daneben gab es noch ein Altersheim. Diese Einrichtung bestand bis 1949. [Vgl. Gedenkstätte Breitenau; vgl. Wikipedia]
Nutzung nach NS-Zeit
1874 gegründet, bestanden „Landesarbeitsanstalt und Landesfürsorgeheim Breitenau“ bis 1949. Im März 1952 wurde in dem Gebäude ein geschlossenes Heim für schwer erziehbare Mädchen, das „Landesjugendheim Fuldatal“ untergebracht. Seit der Auflösung der Einrichtung für Mädchen im Dezember 1973 wird das Kloster als offene psychiatrische Einrichtung des LWV Hessen genutzt. Seit Sommer 1984 befindet sich dort auch die Gedenkstätte Breitenau. [Vgl. Gedenkstätte Breitenau; vgl. Wikipedia]
Indizes
Orte
Sachbegriffe
Nachweise
Kooperationspartner
Gedenkstätte Breitenau - Dr. Gunnar Richter
Literatur
Weblinks
Siehe auch
Weitere Angebote in LAGIS (Lageort)
Orte
- Hessische Flurnamen
- Historische Kartenwerke
- Jüdische Friedhöfe
- Historisches Ortslexikon
- Synagogen in Hessen
- Topografische Karten
Personen
Quellen und Materialien
Nachnutzung
Rechtehinweise
Metadaten: Hessisches Institut für Landesgeschichte, CC BY-SA 4.0
Abbildungen: siehe Angaben beim jeweiligen Digitalisat
Zitierweise
Empfohlene Zitierweise
„Breitenau, Landesarbeitsanstalt, Benediktinerkloster“, in: Topografie des Nationalsozialismus in Hessen <https://lagis.hessen.de/de/orte/topografie-des-nationalsozialismus-in-hessen/alle-eintraege/373_breitenau-landesarbeitsanstalt-benediktinerkloster> (aufgerufen am 09.07.2026)
Kurzform der URL für Druckwerke
https://lagis.hessen.de/resolve/de/nstopo/373

