Altenbauna, Lager für Zwangsarbeiterinnen, Zwangsarbeiter und Kriegsgefangene, Henschel-Flugmotorenwerke
Nutzungsgeschichte
Objektbeschreibung
Das Barackenlager zur Unterbringung von Zwangsarbeitern und Kriegsgefangenen, die im Henschel-Flugmotorenwerk in Altenbauna zum Einsatz kamen, war westlich an die dort ansässige Fliegertechnische Vorschule angeschlossen. Bestand es 1941 aus 17 Baracken mit Raum für 800 Personen, beherbergte es nach dem Ausbau im Frühjahr 1942 bereits ca. 1.200 Arbeitskräfte. Für weitere 400 wäre damals schon Platz vorhanden gewesen.
Beschreibung
Die hier untergebrachten Zwangsarbeiter sowie französischen Kriegsgefangenen verrichteten ihre Arbeit insbesondere in der Werkshalle Nr. 4, wo Großgussteile hergestellt wurden. In Produktionsabläufe, die der Geheimhaltung unterlagen, wurden Ausländer nicht eingebunden.
Bemerkungen
Das zugehörige Henschel-Flugmotorenwerk, dessen Bau Ende 1936 begonnen worden und dessen Produktion bereits 1937 angelaufen war, beschäftigte 1942 etwa 3.000 ausländische Arbeiter. Darunter waren neben Zwangsarbeitern und Kriegsgefangenen auch freiwillige Arbeitskräfte aus Ländern, die seit 1939 von der Wehrmacht besetzt worden waren. Im Frühjahr 1944 wurde damit begonnen, das Werk auszulagern, damit dasselbe künftig vor alliierten Luftangriffen geschützt war. Verlagerungsbetriebe befanden sich etwa in Wega, Ziegenhain und Melsungen. Als zwölf Arbeiter und große Teile der noch vor Ort, in Altenbauna, verbliebenen Produktion am 19. April 1944 einem Bombardement zum Opfer fielen, wurde beschlossen, die Produktionsstätte nicht wiederaufzubauen. Instandsetzungsarbeiten konnten jedoch weiter betrieben werden, da die dafür ausgestattete Halle 6 weitgehend intakt geblieben war. Nach weiteren schweren Angriffen im März 1945 lag der Betrieb gänzlich brach, bis das Werk am 3. April 1945 von US-Soldaten besetzt und beschlagnahmt wurde.
Nutzungsanfang (früheste Erwähnung)
1941
Nutzungsende (späteste Erwähnung)
3. April 1945
Indizes
Orte
Sachbegriffe
Nachweise
Literatur
- Krause-Schmitt, Heimatgeschichtlicher Wegweiser zu Stätten des Widerstandes und der Verfolgung 1933-1945, Band 2, S. 71f.
- Nagel/Bauer, Kassel und die Luftfahrtindustrie seit 1923. Geschichte(n), Menschen, Technik, S. 347 (Plan des Werksgeländes vom 30. April 1943) und 351-355 (S. 355 enthält einen weiteren Lageplan, auf dem alliierte Bombentreffer kartiert sind)
Siehe auch
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Orte
Personen
Quellen und Materialien
Nachnutzung
Rechtehinweise
Metadaten: Hessisches Institut für Landesgeschichte, CC BY-SA 4.0
Zitierweise
Empfohlene Zitierweise
„Altenbauna, Lager für Zwangsarbeiterinnen, Zwangsarbeiter und Kriegsgefangene, Henschel-Flugmotorenwerke“, in: Topografie des Nationalsozialismus in Hessen <https://lagis.hessen.de/de/orte/topografie-des-nationalsozialismus-in-hessen/alle-eintraege/2364_altenbauna-lager-fuer-zwangsarbeiterinnen-zwangsarbeiter-und-kriegsgefangene-henschel-flugmotorenwerke> (aufgerufen am 15.06.2026)
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