Cyriaxweimar

Die Lage von Cyriaxweimar im Orthofoto
Siedlung
Ortstyp
Dorf
Lagebezug
5 km südwestlich Marburg
Lage und Verkehrslage
Dorf mit lockerer Bebauung beiderseits eines in die Allna mündenden Bachlaufs. Geschlossene Gehöftgruppe mit Gut im Süden. Nach Norden abgesetzt kleine Gehöftgruppe an einer Wegegabel. Südwestlich abgesetzt Einzelgehöft Hainskirche mit Resten der ehemaligen Wallfahrtskirche. Moderne Wohnsiedlung im Nordosten am linken Bachufer.
Straße Haddamshausen-Marburg
Ersterwähnung
1258
Siedlungsentwicklung
1928 erfolgt die Eingemeindung von Teilen des aufgelösten Gutsbezirks Forst Marburg.
Historische Namensformen
- ciliacis Wymare (1258) [Abschrift des 18. Jahrhunderts, Wenck, Hessische Landesgeschichte 2,1 Urkundenbuch Nr.168 mit falschem Datum, vgl. Grotefend-Rosenfeld, Landgrafenregesten 1, S. 20- 21, Nr. 58]
- Sente Cyliacs Wymar (1344)
- Sente Cyriakis Wymere (1345)
- Ciriaci Wimar (1374)
- Cyriaci Wynber (1458)
- Ciriaxweimar (1577)
- Cyriaksweimar [Niveaukarte Kurfürstentum Hessen 1840-1861]
- Weimar, Cyriax-
Bezeichnung der Siedlung
- villa (1320) [Wyss, Urkundenbuch der Deutschordens-Ballei 1I Nr. 368]
Siedlungsplätze innerhalb der Gemarkung
Umlegung der Flur
1869/1870
Älteste Gemarkungskarte
1717
Koordinaten
Gauß-Krüger: 3480044, 5627608
UTM: 32 U 479978 5625797
WGS84: 50.783579° N, 8.715976° O
Statistik
Ortskennziffer
534014110
Frühere Ortskennziffer
534014331
Flächennutzungsstatistik
- 1838 (Kasseler Acker): 596 stellbaresLand, 150 Wiesen, 59 Gärten, 128 Triesche, 138 Wald.
- 1885 (Hektar): 277, davon 127 Acker (= 45.85 %), 28 Wiesen (= 10.11 %), 105 Holzungen (= 37.91 %)
- 1961 (Hektar): 397, davon 206 Wald (= 51.89 %)
Einwohnerstatistik
- 1577: 5 Hausgesessene
- 1630: 1 vierspänniger, 1 dreispänniger, 1 zweispänniger Ackermann.
- 1630: 4 hausgesessene Mannschaften
- 1681: 5 hausgesessene Mannschaften
- 1747: 3 Weißbinder, 1 Schneider, 2 Tagelöhner.
- 1747: 66
- 1838 (Familien): 6 Ackerbau, 7 Gewerbe, 6 Tagelöhner 5 nutzungsberechtigte, 11 nicht nutzungsberechtigte Ortsbürger, 3 Beisitzer.
- 1861: 107 evangelisch-lutherische, 2 evangelisch-reformierte Einwohner, 1961: 215 evangelische, 10 römisch-katholische Einwohner
- 1885: 124, davon 124 evangelisch (= 100.00 %), 0 katholisch
- 1961 (Erwerbspersonen): 44 Land- und Forstwirtschaft, 39 Produzierendes Gewerbe, 13 Handel und Verkehr, 17 Dienstleistungen und Sonstiges
- 1961: 225, davon 215 evangelisch (= 95.56 %), 10 katholisch (= 4.44 %)
Diagramme
Verfassung
Verwaltungsbezirk
- Um 1400 und später: Gericht Reizberg. 1565: Gerichtstuhl Oberweimar im Gericht Reizberg
- 1787: Landgrafschaft Hessen-Kassel, Oberhessen, Gericht Reizberg
- 1803-1806: Kurfürstentum Hessen, Oberhessen, Gericht Reizberg
- 1807-1813: Königreich Westphalen, Departement der Werra, Distrikt Marburg, Kanton Marburg
- 1815. Kurfürstentum Hessen, Amt Kaldern und Reitzberg
- 1821: Kurfürstentum Hessen, Provinz Oberhessen, Landkreis Marburg
- 1848: Kurfürstentum Hessen, Bezirk Marburg
- 1851: Kurfürstentum Hessen, Provinz Oberhessen, Landkreis Marburg
- 1867: Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Marburg
- 1945: Groß-Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Marburg
- 1946: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Marburg
- 1974: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Marburg-Biedenkopf
- 1981: Land Hessen, Regierungsbezirk Gießen, Landkreis Marburg-Biedenkopf
Altkreis
Marburg
Gemeindeentwicklung
Am 1.7.1974 erfolgte im Zuge der hessischen Gebietsreform die Eingliederung der bis dahin selbständigen Gemeinde in die Stadtgemeinde Marburg.
Gericht
- 1821: Landgericht Marburg
- 1850: Justizamt Marburg
- 1867: Amtsgericht Marburg
Besitz
Grundherrschaft und Grundbesitzer
- 1258 schenkt der Marburger Bürger Hermann Zöllner dem Kloster Altenberg Güterbesitz in C. - Um 1312 erwirbt das Erzstift Mainz von dem Ritter Wolfram Zenichin von Bommersheim Güterbesitz, der seit 1356 verpfändet ist. - 1320 erwirbt der Deutsche Orden Marburg von den von Rodenhausen und von Vers den dritten Teil eines Hofes; 1344 verkauft Ritter Konrad von Büdingen den von Göns einen Hof zu C. 1345 verkaufen die von Göns und von Langenstein den Hof an den Deutsche Orden. 1358 umfaßt der Deutsche Orden-Besitz einen Hof mit 43, seit 1375: 51, 1549: 621/2 Morgen Ackerland und 7 Morgen Wiesen; bis 1809 in Deutsche Orden-Besitz. - 1494 sind dem Landgraf 2 Pflüge in Cyriax-W. dienstbar. - 1329 besaß das Erzstift Mainz den Zehnten am Ort
Kirche und Religion
Pfarrzugehörigkeit
1577 und später: eingepfarrt nach Oberweimar. Seit 1959 Filiale von Oberweimar.
Bekenntniswechsel
Da Filial von Oberweimar, Einführung der Reformation vermutlich unter dem Oberweimarer Pfarrer Ludwig Schenck um 1527. Reformierter Bekenntniswechsel: 1606, 1624 wieder lutherisch.
Kirchliche Mittelbehörden
15. Jahrhundert: Sendbezirk Ober-W.
Juden
Juden werden 1747 genannt.
Kultur
Schulen
1910 einklassige Volksschule
Sprachgeschichte (Quellenfaksimiles)
Nachweise
Literatur
- G. Wrede, Zur historischen Entwicklung des bäuerlichen Grundbesitzes in Hessen. In: Hessenland 49, 1938, S. 97ff.
- Historisches Ortslexikon Marburg, S. 326-327
- Diehl, Pfarrer- und Schulmeisterbuch für die acquirierten Lande und die verlorenen Gebiete, S. 354
Weblinks
Siehe auch
Weitere Angebote in LAGIS
Orte
Personen
Nachnutzung
Rechtehinweise
Metadaten: Hessisches Institut für Landesgeschichte, CC BY-SA 4.0
Abbildungen: siehe Angaben beim jeweiligen Digitalisat
Zitierweise
Empfohlene Zitierweise
„Cyriaxweimar, Marburg-Biedenkopf“, in: Historisches Ortslexikon <https://lagis.hessen.de/de/orte/historisches-ortslexikon/alle-eintraege/9383_cyriaxweimar> (aufgerufen am 30.05.2026)
Kurzform der URL für Druckwerke
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