Marienborn, Zisterzienserinnenkloster

Gründungsjahr 1274-1286  
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Gemarkung
Eckartshausen
Landkreis
Wetteraukreis
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Basisdaten

Das Zisterzienserinnenkloster wird ursprünglich 1250 nahe Büdingen auf dem Haag gegründet, aufgrund der Wasserknappheit in ein quellreiches Tal verlegt und erhält so seinen Namen, Marienborn. Erst 1559 wird es aufgelöst und und von den Isenburger Grafen übernommen. Im 18. Jahrhundert lebt hier eine Brüdergemeinde der Herrenhuter mit ihrem Begründer, Nikolaus von Zinzendorf. Heute ist die Anlage Staatsdomände des Landes Hessen.

Orden

Zisterzienser

Alte Diözesanzugehörigkeit

Kirchenprovinz Mainz, Erzbistum Mainz, Archidiakonat Mainz, St. Maria ad gradus, Dekanat Roßberg

Typ

Frauenkloster

Territorium

  • Immunität des Bistums Würzburg, Lehen der Herren von Isenburg
  • 1442: Grafschaft Isenburg-Büdingen
  • 1806: Fürstentum Isenburg
  • 1815/16: Großherzogtum Hessen; Oberhessen, Kreis Büdingen

Historische Namensformen

Lagebezug

8,5 km südwestlich von Büdingen

Lage

Das Kloster liegt in einem Seitental des Krebsbaches, umgeben von zwei Hügeln mit zahlreichen Quellen, in der Nähe der alten Straße zwischen Büdingen und Hanau.

Geschichte

Die Abtei wird von Ludwig von Isenburg und Heilwigis von Büdingen 1250 im Haag (Hainchen) gegründet (siehe Zisterzienserinnenkloster Haag), 1274 nach Niedernhausen verlegt und Marienborn genannt. 1282 erhält sie ein Schutzprivileg durch Papst Martin IV. und die Unterstützung durch die Abtei Arnsburg. Durch zahlreiche Stiftungen von Patrizierfamilien aus Wetzlar und Frankfurt im 13. Jahrhundert vergrößert sich der Klosterbesitz. 1345 wird der Abt von Arnsburg als Provisor, der novella plantacio in Hauge, d.h. für Marienborn genannt. Die adlige Familie der Isenburger baut die Niederlassung als Hauskloster und Grablege aus und stattet es mit lukrativen Rechten (Patronatsrechte an den Pfarrkirchen Eckartshausen, Büdingen, Rod an der Weil im Taunus; Zehnten; Befreiung Frondiensten, Waldrechte, Weiderechte, Asylrecht) aus. Im Gegenzug verpflichtet sich die Klostergemeinschaft urkundlich zu Anniversarfeierlichkeiten. Viele Frauen der Familie treten ins Kloster ein. 1460 wird eine Klosterreform durch Erzbischof Diether von Isenburg als Erzbischof von Mainz durchgeführt. Diese verbindet sich mit einem wirtschaftlichen Aufschwung, wodurch das Kloster für den weiblichen Hochadel der Umgebung an Attraktivität gewinnt. Es verändert sich zu einem "adligen Kloster", in dem auch mehrere Töchter der Isenburger leben. Entstehende Neubauten (Gasthaus, Kreuzgangflügel, Refektorium, Schlafhaus, Siechenhaus, Weinkelter, Mühle, Ölpresse, Backhaus, Schafstall u.a..) bezeugen den wirtschaftlichen Aufschwung. Umfangreiche Einkünfte kommen aus dem Getreideanbau, Weinbau, Schafzucht, Weberei und der Lederverarbeitung. Erbstreitigkeiten des Hauses Isenburg überlagern sich mit den politischen und religiösen Konflikten in der Reformationszeit; diese werden verschärft durch die gegensätzliche Vormundschaften für die unmündigen Nachfahren durch Landgraf Philipp von Hessen und den Abt von Fulda und beeinträchtigen die Entwicklung im Kloster. Der Versuch Landgrafs Philipps von Hessen zur Einführung der Reformation 1536 scheitert, die Nonnen bleiben katholisch. 1559 wird das Kloster nach langjährigem Druck an den Grafen Reinhard von Isenburg-Büdingen übergeben, die Nonnen werden abgefunden, die Gemeinschaft aufgelöst. 1738 bis 1747 lebt in den Gebäuden eine Brüdergemeinde der Herrenhuter unter ihrem Gründer Nikolaus Graf Zinzendorf. Im 19. Jahrhundert verfällt die Anlage, 1929 wird sie an einen Privatmann verkauft. Seit 1964 ist sie als Staatsdomäne im Besitz des Landes Hessen und wird durch die Universität Gießen als Lehr- und Versuchsgut genutzt.

Ersterwähnung

1264

Gründungsjahr

1274-1286

Gründer

Ludwig von Isenburg und seine Frau Heilwig

Aufhebungsjahr

1559

Organisation

Um 1460 wird das Kloster durch eine Äbtissin geleitet. Sie wird durch eine Priorin, Subpriorin, Kellerin, Bursarin unterstützt. Insgesamt gehören 14 Schwestern dem Konvent an, dazu kommt eine unbekannte Zahl an Laienschwestern.

Pfarrrechte

1297/83 Erwerbung des Patronats zu Rod an der Weil
1341 Inkorporierung der Pfarrkirchen Eckartshausen und Büdingen

Patrozinien

Maria

Archivgeschichte

Archiv in Büdingen

Bibliotheksgeschichte

Besitz

Klosterbesitz lässt sich in folgenden Orten nachweisen: Bettenhausen, Bleichenbach, Bruchköbel, Diebach, Düdelsheim, Eckartshausen, Frankfurt, Grüningen, Haag, Heldenbergen, Himbach, Hüttengesäß, Niederissigheim, Kaichen, Langen-Bergheim, Lorbach, Marköbel, Niedernhausen, Ober-Erlenbach, Oberissigheim, Rinderbügen, Vonhausen, Wolferborn Aus dem Besitz der Pfarreien Büdingen und Eckartshausen fallen Zehntanteile an das Kloster Marienborn.

Ausstattung

Gebäude

Künstlerische Neuausstattung des Chores nach 1480; in der Reformationszeit Plünderung der Kirche; Ausbau des verlassenen Klosters zur Residenz durch Graf Carl August von Isenburg (1687-1725); 1737 Pacht des Schlossgebäudes durch die Herrenhuter - Synoden;
Klostergebäude 1889/90 abgebrochen.

Denkmaltopographie

DenkXweb Kulturdenkmäler in Hessen (Sachgesamtheit ehemaliges Kloster)

Sonstiges

Das ursprüngliche in Haag gegründete Kloster wird aufgrund der Wasserknappheit (zu wenig Trink- und Brauchwasser für die Küche und die sanitären Anlagen) in ein wasserreiches Gebiet, wie der Name ausdrückt - Marienborn - verlegt.

Nachweise

Quellen

Gedruckte Quellen

Literatur

Germania Sacra-ID

Nachnutzung

Rechtehinweise

Metadaten: Hessisches Institut für Landesgeschichte, CC BY-SA 4.0
Abbildungen: siehe Angaben beim jeweiligen Digitalisat

Zitierweise

Empfohlene Zitierweise

„Marienborn, Zisterzienserinnenkloster“, in: Klöster und Orden <https://lagis.hessen.de/de/orte/kloester-und-orden/alle-eintraege/12922_marienborn-zisterzienserinnenkloster> (aufgerufen am 24.06.2026)

Kurzform der URL für Druckwerke

https://lagis.hessen.de/resolve/de/kl/12922