Marburg, Diakonissenhaus Hebron

Die Lage von Marburg, Diakonissenhaus Hebron im Orthofoto
Basisdaten
In Marburg entstehen seit dem letzten Drittel des 19. Jahrhunderts verschiedene Diakonisseneinrichtungen. Durch Vertreter des Bürgertums der Stadt wird 1879 der Elisabethverein gegründet, in dessen Einrichtungen Schwestern aus dem Diakonissenhaus Marburg, gegründet 1894, und den Mutterhäusern in Darmstadt (Elisabethenstift) und Frankfurt arbeiten. In Wehrda wird das Diakonissen-Mutterhaus Hebron 1908 aufgebaut; es gehört zum Deutschen Gemeinschafts-Diakonieverband e.V., Sitz in Marburg
Orden
Diakonie
Heutige Diözesanzugehörigkeit
Evangelische Kirche Kurhessen-Waldeck
Typ
Mutterhaus
Territorium
- vgl. Wehrda
Lage
Hebronberg 1, 35041 Marburg
Geschichte
In Marburg-Wehrda wird als jüngstes hessisches Diakonissen-Mutterhaus 1908 das Haus "Hebron" gegründet; es ist bis heute Mitglied im Deutschen Gemeinschafts-Diakonieverband e.V.. Vorrangiges Ziel ist die Pflege eines christlichen Gemeinschaftslebens, die Verkündigung der christlichen Lehre und ein soziales Engagement in einem großen Kinderheim in der Schwanallee Marburg.
Um 1914 gehören 80 Schwestern zum Mutterhaus; für die wachsende Gemeinschaft wird ein Neubau errichtet und am 27.08.1916 eingeweiht. 1918 wird ein eigener Verlag im Mutterhaus gegründet, in dem zahlreiche Bücher, Traktate und Zeitschriften veröffentlicht werden. Eine Haushaltungsschule wird 1920, eine Kindergärtnerinnenschule 1928 eröffnet. In diesem Jahr gehören bereits 490 Diakonissen zum Mutterhaus Hebron. Viele Schwestern engagieren sich in der Überseemission, in China, den USA und Brasilien.
1946 eröffnen die Diakonissen in Wehrda ein Hilfskrankenhaus, das 1947 als Diakoniekrankenhaus ausgebaut wird. Dem Missionsgedanen dienen bis heute die jährlichen Pfingstjugendtreffen, Konferenzen und Jahresfeste.
Gründungsjahr
1908
Organisation
1926 gehören zu der Einrichtung auch das Kurhaus am Schloßberg in Marburg (Breiter Weg 2), ein Kindergarten in der Wilhelmstraße 8, das Diakonen- und Brüderhaus "Tabor" (am Ortenberg mit 120 Brüdern, das Knabenheim "Tabor" am Ortenberg mit 20 Jungen, das Mädchen- und Kinderheim "Bethseda" in der Schwanallee 57 mit 70 Mädchen und 200 Kindern und weitere diakonische Einrichtungen u.a. der Ev.Blaukreuzverein und die Stadtmission.
1909 wird vom Deutschen Gemeinschafts-Diakonieverband in Marburg das Brüderhaus "Tabor" in Wehrda gegründet, in dem ein Jahr später bereits zehn Brüder leben. Sie gehen im Ersten Weltkrieg als Soldaten an die Front oder arbeiten als Krankenpfleger in dem im Haus eingerichteten Lazarett. Ab 1922 leben und arbeiten die Brüder in einem am Ortenberg/Marburg errichteten Wirtschaftshof. Damit wird die Selbständigkeit vom Schwesternmutterhaus erreicht. Ein hier neu gebautes Zentrum wird 1925 eingeweiht, die Brüder arbeiten weiter in der Krankenpflege, vorrangig in der Jugendbetreuung und der evangelistischen Verkündigung. Im Zweiten Weltkrieg dient das Haus als Lazarett, in den 1950er Jahren entsteht ein Altersheim.
Nachweise
Literatur
- Lüdke, Diakonische Evangelisation, S. 92-123
- Schmidt, Beruf: Schwester
- Aspekte protestantischen Lebens im hessischen und nassauischen Raum, darin: Lehmann, Mutterhaus-Diakonie in Hessen, S. 161 – 173
- Freudenstein, Diakonie, S. 88-98
- Ritter, Kirchliches Handbuch, S. 161
- Sardemann, Geschichte des hessischen Diakonissenhauses zu Cassel
Siehe auch
Weitere Angebote in LAGIS (Lageort)
Orte
Personen
Quellen und Materialien
Nachnutzung
Rechtehinweise
Metadaten: Hessisches Institut für Landesgeschichte, CC BY-SA 4.0
Abbildungen: siehe Angaben beim jeweiligen Digitalisat
Zitierweise
Empfohlene Zitierweise
„Marburg, Diakonissenhaus Hebron“, in: Klöster und Orden <https://lagis.hessen.de/de/orte/kloester-und-orden/alle-eintraege/14691_marburg-diakonissenhaus-hebron> (aufgerufen am 23.06.2026)
Kurzform der URL für Druckwerke
https://lagis.hessen.de/resolve/de/kl/14691