Wermertshausen

Dorf · 355 m über NN  
Gemeinde
Ebsdorfergrund
Topografische Karten
KDR 100, TK25 1900 ff.
AEC416D7-3050-4A60-B27E-A826B70B90DD

Siedlung

Ortstyp

Dorf

Lagebezug

ca. 15,5 km südöstlich Marburg

Lage und Verkehrslage

Geschlossenes Dorf mit regellosem Grundriss auf leichter, nach Norden auslaufender Geländewelle im südlichen Talschluß der Zwesterohm. Kirche im nördlichen Ortsbereich. Straße Rüddingshausen-Roßberg im Zuge der alten Grünberger Landstraße (nordöstlicher Strang), die im südöstlich Ortsbereich von einem frühen Höhenweg (Herrenweg) von Staufenberg-Homberg gekreuzt wurde.

Ersterwähnung

780/782

Siedlungsentwicklung

1431 wird die Siedlung als wüst bezeichnet. Auf eine Hofwüst 0,5 km südwestlich Wermertshausen deutet der Flurnamen: Struthhof

Historische Namensformen

  • Werenbrahteshusen (780/802, nach Abschrift des 12. Jahrhunderts) [UB Fulda Nr. 432]
  • Werenbrahdeshusun (um 1130)
  • Wernbershusin (1222)
  • Wernbratshein (1222)
  • Wembrachtishusen (1316)
  • Wermirshusen (1357)
  • Wermertshausen (1525)
  • Wermetshausen (1708/10)

Siedlungsplätze innerhalb der Gemarkung

Umlegung der Flur

1925/27

Älteste Gemarkungskarte

1703

Koordinaten

Gauß-Krüger: 3493393, 5617896
UTM: 32 U 493321 5616089
WGS84: 50.696581° N, 8.905435° O

Statistik

Ortskennziffer

534008100

Flächennutzungsstatistik

  • 1838 (Kasseler Acker): 545 stellbares Land, 173 Wiesen, 8 Gärten, 172 Triesche
  • 1885 (Hektar): 240, davon 141 Acker (= 58.75 %), 65 Wiesen (= 27.08 %), 6 Holzungen (= 2.50 %)
  • 1961 (Hektar): 237, davon 8 Wald (= 3.38 %)

Einwohnerstatistik

  • 1577: 6
  • 1681: 8 hausgesessene
  • 1749: 144 (darunter 72 auf den von Scholley'sehen Gütern)
  • 1749: 3 Wagner, 1 Leineweber, 2 Schmiede, 1 Ziegelbrenner, 2 Tagelöhner
  • 1838 (Familien): 22 Ackerbau, 3 Gewerbe, 5 Tagelöhner 22 nutzungsberechtigte, 6 nicht nutzungsberechtigte Ortsbürger, 2 Beisitzer
  • 1885: 179, davon 179 evangelisch (= 100.00 %), 0 katholisch
  • 1961 (Erwerbspersonen): 80 Land- und Forstwirtschaft, 25 Produzierendes Gewerbe, 1 Handel und Verkehr, 2 Dienstleistungen und Sonstiges
  • 1961: 184, davon 174 evangelisch (= 94.57 %), 10 katholisch (= 5.43 %)

Diagramme

Verfassung

Verwaltungsbezirk

  • 780/802: Lahngau. 1374 und später: Gericht Ebsdorf. Der 1431 wüst Ort wird 1526 zu Nordeck und Winnen gezogen, mit denen es den Rau von Holzhausen verliehen wird. Seitdem Gericht Nordeck
  • 1807-1813: Königreich Westphalen, Departement der Werra, Distrikt Marburg, Kanton Ebsdorf
  • 1821: Kurfürstentum Hessen, Provinz Oberhessen, Landkreis Marburg
  • 1848: Kurfürstentum Hessen, Bezirk Marburg
  • 1851: Kurfürstentum Hessen, Provinz Oberhessen, Landkreis Marburg
  • 1867: Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Marburg
  • 1945: Groß-Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Marburg
  • 1946: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Marburg
  • 1974: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Marburg-Biedenkopf

Altkreis

Marburg

Gemeindeentwicklung

Am 1.4.1972 wurde Wermertshausen im Zuge der hessischen Gebietsreform der neu gebildeten Gemeinde Ebdorfergrund eingegliedert.

Gericht

  • 1821: Assistenzamt Treis/L.
  • 1831: Justizamt Treis/L.
  • 1866: Justizamt Marburg
  • 1867: Amtsgericht Marburg

Besitz

Grundherrschaft und Grundbesitzer

  • 780/802 schenkt Bruninc dem Kloster Fulda Güterbesitz in Wermertshausen.
  • Um 1130 ist Wermertshausen einschließlich des Zehnten Zubehör der Villikation Ebsdorf des Mainzer St. Stephansstifts.
  • 1222 beansprucht das Stephansstift den Novalzehnten in Wermertshausen.
  • 1357 erhält der Landgraf die Vogtei und den Zehnten in Wermertshausen.

Zehntverhältnisse

Siehe Besitz.

Kirche und Religion

Pfarrzugehörigkeit

1222: nach Ebsdorf eingepfarrt. 1577 und später: nach Winnen eingepfarrt; 1749 auch als Filiale bezeichnet

Bekenntniswechsel

Da Filial von Winnen, Einführung der Reformation vermutlich unter dem Winnener Pfarrer Weygandt Rauwenberg ab 1527. Reformierter Bekenntniswechsel: 1606, 1624 wieder lutherisch.

Kirchliche Mittelbehörden

15. Jahrhundert: Sendbezirk Ebsdorf

Kultur

Schulen

1910 einklassige Volksschule

Sprachgeschichte (Quellenfaksimiles)

Nachnutzung

Rechtehinweise

Metadaten: Hessisches Institut für Landesgeschichte, CC BY-SA 4.0
Abbildungen: siehe Angaben beim jeweiligen Digitalisat

Zitierweise

Empfohlene Zitierweise

„Wermertshausen, Marburg-Biedenkopf“, in: Historisches Ortslexikon <https://lagis.hessen.de/de/orte/historisches-ortslexikon/alle-eintraege/9393_wermertshausen> (aufgerufen am 02.06.2026)

Kurzform der URL für Druckwerke

https://lagis.hessen.de/resolve/de/ol/9393