Schönbach

Die Lage von Schönbach im Orthofoto
Siedlung
Ortstyp
Dorf
Lagebezug
4,5 km nordwestlich Kirchhain
Lage und Verkehrslage
Geschlossenes Dorf mit regellosem Grundriss beiderseits eines zur Ohm fließenden Bachlaufs (Talmündungslage).
Straße Anzefahr-Großseelheim
Ersterwähnung
um 1248
Siedlungsentwicklung
Auf eine wüst Siedlung (Machthausen) unterh. der Sch.er Grindelmühle deutet der Flurnamen Machthuser Lache; desgl. der Flurnamen Niederndorf 300 m nordwestlich Sch. -
In den Jahren 1952-1955 wurde bei Schönbach das Stauwerk des 900 ha Grundfläche umfassenden Ohm-Rückhaltebeckens erbaut; Dammhöhe 5,50 m; maxim. Fassungsvermögen: 15 Mill. Kubikmeter
Historische Namensformen
- Soynenbach (um 1248) [Erhard, Heberolle S. 47]
- Schonerbach (1256)
- Schonenbach (1261, 1314)
- Schoninbach (1356)
- Schonbach (1470)
- Schoinbach (1478)
- Schönenbach (1577)
Bezeichnung der Siedlung
- villa 1256 (Wyss, Urkundenbuch der Deutschordens-Ballei 1, 1 Nr. 137)
Siedlungsplätze innerhalb der Gemarkung
Umlegung der Flur
1927/29
Älteste Gemarkungskarte
etwa 1730
Koordinaten
Gauß-Krüger: 3489942, 5633021
UTM: 32 U 489872 5631208
WGS84: 50.832494° N, 8.856177° O
Statistik
Ortskennziffer
534011110
Flächennutzungsstatistik
- 1838 (Kasseler Acker): 472 stellbares Land, 144 Wiesen, 200 Wald
- 1885 (Hektar): 244, davon 130 Acker (= 53.28 %), 44 Wiesen (= 18.03 %), 56 Holzungen (= 22.95 %)
- 1961 (Hektar): 246, davon 44 Wald (= 17.89 %)
Einwohnerstatistik
- 1577: 14, 1697: 13 hausgesessene, 1772: 148, 1838: 121, 1885: 150, 1925: 158, 1939: 176, 1950: 265, 1961: 210 Einwohner - 1861: alle Einwohner evangelisch-lutherisch 1961: 195 evangelisch, 13 römisch-katholischEinwohner - 1542: 7 Schafhalter genannt 1566: 7 Pers. mit großem, 11 mit kleinem Besitz. 1772: 1 Spielmann, 1 Müller, 1 Wirt, 6 Leineweber, 3 Schneider, 1 Schmied, 2 Wagner. 1838 (Familien): 17 Ackerbau, 5 Gewerbe, 4 Tagelöhner 17 nutzungsberechtigte, 7 nicht nutzungsberechtigteOrtsbürger, 4 Beisitzer. 1961 (Erwerbspersonen): 54 Land- und Forstwirtschaft, 35 Produzierendes Gewerbe, 14 Handel und Verkehr, 7 Diensil. und Sonstiges
- 1885: 150, davon 149 evangelisch (= 99.33 %), 1 katholisch (= 0.67 %)
- 1961: 210, davon 195 evangelisch (= 92.86 %), 13 katholisch (= 6.19 %)
Diagramme
Verfassung
Verwaltungsbezirk
- 1446 und später: Gericht (Groß-)Seelheim
- 1809-1813: Königreich Westphalen, Departement der Werra, Distrikt Marburg, Kanton Amöneburg
- 1821: Kurfürstentum Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Kirchhain
- 1848: Kurfürstentum Hessen, Bezirk Marburg
- 1851: Kurfürstentum Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Kirchhain
- 1867: Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Kirchhain
- 1932: Freistaat Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Marburg
- 1945: Groß-Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Marburg
- 1946: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Marburg
- 1974: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Marburg-Biedenkopf
Altkreis
Marburg
Gemeindeentwicklung
Am 1.2.1971 wurde Schönbach im Zuge der hessischen Gebietsreform als Stadtteil der neu gebildeten Stadtgemeinde Kirchhain eingegliedert.
Gericht
- 1821: Justizamt Kirchhain
- 1867: Amtsgericht Kirchhain
Besitz
Grundherrschaft und Grundbesitzer
- Um 1248 ist das Erzstift Mainz in Sch. begütert. 1314 schenkt Adolf von Gambach dem Kloster Haina eine mainzisch Hofstatt und Äcker; noch 1339 zinst das Kloster an den Keller in Amöneburg. 1361 sind die mainzisch Güter an Friedrich von Sch. verpachtet; 1361 haben die Hobeherren, 1385 die Rau von Holzhausen mainzisch Besitz zu Lehen; 1368 hat Volprecht von Radenhausen ein mainzisch Burglehen zu Sch. - 1256 erhält der Deutsche Orden Marburg von Konrad von Marburg Güterbesitz in Sch. Weitere Gütererwerbungen des Deutsche Orden 1261 und 1270. 1358 verfügt der Deutsche Orden über einen Hof mit 59 Morgen Ackerland und 5 Morgen Wiesen. 1491 ertauscht der Deutsche Orden den freien Hof Ludwigs von Radenhausen. 1663 hat der Deutsche Orden 2 Höfe, die im 18. Jahrhundert nochmals geteilt werden. - 1346 besitzen die Döring, 1362 die von Anzefahr und von Falkenberg, vor 1363 die Zöllner und die Hose von Ockershausen einen Hof in Ganerbschaft, der 1363/70 an den Marburger Bürger Bechthold von Mardorf verkauft wird. - 1376 verkauft der Ritter Friedrich von Bicken seinen Besitz an die Marburger Bürgerin Hedwig Rosphe, die seit 1366 in Sch. begütert ist. - 1453 erben die bereits 1356 in Sch. begüterten Riedesel 2 Drittel der Güter der von Gambach. Der halbe Hof der Riedesel 1643 und 1663 genannt
Ortsadel
1292-1407 (?)
Kirche und Religion
Ortskirchen
- plebanus nach 1295 (Wyss, Urkundenbuch der Deutschordens-Ballei 1II Nr.1292).
Pfarrzugehörigkeit
1577 und später nach Großseelheim eingepfarrt. 1954: Filiale von Großseelheim
Bekenntniswechsel
Da Filial von Großseelheim, Einführung der Reformation vermutlich ab 1527. Reformierter Bekenntniswechsel: 1605, 1624 wieder lutherisch.
Kirchliche Mittelbehörden
15. Jahrhundert: Sendbezirk Amöneburg
Kultur
Schulen
1910 einklassige Volksschule
Sprachgeschichte (Quellenfaksimiles)
Nachweise
Literatur
- Kern, Amöneburger Becken, S. 100 bzw. S. 283
- E. Müller, Der Stadtteil Sch. In: Küther (Bearb.), Kirchhain, Stadt an Ohm und Wohra in Wort und Bild, 1977, S. 205ff.
- A. HAMEL, Der Ausbau der Ohm und der Bau des Hochwasserrückhaltebeckens im Ohmtal bei Kirchhain als wasserwirtschaftliche Großmaßnahme im Landkreis Marburg. In: Hess. Heimat 8 (1958/59) Heft 1
- Historisches Ortslexikon Marburg, S. 270
- Diehl, Pfarrer- und Schulmeisterbuch für die acquirierten Lande und die verlorenen Gebiete, S. 361
Siehe auch
Weitere Angebote in LAGIS
Orte
Personen
Quellen und Materialien
Nachnutzung
Rechtehinweise
Metadaten: Hessisches Institut für Landesgeschichte, CC BY-SA 4.0
Abbildungen: siehe Angaben beim jeweiligen Digitalisat
Zitierweise
Empfohlene Zitierweise
„Schönbach, Marburg-Biedenkopf“, in: Historisches Ortslexikon <https://lagis.hessen.de/de/orte/historisches-ortslexikon/alle-eintraege/9312_schoenbach> (aufgerufen am 13.06.2026)
Kurzform der URL für Druckwerke
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